Köln: 04.–07.05.2021 #interzum

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interzum @home: Product Stages und interzum award

12.04.2021

© Koelnmesse

© Koelnmesse

Mit der neuen Plattform interzum @home wird die Zuliefermesse im Mai 2021 erstmals zu einem vollwertig digitalen Event. Bereichert wird die Online-Messematrix durch spannende Sonderveranstaltungen. Neben drei attraktiven digitalen Stages und der Materialkonferenz materials.cologne werden vor allem die Product Stages sowie die Verleihung des interzum award für internationale Aufmerksamkeit und Reichweite sorgen.

Product Stages: Eine Bühne für Aussteller

Auf den Product Stages erhält jeder Besucher der interzum @home Einblicke in die neusten Trends, Entwicklungen und Angebote der Branche. Die digitalen Bühnen leben von kompakten Kurzvorträgen direkt von den Herstellern selbst. Sie konzentrieren sich ganz auf die Vorstellung von Innovationen und die Weitergabe von Insights zwischen Ausstellern und Fachbesuchern. Dabei bestimmen die Hersteller, welche Themen sie in die Zielbranchen kommunizieren wollen: neue Produkte, Best Practice, F&E oder andere wichtige Themen aus Unternehmenssicht.

Die Product Stages konzentrieren sich ganz auf die Vorstellung von Innovationen und die Weitergabe von Insights zwischen Ausstellern und Fachbesuchern.

Chats und Content Streaming

Die Teilnehmerzahl bei den Product Stages ist unbegrenzt und durch die On-Demand-Verfügbarkeit der Präsentation können die Beiträge noch für eine längere Zeit vom interessierten Publikum angeschaut werden. Die Sitzungen bieten 20 Minuten Raum für Content Streaming mit begleitenden, Session-basierten Chats. Anschließend sind sie über Video-on-Demand abrufbar.

interzum award 2021

interzum award auf der interzum @home

interzum award: digitale Premiere

Die seit vielen Jahren hoch geschätzte Auszeichnung interzum award: intelligent material & design erlebt in diesem Jahr ebenfalls ihre virtuelle Premiere: Die eingereichten Zulieferprodukte für Möbelindustrie und Innenausbau sind digital, die Jurysitzung erfolgt digital und auch die Preise werden digital verliehen – im Anschluss an die Eröffnung der interzum @home auf dem Kanal der Trend Stage .

Vorstellung innovativer Ideen

Der interzum award ist exklusiv den Teilnehmern der interzum @home vorbehalten. Seit vielen Jahren wird er von den Preisträgern als aussagekräftige Botschaft genutzt, um sich nicht nur in Marketing und Vertrieb positiv und wertig vom Wettbewerb abheben. Und damit unterstützen diese Preisverleihung ebenso wie die anderen begleitenden Events das Kernziel dieser Leitmesse: innovative Ideen der Fach-Öffentlichkeit erfolgreich zu präsentieren, die gesamte Branche im zweijährigen Rhythmus zusammenzubringen und nachhaltige, erstklassige Geschäftsbeziehungen anzubahnen.

interzum @home: Programm ist online

26.03.2021

 interzum @home Eventprogramm

interzum @home Eventprogramm

Was bewegt die Möbelbranche, mit welchen überraschenden Neuigkeiten wartet die Zulieferindustrie auf? Welche Geschäfte, welche Bedarfe und welches Umfeld erwartet die Branche in Zukunft? Diese Fragen beantwortet das digitale Eventprogramm der virtuellen interzum @home . Auf drei verschiedenen Stages lassen sich aktuelle Trends digital und live erleben. Fachvorträge und Workshops aus insgesamt elf Ländern bieten vielfältigen On-Demand Content. International renommierte Referenten sorgen für interdisziplinäre Impulse. Denn bei der digitalen Premiere hat nicht nur das Business, sondern auch "Food for Thought" absolute Priorität.

Trend Stage: Zukunftsweisende Konzepte

Katrin de Louw von der Agentur Trendfilter gestaltet die interzum Trend Stage – die Plattform für alle designrelevanten Trends der nächsten fünf Jahre rund um Möbeldesign und Einrichtung. Dabei spielt die gesellschaftliche Entwicklung als Impulsgeber der Marktentwicklung eine ebenso wichtige Rolle wie neue technische Möglichkeiten. Außerdem zeigt diese virtuelle Bühne alles über Material-, Oberflächen und Farbtrends, über ökologische und nachhaltige Produkte sowie Konzepte für die Einrichtung von morgen und übermorgen.

Plattform für alle designrelevanten Trends der nächsten fünf Jahre

Stage Green Smart Materials

Auf der digitalen Bühne Green Smart Materials präsentiert die von Dr. Sascha Peters gegründete Zukunftsagentur Haute Innovation nachhaltige Materialinnovationen und smarte Technologien mit großen Potenzialen für die Branche – zum Beispiel Strukturfarben für Holzoberflächen, 3D-gedruckte Holzfenster oder Stadtmobiliar, das die Luft von Feinstaub befreien kann. Auch der Wandel der gegenwärtigen Produktkultur zu einer Circular Economy wird facettenreich beleuchtet. Insgesamt 32 Vorträge sind geplant, 30 Referenten aus zehn Ländern werden neueste Insights vermittteln.

© Royal Auping

© Royal Auping

Stage Mattress Recycling

Mit zunehmender Sensibilisierung für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Carbon Footprint gewinnt auch die Wieder- und Weiterverwertung ausgedienter Matratzen an Bedeutung. Sie steht deshalb im Fokus der Stage Mattress Recycling , die vom Ferdinand Holzmann Verlag kuratiert wird. Aktuell werden jedes Jahr rund 35 Millionen Matratzen allein in Europa entsorgt. Das Netzwerk rund um die Fachzeitschrift „Möbelfertigung“ bringt daher die großen Namen der Matratzenindustrie auf die digitale Bühne. Unterstützt wird die Stage dabei auch von einer Vielzahl internationaler Branchenverbände. Zuhörer erwartet ein spannender Mix von Vorträgen und Podiumsdiskussionen.

Nachhaltige Materialinnovationen und smarte Technologien mit großen Potenzialen für die Branche

Konferenz materials.cologne

Die Plattform und Konferenz für Design und Innovation materials.cologne konzentriert sich auf den Schwerpunkt Material und Nachhaltigkeit. In Zusammenarbeit mit der interzum @home will Initiator Martin Beeh mit Fachreferaten internationaler Experten zu Materialthemen und in mehreren „Master Classes“ vor allem Designer, Architekten, Innenarchitekten sowie Entscheider aus innovativen Unternehmen ansprechen. „Anlässlich der Premiere der Zuliefermesse interzum als rein digitales Messeformat werden wir täglich eine Kurzzusammenfassung der Vorträge und Master Class-Ergebnisse bei materials.cologne.TV im Netz kommunizieren“, so Martin Beeh zum zusätzlichen Feature der Konferenz.

Einen ersten Überblick über das Rahmenprogramm finden Sie hier .

interzum @home: Trend Stage

18.03.2021

Katrin de Louw

Katrin de Louw

Katrin de Louw organisiert mit ihrer Agentur Trendfilter die Trend Stage der neuen digitalen Plattform interzum @home . Die Trend Stage bietet nicht nur einen Überblick über die global wichtigsten Themen hinsichtlich der Einrichtung von morgen. Sie beleuchtet auch fertigungsrelevante Aspekte für die Industrie. Ein Gespräch mit Katrin de Louw über die Programmschwerpunkte und neue Anforderungen an das Möbeldesign und die Einrichtung in Zeiten der Corona-Pandemie.

Frau de Louw, Sie gestalten das Vortragsprogramm für die Trend Stage. Welche zukunftsweisenden Themen und Entwicklungen werden hier besonders im Fokus stehen?

Wir freuen uns, am 4. Mai mit den Gewinnern des diesjährigen interzum awards starten zu dürfen. Danach spielen wir ein buntes Programm, bei dem die Inhalte so vielfältig gemischt sind, dass für jeden etwas Passendes dabei ist. Themen wie die Digitalisierung, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Wandel durch Megatrends sowie internationale Designtrends spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle, wie praxisnahe, neue Produkte für Hersteller und Einrichter. Globale Farb- und Materialtrends beleuchten wir sowohl aus der wissenschaftlichen Perspektive der Trendforschung als auch aus Sicht der praxisnahen Anwendung.

interzum 2019

Trends in Surfaces & Wood Design von Katrin de Louw auf der interzum 2019

Welche weiteren Zukunftsthemen werden auf der Trend Stage beleuchtet?

Neueste, ökologische Produkte für Möbel und Interior spielen im Programm eine große Rolle: Recycelte Beschichtungen, vegane Holzwerkstoffe und die Perspektiven hinsichtlich des Recyclings von Holzwerkstoffen und Möbeln – Stichwort Cradle-to-Cradle. Wir zeigen Anwendungen für generatives Design, also computergeneriertes Entwerfen. Darüber hinaus stellen wir Ideen für Möbelhersteller vor, wie sie über hybride Vermarktung Ihrer Produkte Mehrwert generieren können, zum Beispiel über die Möbelvermietung. Auch die neuen Erwartungen des Möbelhandels werden wir für Hersteller aufarbeiten. Darüber hinaus gibt es Vorträge für die konkrete Anwendung, zum Beispiel im smarten Möbel als Social Design und Visionen der Einrichtung der Zukunft von namhaften internationalen Designstudios.

Aktuell spielen besonders antibakterielle und antivirale Oberflächen eine wichtige Rolle – hier erwarten wir noch einiges Neues.

Wie gehen Sie auf die aktuelle Situation der Corona-Pandemie ein?

Unter anderem betrachte ich in meinem eigenen Vortrag die generellen Veränderungen durch Corona in der Einrichtung und im Möbeldesign. Aktuell spielen besonders antibakterielle und antivirale Oberflächen eine wichtige Rolle. Meistens handelt es sich dabei um eine zusätzliche Beschichtung bestehender Produkte, die die Viren innerhalb einer bestimmten Zeit verringern oder gar vernichten können. Hier erwarten wir auch in den kommenden Monaten noch einiges Neues.

Wie bewerten Sie grundsätzlich die Pandemie als Treiber für Innovation im Bereich von Materialien und Design?

Corona hat tatsächlich viele Dinge schlagartig verlangsamt oder auch beschleunigt. Die Globalisierung wird damit nicht gestoppt – im Gegenteil, wir haben gemerkt, dass es uns alle angeht, was auf der Welt passiert. Aber trotzdem hat sie hier wie eine „Pause-Taste“ gewirkt. Im Bereich Digitalisierung und New Work hat die Pandemie dagegen ein atemberaubendes Tempo möglich gemacht. Die damit einhergehende Entwicklung hätte sonst noch viele Jahre gedauert. Und es gibt neue Trends, wie das „Sporty Home“ für unsere Fitness in den eigenen vier Wänden. Solche Trends wurden jetzt erst so richtig ins Leben gerufen, haben aber mit Corona schon ihren Zenit erreicht. Denn viele freuen sich auch wieder auf den Besuch im Fitnessstudio oder im Schwimmbad nach der Pandemie.

ZOW 2019

Tiny Spaces von Trendfilter auf der ZOW 2019

Homeoffice und Homeschooling haben die Funktionen der Wohnung erweitert. Andererseits wächst mit den steigenden Mietkosten der Planungsbedarf an kleinen Wohnungen. Wo sehen Sie Lösungsansätze für diesen Bedarf?

Die Multifunktionalität der Möbel und Einrichtung einerseits sowie die Individualisierung durch optimierten Innenausbau auf der anderen Seite erfordern ein Umdenken der Industrie und auch des Handels. Möbel sollten raumübergreifend gedacht, konzipiert und verkauft werden, so dass zum Beispiel Kleiderschrank und Garderobe im Tiny Space eins werden können. Auch die Lösungen für Stauraum müssen optimiert werden, beispielsweise integriert im Sofa oder im Tisch.

Multifunktionalität und Individualisierung erfordern ein Umdenken der Industrie und auch des Handels.

Urbanisierung und Gentrifizierung, aber auch die Überalterung der Gesellschaft sind Prozesse, die unmittelbaren Einfluss auf das Wohnen haben. Wo sehen Sie zurzeit zukunftsweisende Ansätze für das Zusammenleben in begrenzten, alters- und funktionsgerechten Räumen.

Ich glaube, es ist insbesondere ein soziales Thema: Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir zusammenhalten müssen. Viele sind vereinsamt. In zukunftsweisenden Stadtvierteln lebt eine Gemeinschaft, die alle wichtigen Versorgungsmöglichkeiten beinhaltet. Gleichzeitig bietet sie „3rd Places“, auf denen man sich trifft, Spaß hat, vielleicht zusammen Gemüse anbaut, Tiere hält oder gemeinsam kocht, grillt und in der Natur ist. Der demografische Wandel macht solche gemeinsamen und generationsübergreifenden Ideen von Wohngemeinschaften, die sich auch auf ganze Stadtviertel ausdehnen können, extrem wichtig. Das hat natürlich enorme Konsequenzen auf den eigenen Rückzugsort und auf die Weise, wie ich mich einrichte.

Für die Trend Stage der interzum @home werden noch spannende Themen gesucht. Themenvorschläge bitte zeitnah zu Händen von Katrin de Louw per E-Mail – Stichwort: interzum @home Trend Stage.

Start des interzum award

11.03.2021

interzum award 2019

interzum award: intelligent material & design 2019

Teilnehmer der interzum @home 2021 können ab sofort ihre technischen Neuheiten, fortschrittlichen Materialien sowie spannenden Produktinnovationen zum interzum award: intelligent material & design 2021 einreichen. Bis zum 12. April ist die globale Möbelzulieferindustrie eingeladen, sich dem weltweiten Vergleich zu stellen. Der Wettbewerb wird bereits zum elften Mal von der Koelnmesse in Zusammenarbeit mit Red Dot ausgerichtet. Eine Jury entscheidet in den Kategorien Function & Components, Materials & Nature sowie Textile & Machinery über die besten Gestaltungsleistungen der Branche.

Ausgezeichnete Innovationstreiber

„Dieser Wettbewerb unterstreicht die Bedeutung des Wertschöpfungsfaktors ‚Design‘. Unsere Preisträger nutzen das Label erfolgreich, um sich auf einem großen Markt positiv von der Konkurrenz abzugrenzen“, so Maik Fischer, Director interzum. Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot, ergänzt: „In diesen auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es umso wichtiger, die eigenen Leistungen selbstbewusst zu kommunizieren. Eine Auszeichnung im interzum award zeigt, dass ein Unternehmen zu den Innovationstreibern der Branche gehört.“

„Dieser Wettbewerb unterstreicht die Bedeutung des Wertschöpfungsfaktors Design."

Maik Fischer
Director interzum

interzum award 2019

Ausstellung interzum award 2019

Kostenfreie Teilnahme

Der interzum award: intelligent material & design richtet sich exklusiv an die Teilnehmer der neuen digitalen Business-Plattform interzum @home 2021 . Diese können ab sofort und kostenfrei mit ihren Innovationen und Detaillösungen am Wettbewerb teilnehmen – mit einem oder mehreren Produkten zugleich. Einreichungen werden in diesem Jahr ausschließlich digital entgegengenommen.

Anmeldungen sind in den folgenden Kategorien möglich:

Function & Components
Licht und (digitale) Lichtsysteme, Halbfertigfabrikate für Kasten-, Küchen-, Büro- und Gestellmöbel, Beschläge, (digitale) Schlösser, Möbeleinbauteile, Scharniere, Verbinder etc.

Materials & Nature
Holz, Furnier, Parkett, Innenausbau, dekorative Oberflächen, Dekorpapiere, Laminate, Holzwerkstoffe, Schichtstoffe, Mineralwerkstoffe, Kanten, Oberflächenbehandlungen, Prägezylinder, Bleche, natürliche Materialien etc.

Textile & Machinery
Maschinen für die Polster- und Matratzenfertigung, Polstermaterialien, Polstereizubehör, Bezugsmaterialien, Leder, Klebstoffe, Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren für Matratzen, smarte Textilien (lichtleitend o.Ä.) etc.

Jury bewertet Einreichungen

Eine Jury bewertet sämtliche Wettbewerbsbeiträge in Hinblick auf ihre gestalterische Qualität, ihr Innovationspotenzial sowie Aspekte wie Nachhaltigkeit oder eine sinnvolle Einbindung digitaler Komponenten. Insgesamt sechs Juroren werden gemeinsam über die Einreichungen entscheiden, die Auszeichnungen für Hohe Produktqualität vergeben und herausragende Leistungen, die neue Standards setzen, als Best of the Best würdigen.

Hier geht es zur Anmeldung

interzum verlegt 2021 die Messe ins Netz

18.02.2021

interzum @home

interzum @home

Die interzum findet vom 4. bis zum 7. Mai als rein digitale Veranstaltung statt. Aufgrund der weiterhin dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie hat sich die Messeleitung in enger Abstimmung mit der Branche dafür entschieden. „Unsere Aussteller brauchen jetzt Planungssicherheit", kommentiert Oliver Frese, Chief Operating Officer der Koelnmesse. „Mit unserer digitalen Lösung interzum @home bieten wir den Zulieferern der Möbelindustrie und des Interior Designs eine hochattraktive Plattform, ihre Innovationen auf einer digitalen Weltbühne zu präsentieren“, so der Geschäftsführer weiter.

Internationale Community

Als internationale Leitmesse der Zulieferindustrie und als Thinktank der Einrichtungsbranche führt die interzum eine neue digitale Infrastruktur ein: Die Plattform interzum @home bietet Ausstellern die Chance, sich neue, noch internationalere Zielgruppen zu erschließen und ihre Lösungen einer weltweiten Community vorzustellen. Besucher können sich jederzeit live dazuschalten und präferierte Inhalte nach Belieben abrufen. Die angebotenen Formate reichen von Panels über Kamingespräche und Masterclasses bis hin zum Virtual Café.

Weltweite Community

Weltweite Community

Brücke zur interzum 2023

„Mit der interzum @home bietet uns die Koelnmesse in diesen so außergewöhnlichen Zeiten eine optimale Brücke hin zur interzum 2023. Das begrüßen wir von Seiten der Industrie sehr", so Dr. Andreas Hettich, Vorsitzender des Fachbeirates der interzum . „Die digitale Plattform ermöglicht uns, unsere Produkte und Innovationen einem breiten Publikum vorzustellen und so eine maximale Reichweite zu erzielen, auch wenn es eine Präsenzmesse sicherlich nicht ersetzen kann." Mit Hettich, Blum, Häfele und Vauth-Sagel kündigten schon die ersten Marktführer an, ihre Neuheiten auf der neuen Business-Plattform digital zu präsentieren.

Produkte im Fokus

Neben dem Networking stehen aber selbstverständlich auch die Produkte und Insights im Fokus. Vielfältige Möglichkeiten zur Präsentation von Produkten und Lösungen sowie Wissen und Trends bieten unter anderem der digitale Aussteller-Showroom, Auftritte auf der Product Stage, sowie Round Tables und Virtual Cafés. Damit erreicht die interzum auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein weltweites Publikum und damit die Entscheider und Meinungsmacher auf allen Kontinenten der Erde.

