21.–24.05.2019

#interzum2019

3 Fragen an: NUMAH

03.04.2019

Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia, © NUMAH

Welche Trends im Bereich Materialien und Oberflächen beschäftigen Architekten, Designer und andere Kreative? Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia bearbeiten mit ihrem Berliner Büro NUMAH Projekte in den Bereichen Architektur, Design und Kunst. Wir sprachen mit ihnen über neue Materialien und die kommende interzum 2019.

Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Garcia, wo sehen Sie derzeit – auch vor Ihrem Hintergrund in Architektur, Design und Kunst – spannende Trends bei Materialien und Oberflächen?

Yasmine Benhadj-Djilali: Es gibt da eine ganze Reihe von Entwicklungen, die wir mit großem Interesse verfolgen – beispielsweise die Integration neuer Technologien in Oberflächen oder auch verschiedene Neuheiten bei der Herstellung, Verwendung und Nachhaltigkeit von Materialien, die perspektivisch sehr interessant werden dürften. Mich persönlich faszinieren insbesondere Naturmaterialien und deren Verwendung bzw. Wiederverwendung. Wenn man nur mal an Materialien auf Pilzbasis denkt – das ist doch irgendwie so, als würde man Ressourcen aus dem Nichts erschaffen. Und Sie können auf sehr unterschiedliche Weise und in sehr unterschiedlicher Formgebung verwendet werden, darunter auch monolithische Formen, etwas, das mich sehr interessiert. Der Bedarf an ökologischen Lösungen kann eine starke, treibende Kraft für sehr positive Innovationen sein.

Adrian Sierra Garcia gemeinsam mit Carbondale, Paris: BMW Manhattan Showroom, New York, © Carbondale

Wie wichtig sind Ihnen Materialien und Oberflächen in Ihrer Arbeit?

Adrian Sierra Garcia: In unsere Zusammenarbeit haben wir viele Jahren an Erfahrung in Architektur, Innenarchitektur, Kunst und Design eingebracht, um gemeinsam ganz bestimmte Interior Design- und Architekturprojekte zu entwickeln. Mich fasziniert das poetische Möbel- und Interior Design von Yasmine. Darin verbinden sich neuartige Verbundwerkstoffe und Oberflächen nahtlos mit weichem Leder zu großen Volumina, die den Raum auf künstlerische Weise gestalten. In meinen eigenen Projekten beschäftige ich mich gerne mit ausgeklügelter Licht- oder Videotechnik wie adressierbare LEDs, kombiniert mit lichtdurchlässigem Glas oder Kunststoff. So schaffe ich funktionale Räume, die sowohl tiefgründig als auch auf spielerische Weise anregend sind. Wir möchten mit der Kombination aus Licht, Kunst und neuen Technologien neue Potenziale erschließen und Oberflächen schaffen, die wirklich lebendig sind und in ästhetischer Hinsicht überraschen.

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: Liege, Textiloberfläche mit Gabriela Reumer, © Patricia Parinejad

Yasmine Benhadj-Djilali, wenn Sie auf Ihren Besuch der letzten Ausgabe der interzum zurückblicken und jetzt nach vorne schauen: Was erwarten Sie von der kommenden Veranstaltung?

Yasmine Benhadj-Djilali: Eine Stärke der Messe ist aus meiner Sicht eindeutig die Vielfalt und Angebotstiefe, die von all den großen und kleineren Ausstellern präsentiert wird, und das sehr nah beieinander. Man kann sich einen wirklich exzellenten Überblick über die aktuellen Neuentwicklungen verschaffen – von Materialien und spezifischen Detaillösungen bis hin zu ganzheitlich realisierten Ansätzen. Ich bin vor allem an neuen Materialentwicklungen interessiert und sehr gespannt darauf, was sich hier getan hat. Materialien sind immer wichtig, um Lösungen im Design zu finden, inspiriert und offen für neue Möglichkeiten zu bleiben.

NUMAH entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia.Yasmine Benhadj-Djilali ist Architektin und Designerin mit Sitz in Berlin. Auf der interzum 2017 war sie eine der Teilnehmerinnen an der Guided Tour für Architekten. Adrian Sierra Garcia ist Architekt und Künstler mit Wohnsitz in Tijuana (Mexiko) und Berlin.

www.numah.design

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: Galerieraum "Imago Camera", © Jan Peter Sonntag

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: "Soft Target - Hiding Place", mit: Justyna Popławska, © Annette Hauschild

Adrian Sierra Garcia/Oidem: Lichtinstallation "Of Two", Simone-de-Beauvoir-Fußgängerbrücke, Paris, © Jaime Jacques