Köln: 09.–12.05.2023 #interzum

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Zwischen Biologie und Technik

30.04.2021

© Moya, Berlin

Möbel und Leuchten aus antibakterieller Birkenrinde, © Moya, Berlin

Ein Gespräch mit Dr. Sascha Peters über die Stage Green Smart Materials auf der interzum @home und grüne Materialinnovationen.

Dr. Sascha Peters, Sie sind für das Programm der Stage Green Smart Materials verantwortlich. Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden dabei eine Rolle spielen?

Das Innovationsgeschehen findet aktuell im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und smarten Materiallösungen statt. Die Welt ruft nach Lösungen, die insgesamt dazu führen, dass wir verantwortungsvoller mit unseren Ressourcen umgehen. In den nächsten Jahren werden wir einen Wandel unserer Produktkultur hin zu einer Circular Economy erleben, da sind wir uns ganz sicher und das werden wir auch schaffen.

Das Innovationsgeschehen findet aktuell im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und smarten Materiallösungen statt.

© Aalto University, Helsinki

Shimmering Wood - Strukturfarben für Holzoberflächen ohne Verwendung von Pigmenten, Farben oder Lacken, © Aalto University, Helsinki

Können Sie uns ein paar Beispiele für „grüne“ smarte Materialien benennen?

Strukturfarben für Holzoberflächen, antibakterielle Birkenrinde, Akustiklösungen aus Papierpulpe oder Algenbilder, die die Luft von Feinstaub und Gerüchen befreien – das sind nur einige Beispiele zu Materiallösungen, die natürlichen Ursprungs sind und die eine Funktion erfüllen können, die sonst nur über zusätzliche Materialien bzw. Beschichtungen realisierbar wären und meist den Einsatz chemischer Substanzen notwendig machen. Wir zeigen andere Lösungen und sehen aktuell viele Innovationen und Neuerungen, die an der Schnittstelle zwischen der Technik und der Biologie entstehen.

Wir zeigen natürliche Materiallösungen mit Funktionen, die sonst nur über zusätzliche Materialien bzw. Beschichtungen realisierbar wären.

© Baux, Stockholm

Weltweit erste biologisch abbaubare Akustikplatte aus Papierpulpe, © Baux, Stockholm

Erfordern „smarte" Eigenschaften nicht auch neue Herstellungsverfahren? Welche interessanten Ansätze sehen Sie hier?

Bei den Herstellungsverfahren sehen wir gerade einen Entwicklungssprung bei den additiven Prozessen im Bauwesen. Das Thema und die Potenziale zur Reduzierung von Bauzeit und Baukosten werden ja schon seit langem diskutiert. Im letzten Oktober wurde das erste Gebäude Deutschlands 3D-gedruckt und weitere werden nun folgen. Das hat nicht nur Einfluss auf die Art und Weise wie Architekten arbeiten, es wird auch das Interior Design verändern, denn es können beim Bau eines Gebäudes bereits gewisse Raumstrukturen vorweggenommen bzw. in Wände integriert werden. Wir sind gespannt, was da in den nächsten Jahren für neue Möglichkeiten entstehen.

© Peri, Weissenhorn

Erstes 3D-gedrucktes Gebäude Deutschlands, © Peri, Weissenhorn

Die Plattform interzum @home feiert in diesem Jahr Premiere. Welche neuen Möglichkeiten sehen Sie damit auch mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung für die Vergrößerung der Reichweite, die Erschließung neuer Zielgruppen, Business-Networking etc.?

Um die Reichweite zu erhöhen und vor allem Zielgruppen in Regionen der Welt anzusprechen, die den Weg nach Köln bislang nicht gefunden haben, bietet die Plattform interzum @home sicherlich einen Mehrwert. Wir freuen uns aber auch wieder auf physische Messen und hoffen, dass die Pandemie bald der Vergangenheit angehört. Denn eins können alle digitalen Tools nicht ersetzen: Ein persönliches Gespräch!

Das vollständige Programm der Stage Green Smart Materials auf der digitalen Plattform interzum @home finden Sie hier .

Dr. Sascha Peters, © Koelnmesse

Dr. Sascha Peters von der Berliner Materialagentur Haute Innovation, © Koelnmesse