Interaktives Networking

Interaktives Networking

Digitale Tools für maximale Reichweite

Ziel der digitalen Plattform ist eine Maximierung der Gesamtreichweite in der aktuellen Situation. Die Erschließung neuer internationaler Kontakte ist dabei genauso wichtig wie das Aufrechthalten von Kontakten zu bestehenden Kunden. „Die interzum @home lebt sehr stark vom und für das Networking: Die Aussteller und Besucher haben z.B. die Möglichkeit, unter allen Teilnehmern genau die richtige Person für ihr persönliches Business zu finden", sagt Maik Fischer, Director der interzum . „Über den visuellen Discovery Graph können relevante Kontakte und Unternehmen ganz einfach, unterhaltsam und interaktiv ausfindig gemacht werden – entweder über die Netzwerke, persönliche Kontakte oder über ein Matching mit den angegebenen Interessen.“

Vertrieb gestartet

Das Messeteam wird in den nächsten Wochen u.a. Webinare mit Live-Demonstrationen für verschiedene Märkte durchführen, um die Funktionalitäten und die Möglichkeiten der digitalen Plattform zu präsentieren. Darüber hinaus bietet die Website der interzum vielfältige Informationen rund um die interzum @home . Damit möchte das Team der interzum alle teilnehmenden Unternehmen der bei der Umsetzung einer optimalen Präsentation bestmöglich unterstützen.

Green Smart Materials

14.01.2021

Cassina Croque La Pomme

Sofa von Cassina aus Apfelleder (Design: Philippe Starck)

Leder aus Apfelresten, 3D-gedruckte Architekturteile aus Cellulose oder Strukturfarben für Holzoberflächen – Innovationen bei Materialien und ihrer Verarbeitung finden aktuell im Spannungsfeld zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit statt. Der Berliner Materialexperte Dr. Sascha Peters beschäftigt sich anlässlich der interzum 2021 mit aktuellen Neuheiten aus diesem Bereich.

Wandel zur nachhaltigen Produktkultur

Wir befinden uns in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft: Digitale Systeme verändern die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von Produkten. Das hat auch Auswirkungen auf das Möbel- und Interiordesign. Andererseits erwarten wir in den nächsten Jahren den Wandel der Produktkultur hin zu einer Circular Economy. Dieser Wandel hat mit Initiativen wie Fridays for Future nicht nur auf politischer Ebene einen neuen Höhepunkt erreicht. Auch unter Designern und Architekten regt sich der Wunsch nach einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Die Nachfrage nach Produkten und Prozessen mit reduzierten CO2-Emissionen wächst. Denn die Klimakrise entwickelt sich zu einer Bedrohung für unseren Wohlstand.

Dr. Sascha Peters

Dr. Sascha Peters

Vielzahl neuer Entwicklungen

Unternehmen werden von dieser Entwicklung profitieren – wenn sie es schaffen, die Potenziale der Digitalisierung mit der Notwendigkeit einer nachhaltigen Produktkultur zu kombinieren. Dafür müssen sie entsprechende Angebote am Markt platzieren. In einigen Bereichen hat diese Veränderung schon einen disruptiven Charakter. Das trifft vor allem auf Produktionsmethoden zu, bei denen klassische Verfahren um solche aus der Additiven Fertigung ergänzt, kombiniert oder ersetzt werden. „Hier sind in den letzten Monaten eine Vielzahl neuer Entwicklungen präsentiert worden, die bestehende Materialanwendungen perspektivisch ersetzen können“, so Dr. Sascha Peters.

Innovative Technologien

Im Materialbereich sind in den letzten Jahren erstaunliche Entwicklungen geglückt. So werden zum Beispiel Abfälle der Agrarindustrie für die Produktion von Lederersatz verarbeitet. Aus Apfelresten entsteht so das Material für vegane Sneakers oder Polstermöbel. An der Singapore University of Technology and Design (SUTD) wurde ein roboterbasierter Fertigungsprozess entwickelt, mit dem sich hochfeste architektonische Strukturen aus reiner Cellulose und Chitin realisieren lassen. An der Aalto Universität in Helsinki konnte eine Technologie entwickelt werden, mit der sich so genannte Strukturfarben in Holzoberflächen einbringen lassen. Diese verleihen dem Material eine Farbigkeit ohne den Einsatz von Pigmenten.

Sonderfläche "Disruptive Materials"

Sonderfläche "Disruptive Materials" auf der interzum 2019

Blick auf wegweisende Möglichkeiten

Materialien mit nachhaltigen Qualitäten werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Sie werden dabei um digitale und integrierte Funktionalitäten ergänzt. Damit können sie die Ressourceneffizienz in Möbelbau, Design und Architektur enorm steigern. Nachhaltigkeit und Digitalisierung stecken so den Möglichkeitsraum für zukunftsweisende Innovationen ab. Ausgehend von dieser Entwicklung beschäftigt sich Dr. Sascha Peters für die interzum 2021 mit einigen der jüngsten Materialneuheiten und smarten Technologien. Seine Berliner Zukunftsagentur Haute Innovation recherchiert weltweit „Green Smart Materials“. Mit Blick auf die vergangenen Präsentationen der Agentur darf man auf die Ergebnisse sehr gespannt sein.

Einrichtung nach Corona

11.01.2021

Hettich Schreibtisch

Elektromotorisch höhenverstellbarer Schreibtisch von Hettich

In die Zukunft zu blicken ist nicht leicht – das gilt umso mehr, wenn eine Pandemie das Leben auf den Kopf stellt. Ob die Corona-Krise einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Wohnkultur haben wird, bleibt daher abzuwarten. Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass bestehende Trends im Interior Design verstärkt werden und neue Themen in den Fokus rücken. Sie ergänzen Entwicklungen, die schon länger unsere Lebenswelt verändern, wie die zunehmende Urbanisierung, den demographischen Wandel oder die Digitalisierung. Mit solchen gesellschaftlichen Megatrends wandeln sich auch Räume und Möbel.

Neuer Blick auf das Zuhause

Viele Menschen verbringen in der aktuellen Situation mehr Zeit als sonst in den eigenen vier Wänden. Sie nehmen ihr Zuhause dadurch anders wahr. Auch die Arbeit im Homeoffice verändert den Blick auf die persönliche Umgebung. Die Einrichtung wird überdacht oder um zusätzliche Funktionen ergänzt. Mit solchen Veränderungen des Wohnumfelds haben sich Hersteller von Möbeln und Möbelzubehör schon vor Corona beschäftigt: Für die allgemeine Verkleinerung der Wohnflächen oder für die zunehmende Verbindung von Wohnen und Arbeiten haben sie neue Lösungen entwickelt. Mit der Pandemie gewinnen diese nun eine zusätzliche und zugleich wachsende Bedeutung.

Hettich Homeoffice

Homeoffice-Lösung von Hettich

Mehr Wandlungsfähigkeit

Flexibilität ist ein wichtiges Stichwort im Zusammenhang mit neuen Wohnformen. Angesichts von Homeoffice und Homeschooling wird bei vielen das eigene Heim um neue Funktionen erweitert. Der Küchentisch eignet sich allerdings nur bedingt als Arbeitsplatz. Mehr denn je ist daher eine Einrichtung gefragt, die sich dem vorhandenen Raumangebot und unterschiedlichen Situationen anpassen lässt. Wenn aus Platzgründen Wohn- und Arbeitsbereich nicht getrennt werden können, bieten multifunktionale oder modulare Möbel und Möbelsysteme clevere Lösungen. Sie sind raumsparend, praktisch und genügen sowohl funktionalen als auch wohnlichen Ansprüchen.

Blum Boxsystem

Variables Boxsystem mit grifflosen Fronten von Blum

Vorbeugende Hygiene

Gesundheit und Hygiene stehen aufgrund der aktuellen Situation besonders hoch im Kurs. Das betrifft auch das Interieur von öffentlichen und privaten Räumen. Beim vorbeugenden Infektionsschutz helfen leicht zu reinigende Oberflächen wie Möbeldekore mit antibakteriellen Eigenschaften. Dabei sind neuere Produkte extrem elastisch und flexibel, was deren Einsatzmöglichkeiten erweitert. Resistent gegen Schmutz sind auch innovative synthetische Bezugsstoffe für Polstermöbel. Sie lassen sich rückstandslos reinigen und sind zudem beständig für Desinfektionsmittel. Eine schnelle und gründliche Reinigung ermöglichen außerdem grifflose Möbelfronten. Dabei wird das Öffnen und Schließen von Klappen, Türen oder Auszügen mit Push-to-open erleichtert. Besonders komfortabel sind neuere Öffnungssysteme mit elektromechanischer Funktion.

Gera Leuchten Homeoffice

Beleuchtung für das Homeoffice von Gera

Komfort durch Technik

Apropos Elektrik – auch die technische Ausstattung von Innenräumen erhält mit Corona neues Gewicht. Elektronisch höhenverstellbare Tische oder Möbeloberflächen mit Ladefunktion sind nur einige Möglichkeiten, das Homeoffice komfortabler zu gestalten. Gerade in der dunklen Jahreszeit unterstützt auch eine gute Beleuchtung das persönliche Wohlbefinden. Licht fördert die Konzentration oder trägt zur Entspannung bei. Es lässt sich aber auch unmittelbar zum Gesundheitsschutz einsetzen: UV-LEDs können mit direkter Bestrahlung Oberflächen entkeimen. Sie können heute entweder zusätzlich zur Alltagsbeleuchtung eingesetzt oder in bestehende Leuchten eingebaut werden.

Rauvisio crystal vario

Oberflächenkollektion Rauvisio crystal vario von Rehau für individuelle Lösungen

Individuelle Lösungen

Je unsicherer die Zeiten werden, desto größer ist das Bedürfnis nach einem selbst gestalteten Rückzugsort. Schon vor der Corona-Krise haben sich Designer und Hersteller mit der Individualisierung der Einrichtung beschäftigt. Innovative Werkstoffe und digitale Verfahren wie der 3D-Druck bieten heute die Möglichkeit, Produkte auch innerhalb eines Programms individuell und maßgeschneidert zu gestalten. Das könnte auch bei der Entwicklung alternativer Formate helfen, wo die Pandemie das Verlassen bewährter Wege erfordert. So bietet sich mit der Krise zugleich die Chance für Kreativität und neue Lösungen.

Leichtbau Symposium

23.09.2019

Firmensitz der Jowat SE

Firmensitz und Audimax der Jowat SE in Detmold

Am 26. September veranstaltet die Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. ein Symposium zu neuen Entwicklungen und Produkten. Auf dem Programm stehen Vorträge aus Wissenschaft und Forschung sowie Anwendungen.

Angesichts von Diskussionen um eine Vermeidung von CO2 ist der Trend zum Leichtbau ungebrochen. Als Partner fördert die interzum daher das Symposium in Detmold und unterstützt die Interessengemeinschaft Leichtbau bei der Planung und Durchführung.

Leichtbau-Platten

Leichtbau-Platten, © igeL e.V.

Drei Themenblöcke

Das Symposium beleuchtet in zwölf Vorträgen zukunftsweisende Entwicklungen. Aufgeteilt in drei Vortragsblöcke werden unter den Rubriken Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Innovation namhafte Referenten wegweisende Themen behandeln. Aktuelle Forschungsergebnisse stehen dabei ebenso im Fokus wie neue Produkte und Fertigungstechniken.

Innovative und nachhaltige Lösungen

Eröffnet wird das Symposium mit einer Keynote zur Zukunft der Digitalisierung bei der Leichtbau-Produktion. Neben der Frage, welche Rolle Virtual Reality für die Möbelindustrie spielen kann, geht es im ersten Vortragsblock auch um datenbasierte Fertigungsmethoden. Im Themenblock Nachhaltigkeit werden neue Produkte wie die flexible Aerowood Platte und andere nachhaltige Lösungen vorgestellt. Dass die Entwicklungen der Papierwabe noch lange nicht abgeschlossen sind, werden weitere Vorträge im Block Innovation zeigen.

Audimax der Jovat SE

Vorträge im Audimax der Jovat SE

Gelegenheit zum Networking

Zwischen den Vortragsblöcken besteht neben Networking auch die Möglichkeit zum Besuch einer Begleitausstellung mit Leichtbau-Produkten. Ein „Heißer Stuhl“ gibt Besuchern die Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu stellen. Abgerundet wird das Programm mit einer Abendveranstaltung.

Das Symposium findet am Standort der Jowat SE in Detmold statt. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite der Interessengemeinschaft Leichtbau e.V.

interzum 2021: Trend Case Digitaldruck

17.07.2020

Sonderfläche Digitaldruck auf der interzum 2019

Sonderfläche Digitaldruck auf der interzum 2019

Mit einer erweiterten Sonderfläche zeigt die kommende interzum innovative Lösungen zum Thema Digitaldruck. Mit diesem lassen sich Lösungen im Interior Design mit geringem Aufwand umsetzen. Oberflächen können dank der dynamischen Druckbildgestaltung einzigartig gestaltet werden. Auf qualitativ hochwertige Weise ermöglicht das Verfahren so die industrielle Einzelfertigung ab Losgröße 1. Damit ist der Digitaldruck prädestiniert für die schnelle Umsetzung von individuellen Kundenwünschen.

Erweiterte Sonderschau

In ihrer Rolle als Impulsgeber und Plattform für Innovationen fokussiert die interzum auch 2021 auf den Digitaldruck. Nach der Premiere 2019 gibt sie dieser Technologie bei der kommenden Ausgabe einen deutlich breiteren Raum innerhalb der Messe. Mit der Sonderschau Trend Case Digital Printing haben Aussteller erneut die Möglichkeit, innovative Produktlösungen zu diesem Thema einem interessierten Fachpublikum vorzustellen.

interzum 2019: Sonderfläche zum Digitaldruck

interzum 2019: Sonderfläche zum Digitaldruck

Antworten für das Fachpublikum

Im Mittelpunkt des Trend Case stehen verschiedene Einsatzmöglichkeiten und die Vielfalt des modernen Digitaldrucks: on demand oder costumized, im Direktdruck oder auf Motivträger. Auf jede offene Frage von Möbelherstellern, Designern, Innausbauern oder Architekten wird es eine Antwort geben – zu Vorteilen und Risiken, zu technischen und gestalterischen Herausforderungen, zu bedruckbaren Materialien und technischen Umsetzungen.

Ermöglichung von Geschäftskontakten

Fachbesuchern werden mit der Sonderschau nicht nur die Möglichkeiten des Digitaldrucks aufgezeigt. Sie erhalten auch unmittelbare Geschäftskontakte zu entsprechenden Anbietern. Hierfür lädt die interzum zu diesem Hotspot alle Unternehmen als Aussteller ein, die Komponenten, Dienstleistungen, Maschinen oder außergewöhnliche Applikationen im Digitaldruck anbieten.

interzum 2019: Sonderfläche zum Digitaldruck

interzum 2019: Sonderfläche zum Digitaldruck

Abbildung der Wertschöpfungskette

Erklärte Zielstellung der interzum ist es, mit der Sonderschau die Wertschöpfungskette des Digitaldrucks geschlossen und vielseitig abzubilden. Besuchern wird ein One Stop Shopping geboten, das alle Bedarfe und Situationen abdecken kann. Positioniert ist die Sonderfläche im Segment Materials & Nature , in dem auch die zahlreichen Oberflächenspezialisten mit ihren Neuigkeiten aufwarten. Damit bieten sich für Fachbesucher vielfältige Möglichkeiten der Inspiration.

Green Product Award 2020

04.11.2019

Die interzum bietet eine Plattform für Innovationen und ist daher unter anderem Partner des Green Product Award. Noch bis zum 15. November läuft die Cool Bird Einreichungsphase.

Der internationale Green Product Award zeichnet Unternehmen, Start-ups und Studenten für nachhaltige Produkte und Services aus. Aspekte der Bewertung sind Design, Innovation und Nachhaltigkeit. Seit 2013 haben sich Teilnehmer aus 40 Ländern um den Preis beworben. Die Awards werden in 13 Kategorien separat für Unternehmen und Start-ups vergeben. Daneben widmet sich der Green Concept Award Konzepten für eine grüne Zukunft.

KUORI, Sarah Harbarth, UDK Berlin

Einreichung für 2020: KUORI, Lederalternative aus Bananenschalen, Sarah Harbarth, UDK Berlin

Lösungen zum Thema „Future Village"

Zum siebten Mal können nun grüne Produkte und Konzepte beim internationalen Green Product Award eingereicht werden. Dieses Jahr sind Hersteller, Designstudios und Agenturen eingeladen, Ihre Lösungen zum Thema „Future Village“ einzureichen. Die Award-Einreichungen füllen das grüne Haus der Zukunft, wo nachhaltiges Wohnen & Arbeiten erlebbar gemacht wird – in den Kategorien Architektur, Bad, Elektronik, Fashion, Kinder, Konsumgüter, Küche, Material, Mobilität, Outdoor, Office, Wohnen & Freestyle.

Aussteller unter den Winnern

Die interzum ist Partner des Green Product Awards. Unter den bisherigen Winnern waren auch Aussteller der internationalen Zuliefermesse wie das Unternehmen Organoid Technologies, das Tapeten aus natürlichen Materialien wie Almwiesenblüten herstellt. Zu den bisherigen Einreichungen für 2020 gehören akustische Wandverkleidungen aus Mycel, eine Lederalternative aus Bananenschale oder Lampenschirme aus Avocadokernen.

Wallpaper Organoid Technologies GmbH

Organoid Wallpaper Almwiesn, Organoid Technologies GmbH

Cool Bird Phase

Noch bis zum 15. November läuft die „Cool Bird“-Phase für Einreichungen zum Green Product Award 2020. Wer es bis dahin nicht schafft, kann auch noch bis zum 10. Januar 2020 einreichen, um Teil des „Future Village“ und der Spin-Off Projekte zu werden. Im März werden dann die Gewinner und Nominierten (Selection) präsentiert.

Zur Registrierung und Einreichung geht es hier .

interzum 2021 und 2023: Anmeldung möglich

30.01.2020

interzum, Foto: © Koelnmesse

interzum, Foto: © Koelnmesse

Die nächste interzum – Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau – wird vom 4. bis 7. Mai 2021 auf dem Messegelände in Köln stattfinden. Die Anmeldephasen zur interzum 2021 und 2023 ist am 9. Januar gestartet, was Ausstellern eine verbesserte Planungssicherheit bietet.

Wie 2019 stehen für die kommende interzum die Hallen 3 bis 11 bereit. Neu hinzu kommt die dann gerade in Betrieb genommene, moderne Messehalle 1 Plus. Sie erweitert den intensiv nachgefragten Ausstellungsbereich „Materials & Nature“ und ermöglicht eine insgesamt optimierte Geländeplanung.

Außerdem sind weitere Verbesserungen vorbereitet: Erstmalig können sich Aussteller auch schon für die darauffolgende interzum 2023 anmelden, die vom 9. bis 12. Mai 2023 stattfinden wird. Dies beschleunigt deutlich die Messeaufplanung und gibt den Ausstellern damit mehr Raum für eine langfristige Planung ihrer Messebeteiligung.

Das um einen Monat vorgezogene Ende des 1. Early Birds für die interzum 2021 endet am 15. Juni 2020. Auch das wird die planerischen Prozesse beschleunigen helfen, sodass die interzum-Aussteller viel eher konkrete Standangebote in ihren Händen halten und sich entsprechend langfristiger vorbereiten können.

