Köln: 09.–12.05.2023 #interzum

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Green Smart Materials

14.01.2021

Cassina Croque La Pomme

Sofa von Cassina aus Apfelleder (Design: Philippe Starck)

Leder aus Apfelresten, 3D-gedruckte Architekturteile aus Cellulose oder Strukturfarben für Holzoberflächen – Innovationen bei Materialien und ihrer Verarbeitung finden aktuell im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit statt. Der Berliner Materialexperte Dr. Sascha Peters beschäftigt sich anlässlich der interzum 2021 mit aktuellen Neuheiten aus diesem Bereich.

Wandel zur nachhaltigen Produktkultur

Wir befinden uns in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft: Digitale Systeme verändern die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Produkten. Das hat auch Auswirkungen auf das Möbel- und Interiordesign. Andererseits erwarten wir in den nächsten Jahren den Wandel der Produktkultur hin zu einer Circular Economy. Dieser Wandel hat mit Initiativen wie Fridays for Future nicht nur auf politischer Ebene einen neuen Höhepunkt erreicht. Auch unter Designern und Architekten regt sich der Wunsch nach einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Die Nachfrage nach Produkten und Prozessen mit reduzierten CO2-Emissionen wächst. Denn die Klimakrise entwickelt sich zu einer Bedrohung für unseren Wohlstand.

Dr. Sascha Peters

Dr. Sascha Peters

Vielzahl neuer Entwicklungen

Unternehmen werden von dieser Entwicklung profitieren – wenn sie es schaffen, die Potenziale der Digitalisierung mit der Notwendigkeit einer nachhaltigen Produktkultur zu kombinieren. Dafür müssen sie entsprechende Angebote am Markt platzieren. In einigen Bereichen hat diese Veränderung schon einen disruptiven Charakter. Das trifft vor allem auf Produktionsmethoden zu, bei denen klassische Verfahren um solche aus der Additiven Fertigung ergänzt, kombiniert oder ersetzt werden. „Hier sind in den letzten Monaten eine Vielzahl neuer Entwicklungen präsentiert worden, die bestehende Materialanwendungen perspektivisch ersetzen können“, so Dr. Sascha Peters.

Innovative Technologien

Im Materialbereich sind in den letzten Jahren erstaunliche Entwicklungen geglückt. So werden zum Beispiel Abfälle der Agrarindustrie für die Produktion von Lederersatz verarbeitet. Aus Apfelresten entsteht so das Material für vegane Sneakers oder Polstermöbel. An der Singapore University of Technology and Design (SUTD) wurde ein roboterbasierter Fertigungsprozess entwickelt, mit dem sich hochfeste architektonische Strukturen aus reiner Cellulose und Chitin realisieren lassen. An der Aalto Universität in Helsinki konnte eine Technologie entwickelt werden, mit der sich so genannte Strukturfarben in Holzoberflächen einbringen lassen. Diese verleihen dem Material eine Farbigkeit ohne den Einsatz von Pigmenten.

Sonderfläche "Disruptive Materials"

Sonderfläche "Disruptive Materials" auf der interzum 2019

Blick auf wegweisende Möglichkeiten

Materialien mit nachhaltigen Qualitäten werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Sie werden dabei um digitale und integrierte Funktionalitäten ergänzt. Damit können sie die Ressourceneffizienz in Möbelbau, Design und Architektur enorm steigern. Nachhaltigkeit und Digitalisierung stecken so den Möglichkeitsraum für zukunftsweisende Innovationen ab. Ausgehend von dieser Entwicklung beschäftigt sich Dr. Sascha Peters für die interzum 2021 mit einigen der jüngsten Materialneuheiten und smarten Technologien. Seine Berliner Zukunftsagentur Haute Innovation recherchiert weltweit „Green Smart Materials“. Mit Blick auf die vergangenen Präsentationen der Agentur darf man auf die Ergebnisse sehr gespannt sein.