Köln: 09.–12.05.2023 #interzum

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interzum @home: Trend Stage

18.03.2021

Katrin de Louw

Katrin de Louw

Katrin de Louw organisiert mit ihrer Agentur Trendfilter die Trend Stage der neuen digitalen Plattform interzum @home . Die Trend Stage bietet nicht nur einen Überblick über die global wichtigsten Themen hinsichtlich der Einrichtung von morgen. Sie beleuchtet auch fertigungsrelevante Aspekte für die Industrie. Ein Gespräch mit Katrin de Louw über die Programmschwerpunkte und neue Anforderungen an das Möbeldesign und die Einrichtung in Zeiten der Corona-Pandemie.

Frau de Louw, Sie gestalten das Vortragsprogramm für die Trend Stage. Welche zukunftsweisenden Themen und Entwicklungen werden hier besonders im Fokus stehen?

Wir freuen uns, am 4. Mai mit den Gewinnern des diesjährigen interzum awards starten zu dürfen. Danach spielen wir ein buntes Programm, bei dem die Inhalte so vielfältig gemischt sind, dass für jeden etwas Passendes dabei ist. Themen wie die Digitalisierung, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Wandel durch Megatrends sowie internationale Designtrends spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie praxisnahe, neue Produkte für Hersteller und Einrichter. Globale Farb- und Materialtrends beleuchten wir sowohl aus der wissenschaftlichen Perspektive der Trendforschung als auch aus Sicht der praxisnahen Anwendung.

interzum 2019

Trends in Surfaces & Wood Design von Katrin de Louw auf der interzum 2019

Welche weiteren Zukunftsthemen werden auf der Trend Stage beleuchtet?

Neueste, ökologische Produkte für Möbel und Interior spielen im Programm eine große Rolle: Recycelte Beschichtungen, vegane Holzwerkstoffe und die Perspektiven hinsichtlich des Recyclings von Holzwerkstoffen und Möbeln – Stichwort Cradle-to-Cradle. Wir zeigen Anwendungen für generatives Design, also computergeneriertes Entwerfen. Darüber hinaus stellen wir Ideen für Möbelhersteller vor, wie sie über hybride Vermarktung Ihrer Produkte Mehrwert generieren können, zum Beispiel über die Möbelvermietung. Auch die neuen Erwartungen des Möbelhandels werden wir für Hersteller aufarbeiten. Darüber hinaus gibt es Vorträge für die konkrete Anwendung, zum Beispiel im smarten Möbel als Social Design und Visionen der Einrichtung der Zukunft von namhaften internationalen Designstudios.

Aktuell spielen besonders antibakterielle und antivirale Oberflächen eine wichtige Rolle – hier erwarten wir noch einiges Neues.

Wie gehen Sie auf die aktuelle Situation der Corona-Pandemie ein?

Unter anderem betrachte ich in meinem eigenen Vortrag die generellen Veränderungen durch Corona in der Einrichtung und im Möbeldesign. Aktuell spielen besonders antibakterielle und antivirale Oberflächen eine wichtige Rolle. Meistens handelt es sich dabei um eine zusätzliche Beschichtung bestehender Produkte, die die Viren innerhalb einer bestimmten Zeit verringern oder gar vernichten können. Hier erwarten wir auch in den kommenden Monaten noch einiges Neues.

Wie bewerten Sie grundsätzlich die Pandemie als Treiber für Innovation im Bereich von Materialien und Design?

Corona hat tatsächlich viele Dinge schlagartig verlangsamt oder auch beschleunigt. Die Globalisierung wird damit nicht gestoppt – im Gegenteil, wir haben gemerkt, dass es uns alle angeht, was auf der Welt passiert. Aber trotzdem hat sie hier wie eine „Pause-Taste“ gewirkt. Im Bereich Digitalisierung und New Work hat die Pandemie dagegen ein atemberaubendes Tempo möglich gemacht. Die damit einhergehende Entwicklung hätte sonst noch viele Jahre gedauert. Und es gibt neue Trends, wie das „Sporty Home“ für unsere Fitness in den eigenen vier Wänden. Solche Trends wurden jetzt erst so richtig ins Leben gerufen, haben aber mit Corona schon ihren Zenit erreicht. Denn viele freuen sich auch wieder auf den Besuch im Fitnessstudio oder im Schwimmbad nach der Pandemie.

ZOW 2019

Tiny Spaces von Trendfilter auf der ZOW 2019

Homeoffice und Homeschooling haben die Funktionen der Wohnung erweitert. Andererseits wächst mit den steigenden Mietkosten der Planungsbedarf an kleinen Wohnungen. Wo sehen Sie Lösungsansätze für diesen Bedarf?

Die Multifunktionalität der Möbel und Einrichtung einerseits sowie die Individualisierung durch optimierten Innenausbau auf der anderen Seite erfordern ein Umdenken der Industrie und auch des Handels. Möbel sollten raumübergreifend gedacht, konzipiert und verkauft werden, so dass zum Beispiel Kleiderschrank und Garderobe im Tiny Space eins werden können. Auch die Lösungen für Stauraum müssen optimiert werden, beispielsweise integriert im Sofa oder im Tisch.

Multifunktionalität und Individualisierung erfordern ein Umdenken der Industrie und auch des Handels.

Urbanisierung und Gentrifizierung, aber auch die Überalterung der Gesellschaft sind Prozesse, die unmittelbaren Einfluss auf das Wohnen haben. Wo sehen Sie zurzeit zukunftsweisende Ansätze für das Zusammenleben in begrenzten, alters- und funktionsgerechten Räumen.

Ich glaube, es ist insbesondere ein soziales Thema: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir zusammenhalten müssen. Viele sind vereinsamt. In zukunftsweisenden Stadtvierteln lebt eine Gemeinschaft, die alle wichtigen Versorgungsmöglichkeiten beinhaltet. Gleichzeitig bietet sie „3rd Places“, auf denen man sich trifft, Spaß hat, vielleicht zusammen Gemüse anbaut, Tiere hält oder gemeinsam kocht, grillt und in der Natur ist. Der demografische Wandel macht solche gemeinsamen und generationsübergreifenden Ideen von Wohngemeinschaften, die sich auch auf ganze Stadtviertel ausdehnen können, extrem wichtig. Das hat natürlich enorme Konsequenzen auf den eigenen Rückzugsort und auf die Weise, wie ich mich einrichte.

Für die Trend Stage der interzum @home werden noch spannende Themen gesucht. Themenvorschläge bitte zeitnah zu Händen von Katrin de Louw per E-Mail – Stichwort: interzum @home Trend Stage.