Die Anmeldung zur interzum 2021 und interzum 2023 wird erstmals ausschließlich online erfolgen, dafür hat die Koelnmesse auf www.interzum.de entsprechende Links hinterlegt.

interzum 2021: Optimistischer Ausblick

18.06.2020

interzum

Die interzum ist auf Erfolgskurs

Große Nachfrage für die kommende interzum. Mit vielfältigen Maßnahmen stellt sich die Messe neuen Herausforderungen. Als zentrales Branchenevent in bzw. nach der Corona-Pandemie hat die kommende interzum eine besondere Bedeutung. Einerseits gibt es schon jetzt ein großes Verlangen nach persönlichen Begegnungen unter Geschäftspartnern. Auf der anderen Seite stärkt die Präsentation innovativer Produktentwicklungen das Wiederhochfahren der Wirtschaft.

Große Nachfrage der Branche

Wenn die internationale Leitmesse der Zulieferer für Möbelindustrie und Innenausbau vom 4. bis zum 7. Mai 2021ihre Tore öffnet, trifft sich die Branche wieder in Köln. „Alle Unternehmen unserer Ausstellerklientel sehnen die kommende Veranstaltung geradezu herbei“, stellt interzum-Director Maik Fischer fest. So registriert das Team der interzum bereits elf Monate vor Eröffnung der Leitmesse eine große Nachfrage und zahlreiche Buchungen – von bekannten Namen der Vorveranstaltungen und Branchengrößen ebenso wie von Newcomern und Start-ups.

interzum 2019

interzum 2019

Neue Formate für Trends

Dass die interzum das weltweite Interior Design wie in der Vergangenheit prägen wird, liegt maßgeblich am gelungenen Messekonzept. Dieses wird vom Veranstalter-Team immer feiner justiert. Neben dem bestens bekannten interzum award wird deshalb die nächste Veranstaltung u.a. mit Trend Foren und Trend Cases überraschen – derzeit noch abstrakte Begriffe, zu denen nähere Informationen in Kürze folgen.

Neue Trendformate

Neue Trendformate

Erweiterung digitaler Angebote

Die Entwicklungen in der Corona-Krise setzen neue Schwerpunkte auch bei tradierten Messeformaten. Auf den Schub weltweiter Digitalisierung wegen des Lockdowns antwortet die interzum mit der Erweiterung digitaler Angebote. Die Spannweite erster Lösungsansätze für die Ausgabe 2021 wird dabei von cleveren Marketingmaßnahmen bis hin zur IT-gestützten Vor- und Nachbegleitung der Messe reichen.

Piazza Digitaldruck

interzum 2019 – Piazza Digitaldruck

Umfassende Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

Die Gesundheit aller Aussteller und Besucher steht natürlich im Mittelpunkt der Messeplanung. Das mit den Behörden abgestimmte Sicherheits- und Hygienekonzept umfasst ein detailliertes Maßnahmenpaket. Vorgaben für die Prozesse an den Eingängen, in den Hallen und auf den Ständen ermöglichen angemessene Hygiene und den Abstand der Akteure. „Wir setzen auf das professionelle Verhalten der Aussteller und Besucher, werden eine Vollregistrierung der Teilnehmer vornehmen und die Flexibilität und Größe unseres Geländes sowie die Möglichkeiten unserer digitalen Leitsysteme nutzen,“ so Maik Fischer zu den geplanten Maßnahmen.

Digitale Leitsysteme

Verstärkte Nutzung der digitalen Leitsysteme

Sehr guter Anmeldestand

Zum jetzigen Zeitpunkt haben alle auf der letzten Veranstaltung präsenten Branchengrößen ihre Teilnahme 2021 verbindlich zugesagt. Auch viele KMU und manche Newcomer haben bereits gebucht. Besonders schön ist, dass der eine oder andere Rückkehrer den zentralen Welthandelsplatz der Zulieferer in Köln wieder favorisiert. Dazu gehört beispielsweise die im Holzwerkstoffbereich international tätige Unternehmsgruppe Finsa. Über die Hälfte des aufgeplanten Ausstellungsgeländes ist bereits fest belegt. So wird die kommende interzum nach jetzigem Stand ein hochwertiges Branchenevent, das direkt an den Erfolg der Ausgabe von 2019 anknüpft.

Material und Digitalisierung: materials.cologne

26.02.2020

materials.cologne

materials.cologne Event für Material und Digitalisierung

Am 22. und 23. Oktober findet in Köln die materials.cologne statt. Die von interzum und ZOW geförderte Mitmach-Konferenz beleuchtet „Material und Digitalisierung“.

Konferenz für Design und Innovation

Das interdisziplinäre Event materials.cologne wird in der Kölner Industrie- und Handelskammer veranstaltet. Die zweitägige Konferenz für Design und Innovation bietet den Besuchern Einblick in aktuelle Best-Practise-Beispiele. Gemeinsam werden kommende technische und gestalterische Möglichkeiten erörtert. Im Mittelpunkt stehen dabei der Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie das Networking.

Digitale Methoden und Prozesse

Die Konferenz 2020 bietet als Mitmach-Veranstaltung ein vielfältiges Programm. Mit dem Fokus auf Material und Digitalisierung zeigt sie beispielhafte digitale Methoden und Prozesse. Außerdem werden Perspektiven und neue Anwendungsmöglichkeiten beleuchtet. Konkret geht es um die Bereiche Projekt- und Prozessmanagement, Recherche, Entwurf, Darstellung, Visualisierung, Animation, Prototypisierung, Produktion und Evaluation.

materials.cologne 2019

materials.cologne 2019

Fachseminar und Workshop-Parcours

Am ersten Tag der materials.cologne findet ein Fachseminar statt. Referenten sind renommierte Experten aus Design, Architektur, Hochschule und Wirtschaft. Abends gibt es die Möglichkeit zum Get-Together im Restaurant des Museum Ludwig. Neue Projektimpulse bietet auch der Workshop-Parcours am zweiten Tag. Gemeinsam werden in Arbeitsgruppen nach dem Makeathon-Prinzip Material-Innovationen entdeckt und neue Produkte, Objekte, Räume entwickelt.

Die Konferenz kann an einem Tag oder an beiden Tagen besucht werden. Mitglieder zahlreicher Branchen- und Berufsverbände erhalten für die Teilnahme an der materials.cologne Vergünstigungen. Die Anerkennung als Fortbildung für Architekten durch die Architektenkammer NRW ist beantragt.

Interessierte erhalten hier weitere Informationen oder können sich direkt anmelden .

Stimmen zur interzum guangzhou 2020

06.08.2020

interzum guangzhou 2020

interzum guangzhou 2020

Im südchinesischen Guangzhou fand vom 27. bis 30. Juli Asiens größte Fachmesse für die Möbelherstellung und Innendekoration statt. Die interzum guangzhou war die erste große Plattform für die internationale Möbelzulieferindustrie in der zweiten Jahreshälfte. Entsprechend groß war die Resonanz auf die Veranstaltung, zu der mehr als 800 Aussteller aus 16 Ländern und rund 100.000 Besucher angereist waren. Das Feedback der Aussteller und Besucher zur Messe war insgesamt sehr positiv.

Große Besucherresonanz

„In der gegenwärtigen Situation ist es für unsere Kunden am wichtigsten, sich bei unseren Veranstaltungen wohl und sicher zu fühlen“, erklärte Keith Tsui, Geschäftsführer der chinesischen Tochtergesellschaft der Koelnmesse. „Als Eventprofis sehen wir uns in der Lage, auch in Zeiten wie diesen Bedingungen zu schaffen, die Messen förderlich sind.“ Am dritten Tag der interzum guangzhou wurde im Vergleich zu früheren Veranstaltungen sogar ein Besucherrekord erreicht: "Dies zeigt, dass sich unsere Besucher sicher fühlten und gerne mehrere Tage und mehr Zeit auf unserer Messe verbrachten", so Keith Tsui.

interzum guangzhou 2020

interzum guangzhou 2020

Positives Feedback von Ausstellern

Auf Ausstellerseite war die Resonanz ebenfalls sehr gut. „Zunächst hat mich die hohe Aussteller- und Besucheranzahl beeindruckt“ sagte Dr. Rajat Agarwal, Corporate Vice President von Henkel in China. „Darüber hinaus ist die Messe extrem gut organisiert und sehr sauber. Insgesamt also eine sehr gelungene Veranstaltung.“

Auch Simon Jenkinson, President von LINAK (Shenzhen), verwies auf die hohe Besucherzahl: „Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Messe besser besucht ist als erwartet. Es sind mehr Menschen hier als gedacht. Zudem treffen wir hier viele unserer alten Bekannten aus der Branche wieder, die wir schon seit langer Zeit nicht mehr gesehen haben. Dies war die erste Gelegenheit, uns bei unseren Kunden und Ansprechpartnern persönlich wieder auf den neuesten Stand zu bringen.“

Detaillierte Hygienekonzepte

„Für alle unsere Veranstaltungen – ob in Köln mit unserem Konzept B-SAFE4business oder im Ausland in Abstimmung mit unseren Tochtergesellschaften – haben wir detaillierte Hygienekonzepte entwickelt, die es unseren Kunden ermöglichen, im direkten Miteinander Geschäfte zu machen“, versichert Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse.

„Messen sind für das weltweite Wirtschaftsgefüge absolut systemrelevant, für viele Teilnehmer sogar von existenzieller Bedeutung. 90 Prozent der Aussteller im Programm der Koelnmesse gehören zum Mittelstand, internationale Fachmessen sind für sie das wesentliche Tor zum Weltmarkt“, stellt Gerald Böse fest. „Als internationaler Messeveranstalter ist es unsere Aufgabe, den beteiligten Branchen die nötige Antriebskraft für ihr Business zu geben. Und diese Aufgabe nehmen wir ernst.“

ZOW 2020: Tipps zum Messebesuch

30.01.2020

Sonderschau [Tiny] Spaces

ZOW 2020, Sonderschau [Tiny] Spaces: From Square Meters to Shared Meters

Vom 4. bis 6. Februar 2020 lädt die ZOW wieder nach Bad Salzuflen ein. Hier finden Sie einige Tipps zum Besuch der Fachmesse für Möbelfertigung und Innenausbau.

Die „Zuliefermesse Ostwestfalen“, kurz ZOW, ist seit 1995 fester Termin im Orderzyklus und damit im Kalender der Möbelindustrie. Anfang Februar zeigen alle Unternehmen, denen Kundenbeziehungen zur deutschen und nord-ost-europäischen Möbelindustrie wichtig sind, ihre Neuheiten auf der Messe. Einen Überblick zu den diesjährigen Ausstellern bietet die Ausstellersuche der ZOW.

Sonderschauen liefern Mehrwert

Neben den Präsentationen der Aussteller liefern Sonderschauen weiteren wertvollen Input. In der Sonderschau [Tiny] Spaces: From Square Meters to Shared Meters präsentiert Designerin und Trendscout Katrin de Louw drei Szenarien, die nachhaltige Impulse für die zunehmend nachgefragten „Tiny und Shared Spaces“ geben. Denn der Wohnraum in den globalen Metropolregionen wird immer knapper und die Bevölkerung in vielen Ländern immer älter – die Möbelbranche muss neue Lösungen für neue Wohnwelten finden.

ZOW 2018, igeL e.V.

Stand der Interessensgemeinschaft Leichtbau e.V.

Leichtbau im Fokus

Der Gemeinschaftsstand der Interessensgemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL) stellt ganz unterschiedliche Leichtbauwerkstoffe und Anwendungen vor, um Material zu sparen und Ressourcen zu schonen – ein immer wichtiger werdendes Thema auch in der Einrichtungswelt. Die Sonderfläche auf der ZOW bietet Besuchern die Möglichkeit, sich zu ganz unterschiedlichen Leichtbauwerkstoffen, den jeweils passenden Verbindungslösungen sowie über entsprechende Werkzeuge und Anwendungen zu informieren. Außerdem bietet sie eine Gelegenheit, weitergehende Geschäftsverbindungen aufzubauen.

Zukunft des Wohnens

Auf der ZOW 2020 präsentiert die Sonderschau Best of PURE TALENTS CONTEST by imm cologne 2020 eine Auswahl an wegweisenden Ideen für die Gestaltung der Lebensräume von morgen. Mit dem PURE TALENTS CONTEST veranstaltete die imm cologne Anfang des Jahres bereits zum 17. Mal einen der international renommiertesten Design-Wettbewerbe für junge Gestalter. Für die diesjährige Ausgabe haben sich 723 junge Designer aus 59 verschiedenen Ländern mit 862 Arbeiten beworben. Eine Auswahl der besten Einreichungen wird im Rahmen der ZOW gezeigt.

Einen Ausblick auf die Innovationen der Aussteller 2020 bietet die ZOW auf ihrer Website . Der Eintritt zur ZOW ist frei. Ein kostenloses Ticket kann online angefordert werden.

Fließende Wohnwelten

16.09.2019

Wohnzimmer von Sonae Arauco

Kollektion „innovus“ von Sonae Arauco

Wie werden wir uns künftig einrichten, wenn sich Wohnbereiche immer mehr miteinander verbinden? Aussteller der interzum haben neue Produkte für fließende Raumkonzepte entwickelt.

Als reine Funktionsräume waren Küche und Bad früher häufig vom Wohnbereich getrennt. Doch die Zeiten von Nasszelle und Kochstelle sind lange vorbei. Heute gehen die einzelnen Wohnräume vielmehr ineinander über oder verbinden sich. Wo vormals nur das Essen zubereitet oder gebadet wurde, wird heute auch gewohnt. Repräsentative Möbel und wohnliche Accessoires lassen die funktionalen Aspekte von Kochen und Waschen zunehmend in den Hintergrund treten.

Systematisch und flexibel

Doch was bedeutet die zunehmende Verschmelzung der Wohnbereiche für die Einrichtung? Welche neuen Anforderungen stellt das an Möbel und Komponenten? Hersteller von Raumsystemen, Auszügen und Dekoren haben sich mit diesem Thema beschäftigt und neue Produkte für offene Wohnbereiche entwickelt. Den gestiegenen Ansprüchen an Design und Funktionalität begegnen sie mit systematischen Konzepten und hoher Flexibilität.

VS Elements für Küche oder Bad
VS Elements für Küche oder Bad
VS Elements für Schlafzimmer
VS Elements für Schlafzimmer

Systembaukasten VS Elements von Vauth-Sagel

Systembaukasten VS Elements von Vauth-Sagel

Systembaukasten VS Elements von Vauth-Sagel

Systembaukasten VS Elements von Vauth-Sagel

Je nach persönlichem Bedarf

Vauth-Sagel hat auf der vergangenen interzum einen neuen Systembaukasten vorgestellt, der sich unabhängig von der Raumnutzung einsetzen lässt. Die modularen Bausteine des Systems VS Elements funktionieren als offene Ankleide im Schlafzimmer ebenso wie als modular einsetzbares Ordnungssystem in Bad und Küche. Mittels Einlegeböden aus Holz oder Glas wird der Systemrahmen entweder zur Ablage oder zum Hängeeinsatz mit Drahtkorb. Je nach Lebensphase und persönlichem Bedarf lassen sich die Module jederzeit austauschen und neu anordnen.

Raumsystem von Schüco Alu Competence

Raumgestaltungssystem Openstyle von Schüco Alu Competence

Prinzip der offenen Gestaltung

Ein System, das ebenfalls in allen Räumen genutzt werden kann, ist „Open Style“ von Schüco Alu Competence. Es folgt dem Prinzip der offenen Gestaltung und durchgängigen Optik verschiedener Wohnbereiche. Das System unterteilt Räume und übernimmt als festes oder verschiebbares Element vielfältige Funktionen. So lässt es sich als Wand- oder Nischenanwendung, Raumteiler, Sichtschutz oder als dekoratives Gestaltungselement einsetzen. Der Aluminium-Rahmen des Systems wird mit 16 Millimeter starkem Dekor-Plattenmaterial kombiniert.

"innovus" Kollektion von Sonae Arauco
"innovus" Kollektion von Sonae Arauco
"innovus" Kollektion von Sonae Arauco

Kollektion „innovus“ mit mehr als 200 Dekoren und 15 Oberflächen von Sonae Arauco

Kollektion „innovus“ mit mehr als 200 Dekoren und 15 Oberflächen von Sonae Arauco

Kollektion „innovus“ mit mehr als 200 Dekoren und 15 Oberflächen von Sonae Arauco

Vielfältige Kombinationen

Auch das portugiesische Unternehmen Sonae Arauco hat seine neue Kollektion für eine offenen Architektur mit fließenden Wohnbereichen entwickelt. Die Auswahl von melaminharzbeschichteten Platten und Schichtstoffen eignet sich besonders für eine flexible Raumgestaltung. So ermöglicht die Kollektion „innovus“ mit mehr als 200 Dekoren und 15 Oberflächen über 260 verschiedene Kombinationen. Unter dem Motto Mix & Match stehen hierfür Holzdekore verschiedenster Baumarten, Stein-, Oxid- und Zementdekore sowie eine große Farbpalette zur Verfügung.

Die traditionelle Abtrennung einzelner Wohnbereiche wird künftig wohl noch weiter aufgehoben. Dafür spricht nicht nur unser Lebensstil, sondern auch eine zunehmende Verknappung des Wohnraums. Je mehr sich die verfügbare Fläche verkleinert, desto wichtiger werden fließende und multifunktionale Raumkonzepte. Die auf der interzum vorgestellten Neuheiten bieten hierfür neue und zukunftsweisende Möglichkeiten.

Gute Perspektiven: Die interzum guangzhou 2020

31.07.2020

interzum guangzhou 2020

interzum guangzhou 2020

Ermutigendes Signal für die Branche: Als größte Zuliefermesse für Möbel in Asien fand die interzum guangzhou mit umfangreichen Hygienemaßnahmen erfolgreich statt.

Als erste große Veranstaltung der internationalen Möbelzulieferindustrie in der zweiten Jahreshälfte fand die interzum guangzhou vom 27. bis 30. Juli erfolgreich statt. Der chinesische Ableger der interzum in Köln ist eine der größten internationalen Messen für die Möbelkomponenten- und Holzverarbeitungsbranche. Die erste Koelnmesse-Veranstaltung seit Beginn der Corona-Krise hat gezeigt, dass Messen mit strengen Hygienevorschriften und limitierter Zahl der Eintritte trotz der Pandemie möglich sind – und das mit gutem geschäftlichen Verlauf.

interzum guangzhou 2020

interzum guangzhou 2020

Großer Zuspruch von Ausstellern und Besuchern

Traditionell wird die interzum Guangzhou parallel zur CIFF China International Furniture Fair veranstaltet. Diese Zusammenarbeit sowie der Standort Guangzhou machen sie zu einer lebhaften und effektiven Plattform für Aussteller und Einkäufer zugleich. An der diesjährigen Veranstaltung beteiligten sich insgesamt mehr als 800 Aussteller aus 16 Ländern. 100.000 Besucher nutzten die Chance, Businesspartner wieder persönlich zu treffen, Beziehungen aufzubauen und zu stärken und als Branche wieder zusammenzufinden.

