Köln: 09.–12.05.2023 #interzum

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Wie wollen wir morgen leben?

07.05.2021

© Continental AG

Polstermaterial „skai VyP Lana“, © Continental AG

Die interzum @home hat die angestammte Aufgabe der renommierten Live-Veranstaltung interzum als Trendsetter für Wohnen und Einrichten fortgeführt. Vor allem Megatrends wie Gesundheit, Neo-Ökologie, Konnektivität, Verstädterung oder New Work standen im Fokus der Produktpremieren und Trendvorträge. Sie finden wiederum ihren Niederschlag in Entwicklungen, die die Möbelindustrie und den Innenausbau in den nächsten Jahren begleiten werden.

© Julius Blum GmbH

Boxsystem Merivobox, © Julius Blum GmbH

Megatrend Nachhaltigkeit

So fanden unter anderem die aktuellen Debatten um mehr Klimaschutz ihren Widerhall in vielen Präsentationen der Aussteller. Dabei ging es zum Beispiel um Holz als nachwachsendes Möbelmaterial wie bei einem digitalen Round Table des Holzwerkstoff-Herstellers Sonae Arauco oder bei den Neuheiten von Fritz Becker. Der Formholz-Spezialist aus Brakel zeigte zehn Prototypen international renommierter Designer – alle aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Deutschland. Auf der Plattform von Vauth Sagel wurde eine „Plant-for-the-Planet“ Kampagne vorgestellt und die von den Besuchern erspielten Punkte mit Baumpflanzungen für das Projekt belohnt. Eine wichtige Rolle spielte auch das Thema Recycling. Salgareda aus Italien stellte ein umweltfreundliches Laminat für Möbel und die Inneneinrichtung vor, das zu 100 Prozent aus recyceltem Polypropylen besteht. Auch die neuen Kantenbänder „Raukantex eco“ von Rehau bestehen zu 50 Prozent aus Rezyklat. Für deren Produktion werden non-fossile Vorrohstoffe aus Abfall- und Reststoffen genutzt.

© Hettich GmbH

AvanTech YOU Illumination, © Hettich GmbH

Gestaltung nach Corona

Ein weiteres Thema auf der interzum @home waren natürlich die Folgen der Corona-Pandemie. Viele Aussteller haben sich mit den neuen Herausforderungen an die Gestaltung unseres Wohn- und Arbeitsumfelds beschäftigt und entsprechende Lösungen vorgestellt. Im Vordergrund stehen hierbei vor allem eine bessere Hygiene und der Infektionsschutz. „Safety first“ hieß es zum Beispiel beim österreichischen Folienanbieter Senosan, der eine antibakterielle Beschichtung für Möbelfolien präsentierte. Um antivirale Möbeloberflächen drehte sich die Präsentation von Hueck Folien. Wie Licht Bakterien, Pilze und Schimmel effektiv bekämpfen kann, zeigt die italienische Leuchtenmarke Artemide.

© Nimbus Group GmbH

Lighting Pad Lounge, © Nimbus Group GmbH

Hybride Lösungen

Eine Folge der Pandemie ist auch die zunehmende Verschmelzung von Wohnen und Arbeiten. Unter den Materialpremieren zur Messe gab es daher viele Lösungen für hybrides Wohnen und flexibles Einrichten. So präsentierte der Beschlagspezialist Hettich eine Schubkasten-Plattform, die kreativ mit anderen Möbelsystemen kombiniert wird. Der Plattform-Gedanke steht auch beim innovativen Boxsystem von Julius Blum im Vordergrund, das für mehr Gestaltungsfreiheit entwickelt wurde. Hierfür steht auch der höhenverstellbare Arbeitsplatz JobTisch von Häfele, der in verschiedenen Modellgrößen, mit 78 Farbkombinationen und unterschiedlichen Oberflächen angeboten wird. Eine umfassende Licht-Akustiklösung stellte die Nimbus Group mit einer Pendelleuchte vor, deren Unterseite aus akustisch wirksamem Formvlies besteht. Der italienische Beschlaghersteller Formenti & Giovenzana (FGV) präsentierte eine verdeckte Führungsschiene sowie ein integriertes Soft-Close-Scharnier, um die Funktionalität von Möbeln vielfältiger zu machen.

© impress surfaces GmbH

Neues Kommunikationskonzept "Uchroniavon" von Impress

Naturnähe und Entschleunigung

Schon länger zeichnet sich ein Trend zu einer nachhaltigeren und entschleunigten Lebensweise ab. „Wie wollen wir morgen leben?“, fragte sich der Dekorspezialist Schattdecor bei seiner Präsentation auf der interzum @home . Unter anderem stellte er eine neue Caravan Selection für die Märkte USA und Europa vor, denn das Wohnmobil ist zum Symbol für Naturnähe und Entschleunigung geworden. Die Unternehmensgruppe Impress forderte ihre Besucher mit dem neuen Kommunikationskonzept "Uchronia" auf, innezuhalten und sich vorzustellen, dass ein jeder seinem natürlichen Rhythmus folgt. Um das sinnliche Erleben ging es bei der Vorstellung neuer Oberflächenmaterialien mit weicher Haptik oder naturnaher Anmutung wie „skai VyP Lana“ von Continental oder „VIS“ des italienischen Ausstellers Arpa Industriale.

© Peri GmbH

3D-gedrucktes Wohnhaus, © Peri GmbH

Fokus auf Zukunftstechnologien

Um neue Elemente der Einrichtung und sogar ganze Häuser zu schaffen, spielt der 3D-Druck eine immer größere Rolle. Das wurde unter anderem in der Präsentation des Ausstellers Unilin deutlich, der über ein umfassendes Patentportfolio für digital gedruckte Strukturen auf Dekorplatten verfügt. Mit der digitalen Vorstellung des ersten gedruckten Wohnhauses in Deutschland hat das Unternehmen Peri auf der interzum @home die Marktreife der Technologie bewiesen. Auf die Vorteile des 3D-Betondrucks für das Bauwesen verwies auch der Vortrag von Prof. Dr. Harald Kloft, der das Institut für Tragwerksentwurf (ITE) an der TU Braunschweig leitet. Seiner Ansicht nach stehen wir hier am Beginn einer neuen Ära.

Einmal mehr zeigte sich auf der interzum @home die Transformation globaler Trends auf die Innovationen der Zulieferindustrie. Branchenakteure aus Möbelindustrie und Interior Design haben dabei neue Ideen, wichtige Inspirationen und spannende Produktlösungen mit „nach Hause“ genommen.