Internationale Beteiligung

„Das Wichtigste in der aktuellen Situation ist, dass sich unsere Kunden auf unseren Veranstaltungen wohl und sicher fühlen“, erklärt Keith Tsui, Managing Director der chinesischen Koelnmesse-Tochtergesellschaft. „Wir sehen uns als Veranstaltungsprofis dazu in der Lage, auch in diesen Zeiten die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Internationale Aussteller nutzten die Veranstaltung für neue Geschäftskontakte. Unter anderen gab es eine offizielle deutsche Gruppenbeteiligung mit insgesamt acht deutschen Ausstellern, deren Auftritt durch lokale Mitarbeiter oder Vertriebspartner vor Ort erfolgreich betreut wurde.

interzum guangzhou 2020

interzum guangzhou 2020

Digitale Erweiterung für weltweite Geschäftskontakte

Für die Erweiterung der Reichweite bot die interzum Guangzhou ein Offline2Online Live Business Matching an. Internationale Kunden, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht einreisen konnten, schalteten sich von Zuhause digital zu und trafen anwesende Aussteller virtuell, um Geschäftsbeziehungen zu pflegen und neue Produkte vorzustellen. Das Feedback der Aussteller zu diesen virtuellen Meetings war durchweg sehr positiv – so wie auch zur Veranstaltung insgesamt.

Perspektiven für den Wiedereinstieg

Die interzum guangzhou bietet optimistische Perspektiven für den Wiedereinstieg nach monatelanger Unsicherheit. „Die internationale Beteiligung war den Umständen entsprechend gut, durch digitales Business Matchmaking haben die Aussteller zusätzlich die Besucher erreicht, die nicht anreisen konnten“, sagt Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse. „Dies bestärkt uns in unseren Anstrengungen, möglichst bald auch in unseren Kölner Hallen wieder Messen zu veranstalten. Der Erfolg der interzum Guangzhou macht uns Mut, zusammen mit unseren Kunden dafür die Weichen zu stellen.“

interzum Flooring: Bodenbeläge im Fokus

17.09.2020

PRO Comfort-Boden EPC018 von EGGER

„Winner“ beim German Design Award 2020: Der PRO Comfort-Boden EPC018 des interzum Ausstellers EGGER

Welche Trends gibt es bei modernen Bodenbelägen? Die interzum 2021 widmet dem Thema Flooring eine eigene Sonderschau.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie steigen die Investitionen in den Innenausbau mit den Bereichen Boden, Wand und Decke. Besonders spannend ist die Entwicklung bei modernen Bodenbelägen. Zahlreiche neue Materialien und Dekore bieten heute eine wachsende Vielfalt bei Design und Funktion. Immer neue und oftmals überraschende Innovationen werden mit dem technischen Fortschritt ermöglicht. Sie reichen von Verlege- und Verbindungstechniken über Materialkombinationen bis hin zu neuen Einsatzgebieten.

Steigende Anforderungen an Bodenbeläge

Moderne Bodenbeläge prägen wesentlich das Ambiente, verbessern die Akustik oder sorgen für ein angenehmes Raumklima. Neben den Produkteigenschaften rücken heute zunehmend „weiche“ Kriterien wie Nachhaltigkeit, Wohngesundheit, Recyclingfähigkeit in den Vordergrund. Dabei sind die Möglichkeiten individueller Gestaltung vielfältig, denn der Markt für Bodenbeläge ist global aufgestellt. Auf Seiten der Kunden werden immer höherwertigere Sortimente nachgefragt, die nach Erstausstattung oder Renovation über viele Jahre eine „gute Figur“ machen. Das gilt für den gewerblich-industriellen Bereich ebenso wie für den Objekt- oder Privatkundeneinsatz.

Glossy Line von HOMAPAL

Dekore mit „Cascade“-Struktur: HOMAPAL zeigte auf der interzum 2019 die Glossy Line

Angebot für Handwerker, Objekteure und Architekten

Schon lange gehört der Innenausbau zu den Schwerpunkten der interzum . Es ist daher nur folgerichtig, dass die internationale Zuliefermesse im kommenden Jahr die Hersteller von Bodenbelägen noch stärker in den Fokus nimmt. Unter dem Titel interzum Flooring wird auf der Veranstaltung 2021 ein eigener Gemeinschaftsstand deutschen und internationalen Unternehmen aus diesem Segment eine neue Plattform bieten. „Wir sprechen damit auf Besucherseite gezielt Bodenverleger, Handwerker, Objekteure und Architekten an“, betont interzum Director Maik Fischer. „Fast ein Drittel unserer Messebesucher gehört zu diesen Berufen“ so Fischer. „Zudem bescheinigen uns unsere Aussteller eine stark wachsende Anziehungskraft für genau jene Klientel.“

Wachsende Bedeutung für Zielgruppen

Die interzum hat für Verlegebetriebe und den Fußbodenfachhandel eine wachsende Bedeutung. Von den rund 75.000 Fachbesuchern, die auf der letzten Veranstaltung registriert wurden, gehörten etwa 13 Prozent zur Zielgruppe „Innenausbau/Ladenbau“, neun Prozent zum Tischler- bzw. Schreinerhandwerk und sieben Prozent zu den Unternehmen für Raumausstattung und Dekoration. Diese Bedeutung spiegelt auch die Zielgruppenanalyse für Bodenbeläge: Sah 2017 noch jedes vierte, auf diese Besucherzielgruppe fokussierte ausstellende Unternehmen Boden- und Parkettleger punktgenau erreicht und angesprochen, war das zuletzt 2019 schon jedes zweite.

PRO Comfort-Boden EPC014 von EGGER

„Winner“ beim German Design Award 2020: PRO Comfort-Boden EPC014 vom interzum Aussteller EGGER

Schwerpunkt innovative Gestaltung

Die Vorarbeiten mit Blick auf Bodenbeläge für die interzum 2021 laufen aktuell auf Hochtouren. Die Sonderfläche zum Thema Flooring wird im Produktsegment Materials & Nature zu sehen sein. Schwerpunkten in diesem Segment sind bei der kommenden Messe Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und innovative Oberflächengestaltung. Auf der Sonderfläche können Unternehmen Parkett, Massivholz- und Korkböden, elastische Bodenbeläge sowie LVT bzw. Designböden und Laminat präsentieren.

Beteiligung zu attraktiven Konditionen

Auf der kommenden interzum , die vom 4. bis zum 7. Mai 2021 in Köln stattfindet, sind interessierte Aussteller zur Teilnahme an der Sonderfläche interzum Flooring eingeladen. Die Präsentation ist so aufgebaut, dass sie sich wie bei einer Torte ihr eigenes Stück buchen können. Dieses beinhaltet ein Full-Service-Paket zu attraktiven Konditionen. Inkludiert darin sind neben der Präsentationsfläche auch Standbau, Licht und Strom, Grafik, Mobiliar, ein Kommunikationspaket sowie Park- und Eintrittstickets. Aussteller und Besucher mit dem Schwerpunkt Bodenbeläge bekommen so in Köln den roten Teppich ausgerollt.

interzum 2021: Sichere Plattform für die Branche

12.10.2020

#B-SAFE4business

#B-SAFE4business Konzept der Koelnmesse

„Wir warten nicht darauf, dass die gute alte Zeit wiederkehrt“, sagt Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement, zu den Vorbereitungen auf die interzum 2021 . Ziel des Messeteams ist es, der Branche eine sichere Plattform zu bieten und einen erfolgreichen Neustart zu ermöglichen. „Wir glauben fest daran, dass mit unserem Hygiene- und Sicherheitskonzept #B-SAFE4business , unseren neuen digitalen und reichweitestarken Tools im Rahmen der interzum@home und mit einer positiven Einstellung alles möglich ist“, so Matthias Pollmann weiter. „Die Messe ist optimal vorbereitet – jetzt liegt es an der der Branche diese Vorlage zu nutzen“.

interzum 2019

interzum 2019: Piazza Surfaces & Wood Design

Erhöhung der Reichweite

Eine Weltleitmesse wie die interzum bietet deutlich mehr Potenzial als alle anderen analogen oder digitalen Formate für Kundenkontakte. Denn nur eine global relevante Plattform kann Angebot und Nachfrage wirklich zusammenbringen. „Die Zukunft als Marktplatz wird die interzum zunehmend auch in den digitalen Raum führen“, stellt Maik Fischer als Director der Zuliefermesse fest. Damit werden nicht nur die Besucher erreicht, die nicht nach Köln kommen können, sondern auch Menschen, die noch nie hier waren, aber die vielfältigen Themen der Messe wichtiger nehmen als früher. „Es wird also nicht mehr nur um die Anzahl der physisch in Köln anwesenden Aussteller und Besucher gehen – wir wollen uns auch an der Qualität der digitalen Reichweite messen lassen“, so der Director weiter.

Neue digitale Plattform

Mit der neuen Plattform interzum@home erweitert die Messe nicht nur die Business Opportunities der Aussteller, sondern erreicht auch ein breiteres Spektrum an Besuchern. Hierdurch bietet die Messe vielfältige zusätzliche Möglichkeiten der Kundeninteraktion für ihre Teilnehmer. Hier kann man sich mit der Branche virtuell austauschen, mit bekannten und neuen relevanten Kontakten vernetzen und sein Business voranbringen. Neben verschiedenen digitalen Bühnen mit Live-Streams, gibt es offene und thematisch kuratierte Video-Chats im Virtual Café, und online teilnehmende Messebesucher können zudem in privaten Showrooms der interzum-Aussteller exklusive Neuheiten erleben. Aussteller profitieren so unmittelbar von zusätzlichen Kontakten und Reichweiten.

interzum 2019

interzum 2019: Piazza Digitalization

Hybridevents als Zukunftsmodell

Messen gehen so auf ein neues Level. Auf hybriden Veranstaltungen wird das Geschehen am Messestandort onlinetauglich, entsprechend weltweit gestreut und durch digitale Zusatzangebote und längere Verfügbarkeit im Netz bereichert. Das Erfolgsmodell Messe wird dadurch nicht ersetzt, sondern erweitert. „Das Geschehen am Messestandort bietet weiterhin die Basis und entwickelt Zugkraft als temporärer Treffpunkt ganzer Branchen“, so Matthias Pollmann. „Denn unsere Überzeugung ist, dass sich geballte Energie entfaltet, wenn die richtigen Menschen für kurze Zeit zusammentreffen und der unmittelbare, persönliche, emotionale Austausch stattfindet – das ist Messe, das ist die interzum .“

Nachhaltige Verbindung: Home und Office

21.08.2020

Pocketsysteme von Blum

Die Pocketsysteme von Blum werten Wohnbereiche funktional auf, © Julius Blum GmbH

Neue Perspektiven für das Arbeiten von zuhause scheinen sich in der Corona-Pandemie rasant zu entwickeln. Doch was bedeutet das für die Einrichtung?

Schon vor der Corona-Pandemie haben die Nutzung digitaler Medien sowie die Überschneidung von Berufs- und Privatleben zu neuen Wohn- und Arbeitsformen geführt. Trends, die sich schon seit einigen Jahren abzeichnen, beschleunigen sich jetzt. So haben Themen wie das Homeoffice in der Krise eine ganz neue Bedeutung gewonnen. Eines scheint dabei klar zu sein: Wie wir leben und uns einrichten wird sich wohl auf lange Sicht verändern.

Übergang der Lebensbereiche

Außergewöhnliche Ereignisse wie die Corona-Pandemie beeinflussen die Welt in allen Lebensbereichen. Angesichts von Lockdown und Hygienevorgaben ist das Homeoffice für viele zur Realität geworden. Die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben rückt damit noch mehr in den Fokus. Doch Wohnräume sind oft nicht dafür gestaltet, gleichzeitig Büro zu sein. Beim Arbeiten zuhause kommt es daher häufig zu störenden Ablenkungen und zu Überlastung.

Flexible Lösungen im Design

Für das Arbeiten zuhause bedarf es kreativer Ideen, denn als Schreibtisch eignet sich der heimische Küchentisch nur bedingt. Nicht erst seit der Corona-Pandemie sind innovative Möbelkonzepte gefragt, die sich flexibel unterschiedlichen Situationen anpassen. Ähnliche Anforderungen werden an die Beleuchtung gestellt, die neben wohnlicher Stimmung auch eine angenehme Arbeitsatmosphäre ermöglichen kann.

 Kabellose Ladetechnologie

In die Tischplatte integrierte kabellose Ladetechnologie, © Homapal GmbH

Integrierte Technik für mehr Komfort

Für mehr Arbeitskomfort und Effizienz in den eigenen vier Wänden sorgt moderne Technik. Digitale Tools unterstützen das Homeoffice, während Videokonferenzen gleichzeitig das Arbeiten im Team ermöglichen. Technische Installationen sollen im Wohnraum aber möglichst nicht ins Auge fallen. Kabel und andere störende technische Elemente müssen daher im Möbel versteckt oder in die Einrichtung integriert werden. Intelligente Stauraumlösungen lassen sperrige Geräte verschwinden und schaffen gleichzeitig mehr Platz zum Arbeiten.

Verbindende Raumkonzepte

Die Wohnqualität wird künftig indes nicht nur von der Gestaltung der Möbel, sondern vor allem auch durch die Raumstruktur bestimmt. Architektur und Interior Design haben schon vor der Krise vermehrt Loft-ähnliche Lösungen und offene Raumkonzepte entwickelt. Einzelne Bereiche verschmelzen dabei immer mehr miteinander. So verstehen viele Entwerfer das moderne Zuhause als Membran zwischen verschiedenen Funktionen und zwischen innen und außen. Diese Entwicklung wird sich künftig vermutlich noch mehr in der Gestaltung von Wohnungen niederschlagen.

One World Collection

Möbelplatten mit 71 Dekoren: One World Collection von Swiss Krono, © Swiss Krono Group

Neue Produkte und Fertigungstechniken

Flexibilität, Platzgewinn, Komfort sind entscheidende Faktoren bei der künftigen Gestaltung des Wohnumfelds. Wie wir wohnen und arbeiten wird vielseitiger und bedarf neuer Lösungen. So fließen auch Themen wie Ergonomie und gesundheitsfördernde Aspekte verstärkt in das Möbeldesign ein – und das nicht nur wegen der aktuellen Pandemie. Der Wunsch nach einer individuellen Einrichtung, die sich persönlichen Bedürfnissen anpasst, erfordert ebenfalls neue Formen und Produktionsweisen.

Blick auf das Wohnen von morgen

Ein verändertes Wohnumfeld bedeutet neue Aufgaben für die Möbel- und Zulieferindustrie. Als Impulsgeber spielt die interzum dabei eine besondere Rolle. Sie ist die zentrale Kommunikationsplattform der Branche und bietet vielfältige Inspirationen. So werden in Köln nicht nur die innovativsten Produkte, sondern auch technische Neuheiten und Materialinnovationen präsentiert. Auf der kommenden Veranstaltung vom 4. bis zum 7. Mai 2021 wird die Möbelzulieferindustrie wieder zahlreiche Produktpremieren zeigen und einen Blick auf das Wohnen von morgen werfen – gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Krise und der damit einhergehenden Veränderungen.

ZOW 2020: Fokus auf Tiny und Shared Spaces

29.11.2019

Sonderfläche Tiny Spaces auf der ZOW 2018, © Koelnmesse

Sonderfläche Tiny Spaces auf der ZOW 2018, © Koelnmesse

Als Fortsetzung der interzum beschäftigt sich die ZOW 2020 mit „Tiny und Shared Spaces“. Bei der Zuliefermesse in Bad Salzuflen stehen die kompakte Darstellung von Produkten und sachliche Informationen im Vordergrund. Vorrangiges Ziel der vom 4. bis zum 6. Februar 2020 stattfindenden ZOW ist es daher, den konstruktiven Austausch von Ideen, Trends, Meinungen zu fördern. Bei der kommenden Ausgabe geht es unter anderem um den Einfluss von Urbanisierung und Gentrifizierung auf die Einrichtungsbranche.

Drei Szenarien für neue Impulse

Designerin und Trendscout Katrin de Louw präsentiert auf der ZOW 2020 drei Szenarien, die nachhaltige Impulse für die zunehmend nachgefragten „Tiny und Shared Spaces“ geben. Es geht dabei um Lösungen für modernes Leben in eng begrenzten, alters- und funktionsgerechten Räumen. Gemeinsam mit innovativen Ausstellern werden auf einer Sonderfläche unterschiedliche Ideenskizzen für das Wohnen und Arbeiten von Morgen gezeigt. Jung und Alt, berufstätig und pensioniert finden hier zueinander.

ZOW 2018

ZOW 2018, © Koelnmesse

Optimale Raumnutzung für Jung und Alt

Das auf der Sonderfläche präsentierte Apartment eines Berufspendlers ist gut 15 Quadratmeter groß und wird von eingebauten Möbeln für die optimale Raumnutzung geprägt. Polster- und Kastenmöbel sind ebenso miteinander verbunden wie Küche und Arbeitsplatz. Unterschiedliche Lichtszenen wandeln den Raum nach Bedarf und Stimmung. Multifunktionalität steht im Fokus. Dem gegenüber steht eine 18 Quadratmeter große Stadtwohnung für altersgerechtes, barrierefreies Wohnen. Hier wird größter Wert auf Komfort gelegt, begleitet von Assistenzsystemen im Hintergrund.

Bereiche für die Gemeinschaft

Gezeigt werden außerdem Co-Joining und Co-Cooking-Bereiche für eine gemeinschaftliche Nutzung. Küchensysteme und Nutzflächen für unterschiedliche Ansprüche, Stauräume und die Medienversorgung verschiedener Wohneinheiten sind hier zu finden. Out- und Indoor-Flächen verschmelzen zudem. Verschiedene Funktionen und Einrichtungsgegenstände sind zu- und abwählbar.

Sonderfläche Tiny Spaces auf der ZOW 2018, © Koelnmesse

Sonderfläche Tiny Spaces auf der ZOW 2018, © Koelnmesse

Unterstützung von Ausstellern

Die Zeit für solche Konzepte drängt. Der weltweite Trend zu Verstädterung und der Konzentration sich verknappender Ressourcen auf Ballungszentren fordert völlig neue Denkansätze für Arbeiten, Wohnen und Leben. Im Unterschied zu Asien steht Europa zwar noch am Anfang dieser sich global abzeichnenden Entwicklung, Fachmessen wie die ZOW geben jedoch bereits heute wichtige Impulse. Interessierte Aussteller beteiligen sich an der Präsentation. Mit Innenausstattungen und Zubehör, mit Oberflächen und Beschlagsystemen unterstützen beispielsweise die Unternehmen Hunger, Kalb, Impress und Interprint sowie Schüco Alu Competence und Swiss Krono das Projekt.

Mehr Informationen finden Sie hier .

Smart Kitchen: Neuheiten für die Küche von morgen

29.07.2019

Blum bedient unterschiedliche Möbel gleichzeitig über einfache Sprachbefehle, © Julius Blum

Wie sieht die Küche der Zukunft aus? Werden wir alle Geräte per Sprache bedienen und Möbel je nach Bedarf ausklappen? Aussteller der interzum 2019 haben vorausgedacht und neue Konzepte vorgestellt.

Bedienkomfort mit System

Auf der internationalen Zuliefermesse wurde unter anderem gezeigt, wie vernetzte Technologie den Komfort in der Küche erhöhen kann. So präsentierte beispielsweise der österreichische Beschlaghersteller Blum eine Studie für die gleichzeitige Bedienung unterschiedlicher Möbel über einfache Sprachbefehle. In anpassbaren Szenen wie „Einkäufe verstauen“ öffnen sich auf diese Weise alle notwendigen Klappen und Auszüge. Das Ausfahren einer Tritterhöhung oder des Müllbehälters ohne Berührung sind weitere nützliche Szenarien. Das System funktioniert in Verbindung mit Sprachassistenten verschiedener Anbieter.

Elektronischer Schranköffner mittels Sprachbefehl, © Hailo

Elektronische Türöffner

Wenn man beim Zubereiten von Speisen keine Hand mehr frei hat, sind sprachgesteuerte Möbel besonders praktisch. Diese Erkenntnis hat Hailo für einen elektronischen Schranköffner umgesetzt und eine App für dessen Einstellung entwickelt. Mit Smartspeaker-Systemen lässt sich das Gerät per Sprachnachricht ohne Berührung aktivieren – ein leichteres Arbeiten wird damit ohne ein Verschmutzen der Fronten möglich.

„Urban Smart Kitchen“ von Kesseböhmer

Optimum an Stauraum

In den heutigen Ballungszenten wird es immer enger, was zunehmend platzsparende Lösungen erfordert. Das gilt auch und besonders für die Küche. Mit der „Urban Smart Kitchen“ hat sich Kesseböhmer auf der interzum dieser Herausforderung angenommen und gezeigt, wie sich sechs Quadratmeter mit intelligenten Beschlaglösungen optimal nutzen lassen. Schmal zulaufende Fronten, elektrisch öffnende und höhenverstellbare Auszüge sowie platzsparende Möbel bieten viel Komfort für wenig Grundfläche.

Das Tablarsystem „Qanto“ von Ninkaplast funktioniert per Knopfdruck. © Ninkaplast

Arbeitserleichterung per Knopfdruck

Mehr Komfort ist auch das Thema beim Tablarsystem „Qanto“, das der Aussteller Ninkaplast auf der interzum mit neuen Features präsentierte. Das linear angetriebene Systemwurde für die optimalen Nutzung von Stauraum in Kücheneckschränken, Kücheninseln, oder anderen Unterschränken entwickelt. Per Knopfdruck lässt sich das mit zwei oder drei Tablaren ausgestattete System aus- und einfahren. Eine Produktinnovation ist das neue seitlich ausziehbare Tablar, auf dem schwere Küchenhelfer sowohl sicher verstaut als auch ganz leicht zu einer optimalen Nutzungsposition auf die Arbeitsplatte gezogen werden können.

Die Küche war schon immer ein Ort für Innovationen. Aktuelle Stichworte wie „Smart Kitchen“ oder „Küche 4.0“ zeigen, dass sich daran nichts geändert hat. Wo gekocht, gegessen und heute zunehmend auch gewohnt wird, scheinen die Ansprüche an die Einrichtung besonders hoch zu sein. Mit den Produktneuheiten der interzum wird die Küche wieder ein wenig innovativer.

Neues Licht für Möbel

08.07.2019

LichtBox von Gera Leuchten, © Gera Leuchten

Für die Beleuchtung von und in Möbeln gibt es heute zunehmend reduzierte Lösungen. Gefragt sind Leuchten und Lichtsysteme, die wenig Platz einnehmen und sich dezent in das Einrichtungskonzept einfügen. Technische Neuheiten ermöglichen einen neuen Minimalismus.

Neue Mini-Profile

Auf geringe Einbaudimensionen setzt zum Beispiel der Hersteller Elektra. Das Unternehmen präsentierte auf der vergangenen interzum drei neue Mini-Leuchtprofile, die sich nicht wahrnehmbar ins Möbel einfügen. Dank eines einheitlichen 4-poligen Stecksystems funktioniert die indirekte Beleuchtung individuell mit verschiedenen Schaltsystemen wie Sensorschalter, Fernbedienung, Bluetooth-Steuerung oder Sprachsteuerung. Für den professionellen Ladenbau gibt es zusätzlich ein flexibles System zur unsichtbaren Elektrifizierung von Verkaufsregalen.

Ghost System von FitArt

Gallery LED Lichtleiste von DWD Concepts

Praktische Verbindung

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Regalen oder an Möbeln bietet auch die neue steckbare Gallery LED Lichtleiste von DWD Concepts – und das bei einer sehr hohen Farbwiedergabe. Steckverbinder und Anschlüsse sowie die unterschiedlichen Halteclips ermöglichen eine einfache und schnelle Montage der Lichtleiste. Ebenfalls für die Beleuchtung von Regalen hat das Unternehmen FitArt eine innovative Lösung entwickelt. Mit dem Ghost System erfolgt die Beleuchtung durch die Rückwand, wobei der Strom mittels eines Elektromagneten übertragen wird und die Gestelle nicht elektrifiziert werden müssen.

LED-Flächenlicht „Cleverglas“ von Frerichs Glas und Hansen

Ausgezeichnet mit dem interzum Award 2019: Tube round von CHF Lichttechnik

Variable Lichttechnik

Minimalistisches Design mit innovativer LED-Farbwechseltechnologie verbindet die neue Leuchte Tube round. Die CHF Lichttechnik GmbH wurde für die runde Spiegelleuchte mit dem interzum award 2019 ausgezeichnet. Mit schwarzen oder weißen Profilen sind die Tube-Leuchten in verschiedenen Varianten erhältlich. Das Spektrum reicht von klassischen Aufbauleuchten bis hin zu einer vollständigen Rahmung des Spiegels.

Leuchtender Minimalismus

Einen extrem flachen Lichtkörper, der sich auch für raue Umgebungen eignet, präsentierten die Aussteller Frerichs Glas und Hansen auf der interzum 2019. „Cleverglas“ ist ein LED-Flächenlicht in Verbindung mit widerstandsfähigem Sicherheitsglas, das aus einer Kooperation der beiden Firmen hervorgegangen ist. Das Produktportfolio von Gera Leuchten aus Thüringen wird schon länger von einem reduzierten Design geprägt. Die auf der interzum vorgestellte LichtBox basiert auf der minimalistischen Struktur des Lichtsystems 4: ein rechteckiger Rahmen, in dessen schwarze Aluminiumprofile vorne und hinten LED-Leuchten integriert sind – ganz im Sinne der neuen Zurückhaltung bei der Möbelbeleuchtung.

Grüne Komponenten: Alternativen zu Kunststoff

27.06.2019

RePlastic von Khalil Design

Material aus recyceltem Abfall oder nachwachsenden Rohstoffen bietet heute zukunftsweisende Alternativen für Kunststoff. Aussteller der interzum 2019 präsentierten neue und innovative Lösungen.

Bei der Herstellung von Möbeln und deren Komponenten ist Recycling- oder Biomaterial mittlerweile eine ernsthafte Alternative zu Kunststoff. Das stellten verschiedene Aussteller auf der diesjährigen interzum mit ihren Neuheiten unter Beweis. So werden zum Beispiel die Möbelbeschläge des schwedischen Herstellers Ackurat schon heute mit Plastikmüll aus dem Ozean, recycelten Fischernetzen oder Holzfasern produziert. Das Unternehmen verwendet biologisch abbaubares Material aus bis zu 80 Prozent nachwachsenden Rohstoffen. Bis 2020 sollen 100 Prozent fossilfreie Rohstoffe in die Produktion einfließen.

Beschläge aus nachwachsenden Rohstoffen, © Ackurat

Natürliche Anmutung

Eine grüne Alternative zu herkömmlichen Rollen, Rädern und Möbelgleitern aus Kunststoff präsentierte die Wagner System GmbH auf der interzum 2019. Die neu entwickelten „Ecofriendly“-Komponenten des Herstellers aus dem Schwarzwald zeichnen sich nicht nur durch eine natürliche Holzanmutung, sondern auch durch eine positive Energiebilanz aus. Mit modernster Spritzguss-Technologie werden sie aus einem speziellen Bio-Compound gefertigt, das bis zu 80 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Ähnlich einer Holzstruktur sind die beigemischten, regenerativen Bestandteile im Material sichtbar.

Rattan statt Plastik

Als Alternative zu Kunststoff bietet sich ebenso der natürliche Werkstoff „karuun shine“ an, der mit dem diesjährigen interzum Award ausgezeichnet wurde. Das junge Allgäuer Unternehmen out for space gewinnt das Material aus der Rattanpalme. Der Werkstoff ist licht- und luftdurchlässig sowie schalldämmend und lässt sich zudem verformen. Damit eröffnet das umweltfreundliche Material eine Vielzahl neuer Einsatzmöglichkeiten – etwa in den Bereichen Akustik, Interior Design, Beleuchtung, Bodenbeläge etc.

„Ecofriendly“-Komponenten der Wagner System GmbH

Karuun Shine von out for space

Recyclingtasche von Willems Packaging

Grüne Verpackungen

Für die Verpackung von Kissen oder Bettdecken hat sich der Aussteller Willems Packaging eine grüne Lösung ausgedacht. Mit recycelten Verpackungen möchte der niederländische Hersteller zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beitragen. Hierfür bietet er verschiedene Arten von Recyclingtaschen aus diversen Materialien. Baumwolle oder Pappe wird in den Taschen ebenso wiederverwendet wie Polyethylen und andere Kunststoffe. Gängige Formate können bereits in kleinen Stückzahlen geliefert werden.

Neues Design aus altem Kunststoff

Auch auf den Sonderflächen der interzum wurden Plastikalternativen vorgestellt. Das Stuttgarter Designstudio Khalil präsentierte im Material Hub auf der Piazza „Mobile Spaces“ hochwertige neue Oberflächen aus Plastikmüll. „RePlastic“ ist ein vielfältig einsetzbares Produkt aus gebrauchtem Kunststoff, das mit einer eigens dafür entwickelten Maschine zu kleinem Granulat geschreddert wird. Das damit weiterverarbeitete Material eignet sich zum Beispiel für den Einsatz in Elektrofahrzeugen oder Architekturprojekten.

Innovativ und inspirierend: Rückblick auf die interzum

28.05.2019

Die diesjährige interzum hat einmal mehr Innovationen für das Wohnen von morgen gezeigt. Neuheiten wie die mit dem interzum award ausgezeichneten Produkte sind wegweisend für das Möbel- und Interiordesign.

Die interzum blickt auf vier äußerst erfolgreiche Messetage zurück. Bis zum 24. Mai präsentierte die Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau vielfältige Neuheiten für die Gestaltung zukünftiger Lebensräume. 1.805 Aussteller aus 60 Ländern zeigten, mit welchen technischen, haptischen und optischen Raffinessen die Möbel von morgen Maßstäbe setzen werden. Insgesamt kamen 74.000 Besucher – davon über 55.000 aus dem Ausland –, um sich ein Bild von den neusten Entwicklungen und der Innovationskraft der Branche zu machen.

Piazza "Disruptive Materials" auf der interzum 2019, © Koelnmesse

Hot Spot und Branchentreff

Im Jahr ihres 60-jährigen Jubiläums war die interzum sowohl Branchentreff für Fachbesucher als auch Hot Spot für kreative Berufe. Hersteller, Architekten und Gestalter konnten auf der Messe die Programme der Möbelzulieferer und jede Menge neuartiger Werkstoffe, Materialien und Produktionsprozesse entdecken. Darüber hinaus präsentierte eine ganze Reihe von Sonderflächen zu Materialien und Oberflächen, digitalen Produkten und smarten Systemen oder mobilen Lebenswelten vielfältige Zukunftsthemen.

Vortrag im Forum von Yasmine Mahmoudieh zu Micro Apartments, © Koelnmesse

interzum Award: zukunftsweisende Produkte

Zukunftsweisend sind unter anderem die prämierten Produkte des interzum Awards, der bereits zum zehnten Mal auf der Messe verliehen wurde – diesmal mit einem neuen Anmelderekord. Teilnehmer aus 22 Ländern hatten sich mit insgesamt 260 Einreichungen um das angesehene Label beworben. Die ausgezeichneten Produkte, Weiterentwicklungen, Materialien und Innovationen, welche globalen Megatrends die Branche bewegen. Wegweisende Themen wie Nachhaltigkeit, Flexibilität oder Multifunktionalität spielen bei vielen der prämierten Neuheiten eine entscheidende Rolle. Außerdem wurde in diesem Jahr erstmals die Kategorie „Tiny Spaces“ für das Wohnen auf kleinem Raum bewertet, um der zunehmenden Urbanisierung Rechnung zu tragen.

Gewinner des interzum award 2019, © Koelnmesse

Ausblick auf künftige Lebenswelten

Auch mit den vielfältigen Sonderflächen, Vortrags- und Diskussionsbereichen, Piazzen und Workshops wagte die interzum 2019 einen Ausblick auf die Lebenswelten von morgen. Wie werden wir in Zukunft wohnen und arbeiten? Antworten fanden sich in den Präsentationen auf der Messe: mit umweltverträglichen Materialien, mit mehr Komfort auf kleineren Wohnflächen, mit flexiblen Lösungen für mehr Mobilität und mit digitalen Tools, die das Leben weiter vereinfachen. Bestimmende Trendthemen in diesem Jahr waren die weiter fortschreitende Individualisierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, smarte Lichtlösungen, digitale Unterstützung wie Soft-Touch oder Sprachsteuerung, Micro Living sowie die zunehmende Miniaturisierung von Möbelkomponenten.

Die nächste interzum findet vom 4. bis zum 7. Mai 2021 in Köln statt.

Zukunftsweisende Projekte: VDID Newcomers’ Award 2019

24.05.2019

Winner: „CAPTin_Kiel - Clean Autonomous Public Transport“, © Jingyue Chen, Tobias Gehrke, Simeon Ortmüller, Yigang Shen, Vincent Steinhart-Besser

Anlässlich des Industriedesign-Tags auf der interzum wurde der VDID Newcomers’ Award 2019 verliehen. Der Wettbewerb für Nachwuchsdesigner zeigte neben den innovativen Preisträgern auch den Wandel der Profession.

Die besten Studienprojekte

Der Nachwuchs für das Industriedesign der Zukunft präsentiert sich auf der interzum 2019. Am 24. Mai wurde im Rahmen der Zuliefermesse der VDID Newcomers‘ Award verliehen. Bereits zum 9. mal zeichnete der Verband Deutscher Industriedesigner (VDID) damit die besten Studienprojekte und Abschlussarbeiten an deutschen Hochschulen aus – diesmal aus den Jahren 2017 bis 2019. Anlässlich des Industriedesign-Tags auf der interzum nahmen die ausgezeichneten Studierenden vier gleichwertige Hauptpreise und vier Anerkennungen entgegen.

Winner: Mobile Dialysemaschine „pure“, © Anna-Lena Gölz

Besondere Kompetenzen

Aus 198 Bewerbungen junger Designerinnen und Designer von 30 Hochschulen hatte eine Experten-Jury die herausragenden Projekte für den Award ausgewählt. Das Thema für die Einreichungen aus allen Sparten des Produkt- und Industriedesigns war frei wählbar. Die eingereichten und ausgezeichneten Projekte befassen sich daher mit ganz unterschiedlichen Themen und spiegeln dennoch den Wandel der Profession wider – denn schon seit einiger Zeit nehmen rein digitale Problemlösungen und konzeptionelle Arbeiten zu. So verweisen auch die diesjährigen Auszeichnungen des VDID auf die besonderen Kompetenzen der Nachwuchskräfte in den Bereichen User Experiences und Strategieentwicklung.

Winner: „Moorwerk“ – Verfahren für die Bearbeitung von Eichenholz, © Jan Christian Schulz

Hohes Niveau der Einreichungen

Als renommierter Designpreis bietet der VDID Newcomers‘ Award angehenden Industriedesignern Unterstützung und eine Plattform für den erfolgreichen Einstieg in den Beruf. „Die Einreichungen zeigen alle zwei Jahre sehr anschaulich, auf welch hohem Niveau sich die Designausbildung in Deutschland befindet“, so Stefan Eckstein, der Präsident des VDID.

Winner: Schutzhelm der Bereitschaftspolizei, © Lars Herzog, Lina Pfannstiel und Benedikt Schneeberg

Zukunftsweisende Konzepte

Zu den diesjährigen Auszeichnungen in der Kategorie „Winner“ gehört unter anderem ein Konzept für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Der Entwurf „CAPTin_Kiel“ der Studenten Jingyue Chen, Tobias Gehrke, Simeon Ortmüller, Yigang Shen und Vincent Steinhart-Besser ist eine futuristische Projektskizze für saubere Fährverbindungen in der Kieler Föhrde. Als Siegerprojekt wurde auch die Bachelorarbeit von Anna-Lena Gölz ausgezeichnet. Ihre mobile Dialysemaschine „pure“ konnte sie mit Unterstützung des KfH Nierenzentrums Erlangen entwickeln. Jan Christian Schulz hat sich in seiner ebenfalls ausgezeichneten Bachelorarbeit unter dem Titel „Moorwerk“ mit einem nachhaltigen Verfahren für die Bearbeitung von Eichenholz-Möbeln auseinandergesetzt. Der Sonderpreis „Licht im Produktdesign" ging an eine integrierte Lichtlösung am Schutzhelm für die Bereitschaftspolizei der Studierenden Lars Herzog, Lina Pfannstiel und Benedikt Schneeberg.

Weitere Informationen zum Award und zu allen 2019 ausgezeichneten Projekten in den Kategorien „Winner“ und „Honored“ finden sich hier .

Auf einen Blick: Die Sonderflächen der interzum

20.05.2019

Piazza "Mobile Spaces": Fahrzeug-Konzept „Individual Autonomy“, KHALIL Design

Mit zahlreichen Sonderflächen zeigt die interzum ab morgen wieder die Zukunft für die Möbelfertigung und den Innenausbau. Ein Überblick über das vielfältige Event-Programm.

Die interzum gibt der Zulieferindustrie die Gelegenheit, ihre ganze Innovationskraft zu zeigen. Neben den Neuheiten der internationalen Aussteller gibt es zahlreiche Sonderflächen zu globalen Megatrends und zukunftsweisenden Entwicklungen der Branche. Damit ist die Messe zugleich eine wichtige Inspirationsquelle für Designer, Architekten, Produktentwickler und andere Planer.

Piazza „Disruptive Materials – Changing the Future“

Auf rund 400 Quadratmetern stellt die Zukunftsagentur HAUTE INNOVATION in Halle 4.2 neueste Materialinnovationen und disruptive Technologien vor. Mehr als 100 Exponate verteilen sich auf die vier großen Themenschwerpunkte „biologische Transformation“, „Ressourceneffizienz & Nachhaltigkeit“, „Digitale & Smart Materialien“ sowie „Produktionsbezogene Materialinnovationen“.

Piazza "Disruptive Materials": Material aus Kartoffelresten, © Chip[s] Board®

Piazza „Trends in Surfaces & Wood Design“

Welche Oberflächenmaterialien erweitern die Gestaltungsmöglichkeiten der Branche? Auf einer Fläche in Halle 6.1 bündelt die Trendexpertin Katrin de Louw zukunftsweisende Produkte für die Innenarchitektur und das Möbeldesign – gegliedert in die Trendbegriffe „Sustainability“, „Customized“, „Haptic“, „Lightweight“, „Digital-Printing“, „Anti-Fingerprint“ sowie „Wood & Stones“. Dabei werden nicht nur Holz und Werkstoffe, sondern auch benachbarte Produktgruppen wie zum Beispiel Möbelgriffe oder Polster- und Dekorstoffe vorgestellt.

Piazza "Trends in Surfaces & Wood Design" in Halle 6.1

Piazza „Mobile Spaces“

Für die interzum und ihre Aussteller sind mobile Trends von großer Bedeutung. Denn ihre Umsetzung benötigt neue Materialien und Innovationen in den Bereichen Funktion, Maschinen- und Leichtbau. Auf der Sonderfläche in Halle 10.1 können Besucher neue Lösungen für mobile Räume erleben. Gezeigt werden eindrucksvolle Exponate und Beispiele aus den Bereichen: Maritime, Aircraft, Railway und Automotive. Noch einen Blick weiter in die Zukunft weist das „Mobile Spaces material hub“ im Zentrum der Piazza. Das renommierte Studio KHALIL Design zeigt als Partner von Premium-Automarken wegweisende Materialinnovationen.

Piazza "Mobile Spaces": Autokonzept "Dark Teaser", © KHALIL Design

Sonderfläche „Tiny Spaces – Living in compact homes“

Wie gehen Komfort und Wohnen auf engem Raum zusammen? Angesichts stetig wachsender Städte ist das eine hochaktuelle Fragestellung. Für die neue Piazza auf dem Messeboulevard konnte die interzum eine Reihe hochkarätiger Unternehmen gewinnen: Atim, Blum, Hettich, Häfele und Pessotto zeigen ihre Antworten auf die spezifischen Anforderungen für das Wohnen auf kleiner Fläche. Als Zulieferer der Möbelindustrie liefern sie wichtige Impulse für neue Entwicklungen in der Einrichtung.

Piazza "Digitalization – Focus on Consumer Trends!"

Piazza „Digitalization: Focus on Consumer Trends!“

Wie lassen sich mithilfe der Digitalisierung die Erwartungen an die Möbelherstellung und die Inneneinrichtung bedienen? Diese Fragen greift die Messe auf der neuen Piazza in Halle 3.2 auf. Hier zeigen Aussteller der interzum ihr Produkt oder ihre Dienstleistung bzw. ihr Best Case-Beispiel aus Ihrem Unternehmensalltag. Physische Produkte mit digitalen Komponenten sind ebenso vertreten wie neue Geschäftsmodelle und Lösungen, in denen die Digitalisierung Gestaltung, Produktion, Verkauf, Logistik oder Recycling beeinflusst.

Sonderfläche "Tiny Spaces": Konzept für ein Micro-Apartment, © Hettich

Sonderfläche „Digital Printing“

Ebenfalls in Halle 3.2 wird die zukunftsweisende Anwendung des Digitaldrucks präsentiert – von der Gestaltungsidee bis zum fertigen Möbelstück. Die Präsentation auf der Sonderfläche umfasst alle wichtigen Prozessschritte, die für eine Integration des Digitaldrucks in die Möbelfertigung und den Innenausbau nötig sind. Von der Dekorauswahl über die Überführung in die IT-Programme bis hin zum eigentlichen Druck und das anschließende Finishing wird der Ablauf gezeigt und eine Auswahl der führenden Branchenspezialisten vorgestellt.

Sonderfläche "Digital Printing": Holzdekor-Muster, © Hymmen

Das vollständige Programm der interzum 2019 finden Sie hier .

interzum 2019: Trends und Neuheiten

16.05.2019

"Tiny Spaces"-Konzept für kleine Wohnflächen von Hettich, © Hettich

Vom 21. bis zum 24. Mai zeigt die interzum wieder wegweisende Trends für das Wohnen und Einrichten. Internationale Aussteller stellen auf dem größten Event der Zulieferbranche neue Materialien und Funktionen vor. Wir werfen vorab einen Blick auf spannende Neuheiten – diesmal im Segment „Function & Components“.

Neue Offenheit: Verbindung von Wohnbereichen

Bei zahlreichen Ausstellern der interzum 2019 zeigt sich, dass die Übergänge zwischen verschiedenen Wohnbereichen immer fließender werden. Und das hat Auswirkungen auf Systeme, Beschläge und Licht. Viele Unternehmen beschäftigen sich daher mit flexibel einsetzbaren Gestaltungselementen, die eine durchgängige Wohnarchitektur ermöglichen. So lassen sich zum Beispiel mit dem neuen System „Schüco Openstyle“ Räume je nach Anforderung und Wohnsituation flexibel verbinden oder unterteilen. Mit dem Messemotto „OpenUp“ proklamiert auch der Stauraumspezialist Vauth-Sagel eine neue Offenheit und präsentiert auf der Messe erstmals Lösungen für alle Bereiche des Wohnens. Ähnlich flexibel gibt sich das Unternehmen Hettich, das unter anderem multifunktionale Neuheiten für unterschiedliche Wohnsituationen vorstellt.

Alu Competence System von Schüco, © Schüco

Miniaturisierung: Komponenten werden immer kleiner

Während Möbel flexibler und multifunktionaler werden, steigt gleichzeitig der Anspruch an das Design der technischen Lösungen. Als Weltneuheit zeigt der österreichische Hersteller Grass auf der Messe den dünnsten und effizientesten Klappenbeschlag, den er je entwickelt hat. Auch Kesseböhmer präsentiert auf der interzum einen neuen Klappenbeschlag, der sich in Größe, Design und Funktion deutlich von bisher marktüblichen Lösungen unterscheidet. Hersteller von Lichtmöbeln wie Gera setzen ebenfalls maßgeblich auf die Verkleinerung von Leuchten, damit diese fast unsichtbar in Möbel integriert werden können. Eine ganz neue Produktkategorie möchte das Herforder Start-Up Ambigence auf der diesjährigen Messe präsentieren. Das Prinzip: Möbelseite und Beschlag werden nicht länger als zwei getrennte Komponenten betrachtet, sondern zur Einheit.

LichtBox von Gera Leuchten, © Gera Leuchten

Optimale Nutzung: Mehr Komfort für wenig Wohnraum

Ein weiteres Thema, das viele Aussteller der kommenden interzum beschäftigt, ist die zunehmende Urbanisierung. Mehr und mehr Menschen zieht es in die Städte und vor allem in den Metropolen wird der Wohnraum immer knapper und teurer. Diese Entwicklung erfordert eine optimale Ausnutzung vorhandener Flächen und Komponenten für mehr Raum pro Quadratmeter. Aktuelle Beispiele sind clevere Stauraumlösungen wie „urban smart kitchen“ von Kesseböhmer. Andere Aussteller wie der Stauraumspezialist Hettich zeigen neue Konzepte für ganze Mini-Apartments. Als Weltneuheit zeigt das Unternehmen raumvonwert eine Klapptreppe für kleine Wohnflächen, die modular anwendbar, individuell anpassbar und vielseitig einsetzbar ist. Das Entwicklungspotenzial knapper werdender Räume wird auf der Messe zudem mit einer eigenen Sonderfläche beleuchtet: Verschiedene Aussteller zeigen auf der Piazza „Tiny Spaces - Living in compact homes" neue Konzepte und Lösungen. Die Stararchitektin Yasemine Mahmoudieh wird außerdem ihre Erfahrungen in Bezug auf künftige Anforderungen an Tiny Spaces am interzum-Dienstag in einem Vortrag interessierten Zuhörern vorstellen.

Mit diesen und anderen Neuheiten der kommenden interzum entscheidet sich unter anderem, welche Komponenten und Funktionen künftige Einrichtungswelten prägen. Einen Überblick über die Aussteller aus dem Segment „Function & Components“ finden Sie im Ausstellerverzeichnis .

Weltneuheit: Baukastensytem für eine Klappleiter, © raumvonwert

Vauth-Sagel proklamiert auf der interzum "Open Up", © Vauth-Sagel

interzum 2019: Trends und Neuheiten

15.05.2019

Laubholz-Kollektion von Stainer, © Sunwood Stainer

Vom 21. bis zum 24. Mai zeigt die interzum wieder wegweisende Trends für das Wohnen und Einrichten. Internationale Aussteller stellen auf dem größten Event der Zulieferbranche neue Materialien und Funktionen vor. Wir werfen vorab einen Blick auf spannende Neuheiten – diesmal im Segment „Materials & Nature“.

Viele Konsumenten verlangen heute nach einer individuellen und ansprechenden Wohnumgebung, die sich auch so anfühlt. Materialität und Oberflächen gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die interzum 2019 mit einer großen Vielfalt an Neuheiten im Bereich Dekore und Oberflächen. Möglich machen das neue oder wiederentdeckte Materialien und Kombinationen sowie innovative Herstellungsverfahren. Der Digitaldruck ermöglicht einzigartige Dessins, während Soft-Touch oder Anti-Fingerprint-Effekte eine dauerhaft gute Haptik und Optik versprechen.

Neue Oberfläche ST20 Metal Brushed von Egger, © Fritz Egger GmbH & Co. OG

Reproduktionen: Holz bleibt im Trend

Bei beschichteten Oberflächen bleiben Reproduktionen von Materialien besonders beliebt. So ist zum Beispiel die Nachbildung unterschiedlichster Hölzer ein ungebrochener Trend, der sich heute vielfältig ausprägt. Der aktuellen Nachfrage nach markanten und rustikalen Hölzern begegnen Aussteller wie Egger mit einer neuen Synchronporen-Oberfläche in Altholz-Optik. Besonders großflächige Holzdekore nimmt das auf Sieb- und Digitaldruck spezialisierte Unternehmen Stainer zur interzum 2019 in sein Programm. Die sechs mal ein Meter großen Platten mit der Optik verschiedener Laubhölzer eignen sich für Wände und Böden. Im Bereich digitaler Reproduktionen wächst außerdem der Einfluss von matten Oberflächen im Metallic-Look. Die Viscora®-Folie Supermatt metallic coloured des österreichischen Ausstellers Hueck Folien ist hierfür ebenso ein Beispiel wie eine neue Oberfläche von Egger, die haptisch und optisch fein gebürstetem Metall nachempfunden ist.

Leichtbauplatte „aerowood®“ vom Sperrholzwerk Schweitzer, © Sperrholzwerk Schweitzer GmbH

Besonders im Fokus: Umweltverträglichkeit

Bezogen auf das Wohnen möchten Konsumenten heute ihre eigenen vier Wände möglichst schadstoffarm gestalten und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck optimieren. Umweltverträgliche Materialien und Möbelbauteile stehen daher bei zahlreichen Ausstellern der kommenden interzum besonders im Fokus. So stellt zum Beispiel der Holzverarbeiter Swiss Krono mit „BE.YOND“ die weltweit erste biobasierte Spanplatte vor, die höchste Anforderungen an die Raumluftqualität erfüllt. Nachhaltig ist auch das Thema Leichtbau, für das in Köln neue Lösungen präsentiert werden. Die Leichtbauplatte „aerowood®“ vom Sperrholzwerk Schweitzer aus Österreich ist besonders leicht und frei formatierbar.

Organoid Upcycled Swarovski, © Organoid Technologies GmbH

Natürliche Werkstoffe

Unter dem Motto „Nature is here“ präsentiert auch Proadec mit einer neuen Kantananleimung ein äußerst umweltfreundliches Produkt auf der Messe. Ein weiteres Thema sind biobasierte Kunststoffe wie zum Beispiel bei den Beschlägen des schwedischen Austellers Ackurat oder einer Produktneuheit des Unternehmens Oskar Lehmann, das unter anderem Kabelführungen für Schreibtische produziert. Dass Nachhaltigkeit sehr kreativ sein kann, zeigt der österreichische Hersteller Organoid an seinem Stand: Natürliche Oberflächen aus Heu oder Moos werden mit wiederverwerteten Zirkonia Schmucksteinen von Swarovski zum Glitzern gebracht.

Furnier-Kollektion Gamperana Triplex von Alpi, © Alpi S.p.a.

Mit vielfältigen Holzwerkstoffen bietet Sonae Arauco kreative Freiheit, © Sonae Arauco Deutschland GmbH

Vielseitige Marino Kollektion von ServiCanto, © ServiCanto S.L.

Swiss Krono präsentiert technisch hochentwickelte, ökologische Holzwerkstoffe, © Swiss Krono GmbH

Flexibel bleiben: Individualisierung wird zum Standard

Der Wunsch nach möglichst individuellen Lösungen verändert nachhaltig die Ansprüche an das Leben und Wohnen. Viele Aussteller zeigen Neuheiten, mit denen die Einrichtung an persönliche Anforderungen angepasst werden kann. Gestalterische Freiheit verspricht zum Beispiel die neue Kollektion „Innovus“ des portugiesischen Holzwerkstoffherstellers Sonae Arauco. Mit fünf neuen Oberflächen und rund 100 neuen Dekoren bietet sie zahlreiche Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten. Ähnlich vielseitig ist auch die Marino-Kollektion von ServiCanto aus Spanien, mit der sich verschiedene Arten von Oberflächen kombinieren lassen. Eine individuelle Interpretation klassischer Holzoberflächen zeichnet die Neuheit des italienischen Herstellers Alpi aus. Bei der Furnier-Kollektion „Gamperana Triplex“, die in Zusammenarbeit mit dem Designer Martino Gamper entstand, sind die Furnierblätter nicht einzeln, sondern in Dreiergruppen angeordnet, was originelle Kompositionen ermöglicht. Praveedh Décor aus dem indischen Mumbai setzt dagegen auf eine Erweiterung des Farbspektrums von Acrylplatten: Das neue Produkt „OpuLux Fantasy“ kann nach Kundenwünschen mehrfarbig gestaltet werden.

Mit den Neuheiten der kommenden interzum entscheidet sich unter anderem, welche Materialen und Oberflächen die Gestaltung künftiger Einrichtungswelten bestimmen. Einen Überblick über die Aussteller aus dem Segment „Materials & Nature“ finden Sie in der Ausstellersuche .

Micro Living: Interview mit Yasmine Mahmoudieh

09.05.2019

Yasmine Mahmoudieh

Mit ihrem Studio in London zählt Yasmine Mahmoudieh zu den renommiertesten Interior Designerinnen der Welt. Ihre Arbeit umfasst Projekte für namhafte internationale Hotels und Unternehmen bis hin zu Design für den Airbus A380. Auf der kommenden interzum wird sie einen Vortrag über zukunftsweisende Micro Apartments halten. Wir sprachen mit ihr über die Bedeutung von Materialien und aktuelle Herausforderungen für die Lebensräume von morgen.

Yasmine Mahmoudieh, wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Bezug auf die Lebensräume der Zukunft?

Wenn wir über zukünftiges Wohnen reden, werden Materialien angesichts der aktuellen Entwicklungen in Design und Architektur noch mehr Bedeutung gewinnen. In der Vergangenheit sahen viele Büros oder Hotels ähnlich aus, alles war sehr vorhersehbar. Die Anforderungen sind heute komplexer – Interior Design muss möglichst einzigartig und authentisch sein. Es besteht daher ein wachsender Bedarf nach ungewöhnlichen und auch nachhaltigen Materialien.

Five + Sensotel by Yasmine Mahmoudieh

Welche Trends beobachten Sie zurzeit bei Materialien?

Grundsätzlich denke ich, dass Materialien mehr Funktionen haben als nur den schönen Look. Ich habe mich schon immer für Materialien interessiert, die entweder natürlich oder recycelbar sind. Heute ist es sehr wichtig, dass wir auf unseren ökologischen Fußabdruck achten. Es gibt so viele aufregende Materialien aus Bananenblättern, Harzen, alten Flaschen oder anderen Reststoffen, die wir verwendet haben. Gerade solche Materialien haben eine große Zukunft. Es ist ein bisschen wie mit den Bio-Lebensmitteln: Zuerst waren sie sehr teuer und kaum jemand hat sie wirklich konsumiert und jetzt gibt es sie in jedem Supermarkt. Mit Materialien ist es dasselbe – sobald das Eis einmal gebrochen ist, werden mehr ökologische Materialien für Design oder Architektur verwendet werden. Die interzum ist eine tolle Messe, um darauf hinzuweisen und Planern bei der Suche und der Nutzung solcher Materialien zu helfen.

Micro Apartment 26 sqm, © Yasmine Mahmoudieh

Auf der kommenden interzum halten Sie einen Vortrag über ein zukunftsweisendes Micro Apartment. Welches Konzept dahinter?

In Zukunft wird die Mehrzahl der Menschen in Städten leben. Die Art und Weise, wie wir sie bauen, ist daher eine große Herausforderung. Vor diesem Hintergrund sprechen wir heute über Micro Apartments und Kleinwohnungen. Es ist ein Handel mit Quantität und Qualität: Räume werden kleiner und erhalten gleichzeitig mehr Lebensqualität. Wenn Sie in der Stadt arbeiten oder unter Leuten sein möchten, müssen Sie hier leben. Große Wohnungen sind aber nur noch außerhalb der Stadtzentren erschwinglich. Wohnräume werden daher kleiner, müssen aber schlauer und besser gestaltet sein. Wohnungsanbieter müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie attraktiv für ihre Mieter bleiben, indem sie deren Lebens- und Arbeitsgewohnheiten beobachten. Die Anforderungen ändern sich grundlegend.

Welche besonderen Anforderungen sehen Sie heute?

Der Trend zu Mini-Apartments hat auch damit zu tun, dass Menschen in der digitalen Welt häufig einsam sind und diese neuen Konzepte ganze Communities bilden. Persönlicher Raum wird für kollektive Räume aufgegeben, um sich mit anderen Bewohnern zu treffen und auszutauschen. Erfolgreiche Mini-Apartment-Komplexe verfügen heute über attraktive öffentliche Bereiche ähnlich wie in Hotels. Convenience lautet das Schlüsselwort. Es wird mehr und mehr versucht, den Nutzer und seine Bedürfnisse zu verstehen. Daher geht es um Coliving, Coworking, Collaboration. Es entstehen somit Orte der Begegnung.

„Digital Detox“, Sleep & Eat London 2018, © Yasmine Mahmoudieh

Welche Funktionen und Möbel gewinnen dabei an Bedeutung?

Ich habe mit Airbus zusammengearbeitet und beim Entwerfen von Innenräumen für Flugzeuge muss man sich mit Millimetern befassen. Im Bereich des Wohnens wird das in Zukunft ähnlich sein. Wir müssen clevere Möbel entwickeln, die multifunktional sind und den Raum viel besser nutzen. In Micro Apartments erhalten Materialien eine viel größere Bedeutung, weil alles sehr nah ist. Wir sollten auch die Stimmung von Räumen verändern können. Hierfür gibt es digitale Tools, aber auch Lichtquellen, die vom Tag zum Abend wechseln. Ich möchte Töne in Wohnräume integrieren. Wie lassen sich schöne Naturgeräusche in einer Stadtwohnung reproduzieren? Wie kann saubere Luft gefiltert werden? Man muss sich mehr Gedanken über das Wohlbefinden der Bewohner machen.

Was erwarten Sie von der kommenden interzum?

Wir leben in einer Zeit, in der sich Fortschritt, Entwicklung, Innovation und neue Ideen beschleunigen. Ich freue mich daher sehr auf die diesjährige interzum, da ich immer auf der Suche nach neuen Materialien bin. Die Messe ist hierfür eine tolle Gelegenheit, weil sie innovative Produkte und Lösungen aus der ganzen Welt zeigt. Gleichzeitig befasst sie sich mit zukunftsorientierten Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Urbanisierung.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Mini Apartment 26 sqm by Yasmine Mahmoudieh

Mini Apartment 26 sqm by Yasmine Mahmoudieh

Mini Apartment 26 sqm by Yasmine Mahmoudieh

Guided Tours für Fachbesucher

07.05.2019

Um Besuchern einen Überblick über die Themen der Messe zu ermöglichen, bietet die kommende interzum kostenlose Guided Tours. Die Anmeldung erfolgt vor Ort.

Internationale Aussteller präsentieren auf der interzum Innovationen für die Gestaltung von morgen. Mit ihren drei Segmenten zeigt die Messe vom 21. bis zum 24. Mai zahlreiche Produktpremieren und zukunftsweisende Neuheiten. Um Besuchern einen Überblick im vielfältigen Spektrum von Themen zu ermöglichen, bietet die Messe Guided Tours in englischer Sprache. Die Führungen dauern ca. 1,5 Stunden und beschäftigen sich jeweils mit Neuheiten aus einem Messesegment. Zusätzlich findet jeden Tag eine Follow-the-red-line-Tour zu ausgewählten Eventflächen der interzum statt.

Folgende Guided Tours stehen zur Verfügung:

Dienstag, 21. Mai 2019

9:30 Uhr Follow the red line – AUSGEWÄHLTE SONDERFLÄCHEN

11:30 Uhr Materials & Nature – THEMA: SMARTE OBERFLÄCHEN

14:00 Uhr Function & Components – THEMA: VERSCHMELZENDE WOHNWELTEN

16:00 Uhr Textile & Machinery – THEMA: POLSTERMÖBEL MIT SYSTEM

Mittwoch, 22. Mai 2019

9:30 Uhr Follow the red line – AUSGEWÄHLTE SONDERFLÄCHEN

11:30 Uhr Materials & Nature – THEMA: ECO-MATERIALS

14:00 Uhr Function & Components – THEMA: KLEINE RÄUME GANZ GROSS

16:00 Uhr Textile & Machinery – THEMA: EFFIZIENZ FÜR MEHR SCHLAFKOMFORT

Um Besuchern einen möglichst hohen Benefit zu gewährleisten, ist die Teilnehmerzahl der Touren auf 20 Personen begrenzt – hier gilt: first com, first serve. Die Anmeldung erfolgt auf der interzum im Service Center auf dem Nordboulevard. Bitte finden Sie sich bis ca. 15 Minuten vor Beginn der jeweiligen Führung am Guided Tour Counter ein, um sich anzumelden und die benötigte Empfangstechnik zu erhalten. Eine Anmeldung für die Touren ist nur am jeweiligen Messetag möglich!

Weitere Informationen finden Sie hier

Drei Fragen an: Katrin de Louw

29.04.2019

Katrin de Louw

Auf der interzum 2019 gestaltet Katrin de Louw eine vielfältige Sonderschau für Material- und Oberflächentrends. Wir sprachen mit der Trendexpertin über die Bedeutung von Materialien und wegweisende Themen für das Möbeldesign von morgen.

Katrin de Louw, mit der Piazza „Trends in Surfaces & Wood Design“ gestalten Sie für die interzum 2019 eine eigene Sonderfläche. Welche zukunftsweisenden Themen und Entwicklungen stehen hier besonders im Fokus?

Bei uns geht es natürlich um Materialien, Werkstoffe und Oberflächen. Wir zeigen dort die neuesten Produkte unserer Aussteller und die wichtigsten Themen im Überblick. Neben den Holzarten, modernen Strukturverläufen, Farben, Dessins und Dekoren spielt hier natürlich auch die die Haptik der Produkte eine wichtige Rolle, die in Exponaten aber auch in Möbeln auf der Piazza erlebbar werden. Themen wie Nachhaltigkeit, Anti-Finger-Print, Digitaldruck und Leichtbau wird es auf der Piazza zu sehen geben. Und wir freuen uns, erstmalig auch Textilien integrieren zu können.

interzum 2019: Piazza "Trends in Surfaces & Wood Design", © Koelnmesse

Welche Rolle spielen Oberflächen für aktuelle Einrichtungstrends?

Oberflächen sind der erste Eindruck für Möbel und Interior und dafür gibt es ja bekanntlich keine zweite Chance. Die Bedeutung von Materialität und damit auch der Oberfläche wächst weiterhin. Nur mit der richtigen Oberfläche kann ich heute am Markt bestehen und ansprechende Innenarchitektur schaffen. Die Designtrends werden hier auch wesentlich von den technischen Trends getrieben oder auch von der emotionalen Anmutung.

Wie bewerten Sie grundsätzlich eine Messe wie die interzum als Plattform für Innovation und Inspiration?

Nur wer sich regelmäßig informiert kann Neues für sich entdecken und Chancen nutzen. Dabei muss es nicht immer um die große Innovation gehen. Manchmal genügt es alte Technik mit neuem Material zu kombinieren oder eben auch umgekehrt. Zukünftig wird das Thema Nachhaltigkeit und Hightech weiter Verschmelzen und hier auf der Messe gibt es nicht nur Anregungen, sondern man kann sein Netzwerk weiter ausbauen um Innovationen möglich zu machen. Auch für sich selbst und seine eigene Arbeit.

Weitere Informationen finden Sie hier

interzum 2019: Piazza "Trends in Surfaces & Wood Design", © Koelnmesse

Workshop: Innovationen bei Holzwerkstoffen

23.04.2019

Innovationsworkshop Holzwerkstoffe vor der interzum 2017, © Koelnmesse

Bekanntes Format, neues Konzept: Der Innovationsworkshop Holzwerkstoffe wird sich auch vor der kommenden interzum wieder mit spannenden Entwicklungen der Branche beschäftigen. Diesmal ist der Workshop selbst innovativ.

Einen Tag vor dem Start der interzum blickt der Innovationsworkshop Holzwerkstoffe am 20. Mai auf ambitionierte Forschungsvorhaben und faszinierende Anwendungen. Gemeinsam mit der Koelnmesse laden der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, das IHD Dresden und das Fraunhofer WKI zum traditionellen Fachaustausch ein. Die Branche erfährt so schon vor Beginn der internationalen Leitmesse, welche Innovationen die Holzwerkstoffindustrie zu bieten hat.

Hybrid-Werkstoff aus Holzschaum und Metall, © Fraunhofer WKI

Innovator Pitches für Neuheiten

Aktuell relevante Innovationen für Oberflächen, Klebstoffe oder die Verfahrensoptimierung werden im Workshop von Fachleuten beleuchtet und anschließend gemeinsam bewertet. Dabei gibt sich die Veranstaltung in diesem Jahr selbst innovativ. Besonders interessante Neuheiten werden in kurzen Pitches vorgestellt. Gewonnen hat, wer das Publikum in kurzer Zeit von seiner Idee überzeugen kann. Aufkommende Fachfragen können zwischen den Pitches diskutiert werden.

Verleihung des KAV-Förderpreises

Im Rahmen des Workshops verleiht der Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung traditionell den KAV-Preis. An herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden werden in diesem Jahr nicht nur das Preisgeld, sondern auch Praktikumsplätze in der Holzwerkstoffindustrie vergeben.

Innovationsworkshop Holzwerkstoffe vor der interzum 2017, © Koelnmesse

Zwiegespräch und Diskussionen

Im weiteren Verlauf des Workshops werden zwei Impulsvorträge die Erwartungen der Holzwerkstoff- und der Möbelbranche beleuchten. Dr. Jan Bergmann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie und Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie, nehmen aus unterschiedlichen Perspektiven zu den gleichen Thesen Stellung. An Thementischen mit Moderatoren und in der nachfolgenden Podiumsdiskussion kann das Fachpublikum die unterschiedlichen Thesen erörtern. Eine abschließende TED-Abstimmung unter allen Teilnehmern versucht dann herauszufinden, wo die Trends bei Qualität, Rohstoffen, Klebstoffen, Anwendung und Gesundheit liegen.

Weitere Informationen zum Workshop finden Sie hier .

Fokus auf Konsumenten: Die Piazza „Digitalisierung“ auf der interzum

08.04.2019

© Koelnmesse

Mit einer neuen Sonderfläche beleuchtet die interzum 2019 die Auswirkungen des Megatrends Digitalisierung auf die Wohnbranche. Im Zentrum stehen dabei Erwartungen von Konsumenten an den Kauf und Gebrauch von Möbeln.

Die Auswirkung der Digitalisierung auf die Möbel- und Einrichtungsbranche hat viele Aspekte. Sie reichen von der Digitalisierung im Möbel über neue Erlebnisse bei Auswahl und Kauf von Wohnwelten bis hin zu vollständig neuen Geschäftsmodellen. Als einem bestimmenden Trend unserer Zeit widmet die kommende interzum dem Thema daher eine eigene Sonderfläche. Konzipiert wird die neue Piazza „Digitalization: Focus on Consumer Trends!“ in Kooperation mit DC digitalconnection, einer Expertenagentur für den digitalen Wandel.

© Koelnmesse

Drei Trendbereiche

Die Klammer für die Sonderfläche bildet das Stichwort „Service Design“, das anhand von drei globalen Megatrends dargestellt wird. Jeder Teilbereich bezieht sich dabei auf bestimmte Aspekte dieser Trends. So nimmt der erste Bereich ein bewusstes und nachhaltiges Leben in den Fokus: Hier spielen Lösungen für kleinere Wohnräume, Mietmöbel und räumliche Sharingmodelle ebenso eine Rolle wie die nachhaltige Produktion, Nutzung und Wiederverwertung.Ein weiterer Trendbereich ist dem Kundenwunsch nach Individualisierung gewidmet und dreht sich um Modularität von Möbeln oder neue Erlebnisse bei Auswahl und Produktion der Einrichtung. Im dritten Trendbereich geht es um die Digitalisierung im Möbel und im Zubehör: Roboter, Sensorik und Smart Home bieten individualisierte Lösungen im persönlichen Umfeld.

© Koelnmesse

Vielseitigkeit und Kundennutzen im Fokus

Für Tanja Kruse Brandão von DC digitalconnection ist es besonders wichtig, die Vielseitigkeit und den konkreten Kundennutzen des Themas Digitalisierung zu erfassen. „Gemeinsam mit den ausstellenden Unternehmen möchten wir zeigen, wie die Digitalisierung dazu beitragen kann, Erwartungen der Kunden zu erfüllen und diese sowohl in der Produktentwicklung als auch von der Herstellung bis und Vertrieb und Recycling zu nutzen“, so Brandão. Auf der Piazza werden Aussteller ihre digitalen Lösungen als Antwort auf internationale Consumer Trends präsentieren. Dabei sind physische Produkte genauso vertreten wie neue Geschäftsmodelle und Lösungen, bei denen digitale Instrumente Entwurf, Produktion oder Verkauf voranbringen.

Chance zur Optimierung

„Uns geht es auf der Piazza darum, positive Ansätze und Best Practice Beispiele zu bündeln“, sagt Maik Fischer von der Koelnmesse als Director der interzum. „Digitalisierung, so wie wir sie zeigen, ist kein Selbstzweck – sie ist ein Instrument, um noch besser auf Kundenbedürfnisse einzugehen“, so Fischer.„Letztlich ist es eine Chance, besser zu werden und die gestiegenen Ansprüche der Endkunden im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Individualisierung sowie mehr Komfort beim Wohnen und Einkaufen zu befriedigen.“

Mehr Informationen unter: www-interzum.de

3 Fragen an: NUMAH

03.04.2019

Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia, © NUMAH

Welche Trends im Bereich Materialien und Oberflächen beschäftigen Architekten, Designer und andere Kreative? Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia bearbeiten mit ihrem Berliner Büro NUMAH Projekte in den Bereichen Architektur, Design und Kunst. Wir sprachen mit ihnen über neue Materialien und die kommende interzum 2019.

Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Garcia, wo sehen Sie derzeit – auch vor Ihrem Hintergrund in Architektur, Design und Kunst – spannende Trends bei Materialien und Oberflächen?

Yasmine Benhadj-Djilali: Es gibt da eine ganze Reihe von Entwicklungen, die wir mit großem Interesse verfolgen – beispielsweise die Integration neuer Technologien in Oberflächen oder auch verschiedene Neuheiten bei der Herstellung, Verwendung und Nachhaltigkeit von Materialien, die perspektivisch sehr interessant werden dürften. Mich persönlich faszinieren insbesondere Naturmaterialien und deren Verwendung bzw. Wiederverwendung. Wenn man nur mal an Materialien auf Pilzbasis denkt – das ist doch irgendwie so, als würde man Ressourcen aus dem Nichts erschaffen. Und Sie können auf sehr unterschiedliche Weise und in sehr unterschiedlicher Formgebung verwendet werden, darunter auch monolithische Formen, etwas, das mich sehr interessiert. Der Bedarf an ökologischen Lösungen kann eine starke, treibende Kraft für sehr positive Innovationen sein.

Adrian Sierra Garcia gemeinsam mit Carbondale, Paris: BMW Manhattan Showroom, New York, © Carbondale

Wie wichtig sind Ihnen Materialien und Oberflächen in Ihrer Arbeit?

Adrian Sierra Garcia: In unsere Zusammenarbeit haben wir viele Jahren an Erfahrung in Architektur, Innenarchitektur, Kunst und Design eingebracht, um gemeinsam ganz bestimmte Interior Design- und Architekturprojekte zu entwickeln. Mich fasziniert das poetische Möbel- und Interior Design von Yasmine. Darin verbinden sich neuartige Verbundwerkstoffe und Oberflächen nahtlos mit weichem Leder zu großen Volumina, die den Raum auf künstlerische Weise gestalten. In meinen eigenen Projekten beschäftige ich mich gerne mit ausgeklügelter Licht- oder Videotechnik wie adressierbare LEDs, kombiniert mit lichtdurchlässigem Glas oder Kunststoff. So schaffe ich funktionale Räume, die sowohl tiefgründig als auch auf spielerische Weise anregend sind. Wir möchten mit der Kombination aus Licht, Kunst und neuen Technologien neue Potenziale erschließen und Oberflächen schaffen, die wirklich lebendig sind und in ästhetischer Hinsicht überraschen.

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: Liege, Textiloberfläche mit Gabriela Reumer, © Patricia Parinejad

Yasmine Benhadj-Djilali, wenn Sie auf Ihren Besuch der letzten Ausgabe der interzum zurückblicken und jetzt nach vorne schauen: Was erwarten Sie von der kommenden Veranstaltung?

Yasmine Benhadj-Djilali: Eine Stärke der Messe ist aus meiner Sicht eindeutig die Vielfalt und Angebotstiefe, die von all den großen und kleineren Ausstellern präsentiert wird, und das sehr nah beieinander. Man kann sich einen wirklich exzellenten Überblick über die aktuellen Neuentwicklungen verschaffen – von Materialien und spezifischen Detaillösungen bis hin zu ganzheitlich realisierten Ansätzen. Ich bin vor allem an neuen Materialentwicklungen interessiert und sehr gespannt darauf, was sich hier getan hat. Materialien sind immer wichtig, um Lösungen im Design zu finden, inspiriert und offen für neue Möglichkeiten zu bleiben.

NUMAH entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Yasmine Benhadj-Djilali und Adrian Sierra Garcia.Yasmine Benhadj-Djilali ist Architektin und Designerin mit Sitz in Berlin. Auf der interzum 2017 war sie eine der Teilnehmerinnen an der Guided Tour für Architekten. Adrian Sierra Garcia ist Architekt und Künstler mit Wohnsitz in Tijuana (Mexiko) und Berlin.

www.numah.design

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: Galerieraum "Imago Camera", © Jan Peter Sonntag

Yasmine Benhadj-Djilali/YBDD: "Soft Target - Hiding Place", mit: Justyna Popławska, © Annette Hauschild

Adrian Sierra Garcia/Oidem: Lichtinstallation "Of Two", Simone-de-Beauvoir-Fußgängerbrücke, Paris, © Jaime Jacques

Mobile Spaces: interzum zeigt mobile Lebensräume der Zukunft

01.04.2019

Glacier Express (Interior: nose design experience), © Peter Hummel

Mit einer Sonderfläche greift die kommende interzum erneut eines der aktuell spannendsten Themen auf: das Leben in mobilen Räumen. Die Piazza „Mobile Spaces“ wirft einen Blick auf innovative Ausstattungen für Autos, Züge, Schiffe und Flugzeuge.

Innovative Ausstattungen

Ob Land, Wasser, Luft oder Schiene – das zentrale Thema der Piazza „Mobile Spaces“ auf der interzum 2019 wird der Mensch mit seinen Bedürfnissen sein. Als Innovationstreiber der Zuliefererbranche wagt die interzum mit der Sonderfläche einen Blick in die Zukunft. Vorgestellt werden innovative Möglichkeiten der Ausstattung mobiler Räume in den Bereichen „Automotive“, „Maritime“, „Aircraft“ und „Railway“.

© Nautilus Hausboote GmbH

Stärkerer Fokus auf Interior Design

Für Möbelhersteller und Innenausstatter ist die Gestaltung solcher Räume mit spezifischen Anforderungen in Hinblick auf Materialität, Technik und Sicherheit verbunden. Beim Automobil wird dies zum Beispiel durch die zunehmende Digitalisierung deutlich: Wenn neue Assistenzsysteme autonomes Fahren ermöglichen, rückt das Design der Innenräume stärker in den Mittelpunkt und muss mehr und mehr „wohnliche“ Aspekte berücksichtigen. Auch bei Bahn oder Flugzeug steht der Reisekomfort immer stärker im Fokus.

Breite Kompetenz der interzum-Aussteller

„Viele der interzum-Aussteller sind schon heute aktiv in der Ausstattung mobiler Räume, es gibt mithin schon eine breite Kompetenz in diesem Feld“ stellt der Director interzum Maik Fischer fest. „Mit der Piazza ‚Mobile Spaces’ wollen wir das Augenmerk der Besucher aus der Automobil-, Kreuzfahrt- oder auch Flugzeugindustrie auf diese Angebot lenken, denn nirgendwo sonst auf der Welt präsentiert sich eine so starke und innovative Interior Design-Industrie wie hier.“

Fahrzeugstudie ,,Tradition meets future‘‘ von KHALIL Design

Ein Blick in die Zukunft

Ein Beispiel für diese Kompetenz ist die Kooperation der interzum mit dem Furniture Club. Dieser wird die Musterkabine eines Kreuzfahrtschiffes auf der Piazza präsentieren und damit die Leistungsfähigkeit seiner Mitglieder betonen. Noch einen Blick weiter in die Zukunft weist das „Mobile Spaces material hub“ im Zentrum der Piazza. Das renommierte Studio KHALIL Design zeigt als Partner von Premium-Automarken wegweisende Materialinnovationen.

Die Piazza „Mobile Spaces“ ist vom 21. bis zum 24. Mai auf der interzum 2019 in Halle 10.1 zu erleben.

Von der interzum geförderte Veranstaltung: materials.cologne

22.03.2019

Material, Farbe und Oberfläche in Design, Innenarchitektur und Architektur stehen im Fokus der materials.cologne. Die Konferenz für Design und Innovation findet am 26. März in Köln statt und wird von der interzum gefördert.

Das interdisziplinäre Event materials.cologne wird in der Industrie- und Handelskammer zu Köln veranstaltet und bietet eine Innovations-Plattform für Design, Technik und Wirtschaft. Die ganztägige Fachkonferenz möchte Anregungen geben und dabei helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern. Sie richtet sich an Designer, Architekten und Innenarchitekten, an gestaltungaffine Verantwortliche aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Studierende der Gestaltungsdisziplinen sind ebenfalls eingeladen.

Vorträge und Workshops informieren über Neues aus den Bereichen Material und Fertigungsmethoden. Zu den Referenten gehören Prof. Paul Böhm (TH Köln), Gerd Ohlhauser (Surface Yearbook), Ruth Pauli und Christian Dorn (NCS Colour). Letztere leiten auch den Workshop „Farbe“. Den Workshop zum Thema „Oberfläche“ moderieren Gerd Ohlhauser und Alexander Rybol. Weitere Arbeitsgruppen gibt es zu den Themen „Digitalisierung in Handwerk und Industrie“ und „Innovative Materialien“. Unternehmenspartner stellen zudem im Sonderformat „materials.frames“ Produktneuheiten vor – darunter atemberaubende Texturen und sinnliche Oberflächen.

Mit vier Stunden ist die materials.cologne als Fortbildungsveranstaltung für Architekten und Innenarchitekten aus NRW anerkannt.

Informationen und Anmeldung unter: www.mat.cologne

Gestalterisches Erkunden: Interview mit Wolfram Putz von GRAFT

20.03.2019

Thomas Willemeit, Wolfram Putz, Lars Krückeberg von GRAFT, © Pablo Castagnola

Mit Büros in Berlin, Los Angeles und Beijing gehört GRAFT zu den renommiertesten Architektur- und Designbüros in Deutschland. Wir sprachen mit dem Büropartner und Mitgründer Wolfram Putz über Entwicklungen im Materialbereich und Customization in der Architektur.

Wolfram Putz, GRAFT ist im Interior- und Produktdesign ebenso tätig wie in Architektur und Städtebau. Welche wichtigen Trends sehen Sie heute im Bereich von Materialien und Oberflächen?

Wir sehen derzeit weniger eine Kehrtwende in den Trends als vielmehr eine Verstärkung bestehender Entwicklungen. Themen wie Rough Luxury, Health, Re- und Upcycling, Performance in Hinblick auf den ökologischen Impact setzen sich fort. Entsprechende Zertifizierungen werden im Markt stark nachgefragt. Darüber hinaus spielt Atmosphäre weiterhin eine wichtige Rolle, insbesondere eine natürliche Anmutung. Das ist auch in Ordnung, wir hätten aber gehofft, dass mit den neuen Kunststoffen vielleicht wieder so etwas wie eine zukunftsfreudige „Barbarella“-Euphorie entstehen könnte wie in den 60ern. Doch die differenziertere Botschaft, dass es sich um recyceltes Material handelt, lässt sich am ehesten vermitteln, wenn das Produkt entsprechend aussieht. Ein wirklicher Paradigmenwechsel in der Gestaltung steht noch aus. Das gilt auch für die Einbindung neuer Technologien. Wenn man etwa an leitende Oberflächen denkt oder an Vorhangstoffe, die ihre Lichtdurchlässigkeit verändern können: Das kommt eher en passant. Es wäre schön, wenn am Markt auch mehr gestalterisches Erkunden möglich wäre.

GRAFT: Old Mill Hotel, Belgrad/Serbien, © Tobias Hein

Inwieweit kooperieren Sie im Produkt- und Interiorbereich mit Herstellern, vielleicht auch was die Entwicklung von Materialien angeht?

Wir machen heute mehr Produktdesign als früher und arbeiten auch mit Herstellern zusammen. Wir entwickeln gerade etwa eine Teppichserie für einen großen Hersteller und entwerfen Möbel oder Beleuchtung, wo es etwa im Bereich LED, OLED etc. große technologische Fortschritte gibt. Gerade haben wir eine große Lichtskulptur mit einem Leuchtenhersteller entwickelt. Unsere Arbeit betrifft aber eher die Gestaltung als konkret Impulse an die Hersteller in der Materialentwicklung zu geben; dafür sind die Stückzahlen in der Regel nicht ausreichend.

GRAFT: Showpalast München, © Stefan Müller-Naumann, by courtesy of EQUILA

Über Stückzahlen gesprochen: Welche Rolle spielt Customization?

Das ist schon ein großes Thema. Das Versprechen des Rapid Prototyping hat sich aber noch nicht gänzlich bewahrheitet, wenn man auf die Kosten schaut. Armaturen ließen sich 3D-metalprinten, aber in der Regel werden doch die passenden Werkzeuge erstellt und das fließt in den Preis mit ein. Auch Gewährleistungsfragen sind schwieriger als bei traditioneller Herstellung. Generell gibt es in dieser Hinsicht eine Entwicklung, aber diese ist sehr produktabhängig. Wo die Industrie bereits entsprechende Möglichkeiten hat, nutzen wir sie. Darüber hinaus machen wir Customization im Möbelbau auf ganz klassische Weise, mit einem Tischler und einem Polsterer. Das hängt natürlich von der Funktion und vom Budget eines Architekturprojekts ab; bei einem Luxushotel sind andere Dinge möglich als im Wohnungsbau.

GRAFT: Drift Lounge für Interprofil, © ipdesign

GRAFT: Bibliolongue, © Hiepler Brunier Architekturfotografie

GRAFT: Phantom Table, © Studio Hamm (für SZ Magazin)

Digitalisierung ist heute ein prägendes Thema. Inwieweit wird sie schon ganz konkret in unsere Wohnräume integriert?

Die Digitalisierung wirkt sich auf Materialien und Produktion aus, betrifft aber auch die „Hardware Haus“. Wir beobachten eine steigende Nachfrage – in sehr ausgeprägter Form sprechen wir natürlich noch von einem High-End-Markt. Wenn zum Beispiel die Wohnzimmerwand zum riesigen LED-Screen werden soll, ist das eine Kostenfrage. Hinzu kommen sehr kurze Amortisierungsfristen, weil die Hardware nach wenigen Jahren schon wieder veraltet ist: Die extreme Entwicklungsgeschwindigkeit ist Treiber und gleichzeitig Bremse in der Implementierung. Hinzu kommt die Problematik des Data Harvesting, das geheime Abgreifen unserer privaten Informationen im Wohn- oder Arbeitsbereich, etwa über einen vernetzten Brandmelder, der keineswegs nur seine genuine Aufgabe erfüllt. Es wird sich zeigen, ob eine wachsende Aufmerksamkeit der Verbraucher für diese Risiken am Ende der Entwicklung Grenzen setzen wird.

GRAFT wurde von Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit gegründet und realisiert mit Büros in Berlin, Los Angeles und Beijing Projekte vom Produktdesign bis zum Städtebau. Gemeinsam mit Marianne Birthler kuratierte GRAFT den Deutschen Pavillon auf der Architekturbiennale in Venedig 2018.

www.graftlab.com

Mehr Komfort für wenig Raum: Piazza „Tiny Spaces“

15.03.2019

Aktuelle Studie für Micro Living: Upartments, © PAB Architekten

Ob New York, Berlin oder Tokio – in den Metropolen der Welt ist der Wohnraum knapp und teuer. Wie sich auch mit wenig Platz viel Komfort schaffen lässt, zeigt die kommende interzum. Auf der Piazza „Tiny Spaces“ präsentieren namhafte Aussteller der Möbel- und Einrichtungsbranche Lösungen für kleine Flächen.

Hochaktuelles Thema

Mit der neuen Piazza „Tiny Spaces – Living in compact homes“ greift die interzum eine hoch aktuelle Fragestellung auf. Schließlich wird der Wohnraum in den weltweiten Ballungszentren immer knapper bei gleichzeitig steigenden Mietpreisen. Wie Komfort und Wohnen auf engem Raum zusammengehen, ist daher ein zukunftsweisendes Thema – und das nicht nur für die Einrichtungsbranche.

Wohnen auf kleiner Fläche: Hotel Stay Kooook, © SV Hotel AG

Wichtige Impulse für die Einrichtung

Für die neue Piazza konnte die interzum eine Reihe hochkarätiger Unternehmen gewinnen: Atim, Blum, Hettich, Hommel, Häfele und Pessotto zeigen ihre Antworten auf die spezifischen Anforderungen für Wohnen auf engem Raum. Als Zulieferer der Möbelindustrie liefern sie wichtige Impulse für neue Entwicklungen in der Einrichtung. So lassen sich mit Beschlägen und dem Innenleben von Möbelstücken wahre Raumwunder vollbringen. Wie das funktioniert, macht die Sonderausstellung „Tiny Spaces“ deutlich. Mit unterschiedlichen, marktfähigen Lösungen wird das Thema Funktionalität in den Mittelpunkt gerückt. In lebensnaher Darstellungsform können die Besucher erkunden, wie Wohnen auf kleinem Raum aussehen kann.

Raumsparende Lösung: Micro Apartment von Häfele 2017, © Häfele

Interior Design für das Projekt Kanso in Frankfurt am Main, © PAB Architekten

Monocabin – ein Beispiel für ein Kleinstwohnhaus, © Monocabin

Multifunktional und wandelbar

Zu den Produkten, die auf der Piazza „Tiny Spaces“ zu sehen sein werden, gehört unter anderem ein elektrisches Schrankbettsystem mit Klappsofa von Pessotto. Die italienischen Kollegen von Atim haben für die Schau ein spezielles Möbelstück entwickelt, das exemplarisch zehn verschiedene platzsparende Lösungen zeigt. Der Beschlagspezialist Blum präsentiert auf einer drehenden Fläche überraschende Lösungen für Wohnzimmer, Bad und Diele, die sich auch an größere Flächen anpassen lassen. Als Komplettlösung steuert das Unternehmen Hommel ein multifunktionales Mikroapartment zur Sonderfläche bei.

Lösungen für die Bedürfnisse des Marktes

„Die Sonderausstellung Tiny Spaces ist das Bindeglied zwischen Kundenbedarf und Möbelindustrie“, sagt Maik Fischer, Director der interzum. „Unsere Aussteller haben das Ohr an den Bedürfnissen des Marktes. Sie entwickeln Lösungen für die jeweiligen Anforderungen und ermöglichen so den Möbelherstellern, auf funktionierende und innovative Komponenten zurückzugreifen, um ihrerseits innovative Komponenten zu produzieren.“ Um Besuchern die Lösungen auf der Piazza möglichst anschaulich vorzustellen, sind sie begeh- und erlebbar in voller Funktionsweise.

Drei Fragen an: PJMARES

11.03.2019

Der Fokus des belgischen Designerduos PJMARES liegt auf dem Interior Design und der Gestaltung von Objekten für den Innenbereich. In ihren Arbeiten verbinden sich traditionelle Handwerkskunst und eine architektonisch geschulte, strukturelle Denkweise mit einer spürbaren Freude am Design, die sich unmittelbar auf den Betrachter und Nutzer überträgt. Wir sprachen mit den beiden Partnern des Büros, Peter-Jan Scherpereel und Tom Mares, über Materialien, Oberflächen und Individualisierung.

Herr Scherpereel, Herr Mares, wo sehen Sie – als Produkt- und Interior Designer – die spannendsten aktuellen Trends im Bereich Materialien und Oberflächen?

Peter-Jan Scherpereel: Wir sind immer auf der Suche nach neuen Oberflächen und Materialien. Ehrlich gesagt, sind uns Trends dabei aber vielleicht nicht ganz so wichtig wie sie es vermutlich sein sollten. Wenn wir jedoch auf ein wirklich schönes neues Material oder eine interessante neue Oberfläche stoßen, die unseren Anforderungen genügt, dann setzen wir sie auch ein. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie sich dieser Bereich in den letzten Jahren entwickelt hat. Zum einen haben natürlich ökologische Erwägungen stark an Bedeutung gewonnen. Und gleichzeitig hat sich das visuelle Erscheinungsbild sehr stark ausdifferenziert. Es lässt sich heute sehr präzise bestimmen, welches das ideale Material für einen ganz bestimmten Einsatz ist – sei es High-Tech in Produktion und Performance oder eher gute Recycling-Eigenschaften. Und in ästhetischer Hinsicht bietet uns das mittlerweile verfügbare Spektrum an Materialien höhere Freiheitsgrade als jemals zuvor.

Wie wichtig sind Ihnen Materialien und Oberflächen in Ihrer persönlichen Arbeit? Worauf achten Sie dabei besonders?

Peter-Jan Scherpereel: Materialien und Oberflächen, ihr Aussehen, ihre Haptik und die Art und Weise, in der sie altern, sind uns sehr wichtig. Wir verwenden Materialien und Oberflächen oft als eine visuell-grafische Ebene, die wir über die Formen und Funktionen unserer Möbelstücke legen. Wir lieben es, Texturen und Farben auf unerwartete und spannende Art und Weise miteinander zu kombinieren, beispielsweise indem wir eher traditionelle Materialien und Verfahren mit High-Tech zusammenbringen. Schließlich sollten die Dinge um uns herum nicht langweilig sein, sondern inspirieren.

PJMARES: Bar Sanba, Antwerpen @ PJS Photography

PJMARES: DWS desk @ PJS Photography

PJMARES: Dressoir @ PJS Photography

Welche Rolle spielt individualisiertes Design auf dem heutigen Markt? Wie wichtig ist es, einzigartige Möbel und Objekte für individuelle Bedürfnisse und Geschmäcker produzieren zu können? Sie haben vor kurzem ein sehr erfolgreiches Küchensystem auf den Markt gebracht, das genau diese Aspekte in den Mittelpunkt stellt.

Tom Mares: Wir stellen bei unseren Kunden immer wieder ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Differenzierbarkeit fest. Wir kommen diesem Wunsch mit Möbeln nach, die zu 100 Prozent individuell angepasst werden können. So haben wir für unser NOMAX-Küchensystem ein modulares Metallsystem entwickelt, das als Struktur dient, um darauf aufbauend die typischen PJMARES-Materialkombinationen zum Einsatz zu bringen, die das Ensemble zu einer äußerst hochwertigen, leistungsstarken und dabei sehr persönlichen Küche machen.

Hinter PJMARES steht das Designerduo Peter-Jan Scherpereel und Tom Mares. PJMARES wurde 2014 gegründet und arbeitet vom belgischen Brüssel aus. Die Kollektionen des Labels stehen für anspruchsvolle, zeitlose Designs und Interieurs. PJMARES hat das NOMAX Küchensystem entwickelt.

PJMARES.com

VDID Newcomers’ Award: Nachwuchsdesigner gesucht

05.03.2019

Die Koelnmesse fördert junge Designer. Gemeinsam mit dem Verband Deutscher Industrie Designer verleiht sie auf der interzum den VDID Newcomers‘ Award. Nachwuchsentwerfer haben noch bis zum 20. März 2019 Zeit für die Einreichung ihrer Hochschulprojekte.

Herausragende Studienleistungen

Mit dem VDID Newcomers‘ Award werden herausragende Studienleistungen ausgezeichnet. Angehende Industriedesigner werden so beim Einstieg in den Beruf unterstützt. Mit der interzum bietet die Koelnmesse dem Nachwuchs außerdem eine wirksame Plattform. Für die Einreichung zugelassen sind Arbeiten aus allen Sparten des Produkt- und Industriedesigns – von Haushalt und Interior über Industrie und Büro bis hin zu Interface Design. Die feierliche Preisverleihung findet am 24. Mai auf der interzum statt.

Hohes Niveau der Einreichungen

„Die Einreichungen zeigen alle zwei Jahre sehr anschaulich, auf welch hohem Niveau sich die Designausbildung in Deutschland befindet“, so Stefan Eckstein, der Präsident des VDID. Gemeinsam mit seinen Jurykollegen wählt er für den Award die besten Studienprojekte und Abschlussarbeiten an deutschen Hochschulen aus den Jahren 2017 bis 2019 aus. Am Ende des Auswahlprozesses werden drei gleichwertige Hauptpreise vergeben. Hinzu kommt ein Sonderpreis für „Licht im Produktdesign“.

Innovation braucht Zusammenarbeit

Für Maik Fischer, Director der interzum, ist diese Art der Nachwuchsförderung enorm wichtig: „Innovation braucht heute die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen, damit meine ich den Austausch zwischen Entwicklung und Anwendung, zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups, zwischen Jung und Alt.“ Die interzum bietet daher nicht nur eine weltweit einmalige Plattform für Produktinnovationen, sondern auch ein internationales Branchenforum. „Hier begegnen sich verschiedenste Menschen auf Augenhöhe“, so Maik Fischer, „eben auch Industrievertreter und Nachwuchskräfte, die die Produkte von Morgen revolutionieren könnten.“

Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.vdid.de

interzum Future Lab: Wegweisendes Event in Zürich

21.02.2019

„Die Zukunft beginnt hier“ – ein Versprechen, das die interzum immer wieder aufs Neue einlöst. Ihr 60-jähriges Jubiläum war der Anlass für ein ganz besonderes Event, das am 14. Februar in Zürich stattfand. Zum interzum Future Lab trafen sich dort Pressevertreter aus ganz Europa, um gemeinsam mit international renommierten Experten einen Blick auf die Gestaltung zukünftiger Lebensräume zu werfen.

Workshops für Zukunftsthemen

Als weltweit größte Messe für Innenausbau und Möbelfertigungist die interzum eine internationale Plattform für Innovationen. Was hier gezeigt wird, prägt die Lebenswelten von morgen und verweist auf grundlegende Fragen. Wie sieht das Wohnen in 20 Jahren aus? Wie werden wir uns künftig fortbewegen? Welche Materialien und Funktionen prägen das Design und die Architektur von morgen? Diese und andere Zukunftsthemen standen beim interzum Future Lab in Zürich im Mittelpunkt. Verschiedene Workshops luden in der kreativen Atmosphäre der Zürcher Coworking-Location Kraftwerk zu anregenden Diskussionenein. Beleuchtet wurden dabei globale Megatrends, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Zulieferer- und Einrichtungsbranche haben.

Vielfältiges Themenspektrum

Nach einer Einführung durch Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse, machte die international tätige Star-Architektin Yasmine Mahmoudieh den Auftakt für das interzum Future Lab. In Ihrer Keynote blickte sie auf wegweisende Trends für die Gestaltung zukünftiger Wohn- und Arbeitsräume mit einem Schwerpunkt auf den Einsatz außergewöhnlicher Materialien. In den anschließenden Workshops präsentierte der IT-Experte Dr. Gerd Wolfram die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Möbelindustrie, während Dr. Sascha Peters Neuheiten im Bereich „Disruptive Materials“ vorstellte – beide Themen werden auf der kommenden interzum mit eigenen Sonderflächen in Szene gesetzt. Auch das Zukunftsthema „Tiny Spaces – Wohnen auf kleinen Flächen“ wurde durch die Architekten Dr. Krista Blassy und Thiago Zaldini mit Projektbeispielen herausgestellt. Außerdem war der Designer Christian Harbeke vom renommierten Zürcher Studio Nose Design Experience vor Ort, der innovative Beispiele für mobile Räume präsentierte.

Ausblick auf die kommende Veranstaltung

Insgesamt gab es ein vielfältiges Themenspektrum, mit dem die interzum einmal mehr ihren Anspruch als Zukunftstreiber und Inkubator für Innovationen unterstrichen hat. „Indem wir uns intensiv mit den wegweisenden Trends beschäftigen und unseren Besuchern Lösungen für Fragen anbieten, die sich ihnen vielleicht erst in der Zukunft stellen, schaffen wir ein konsistentes Markenerlebnis oder das interzum feeling“, wie Matthias Pollmann betonte. Gleichzeitig gab das interzum Future Lab einen Ausblick auf die kommende Veranstaltung vom 21. bis zum 24. Mai 2019. Dann wird Köln wieder zum Treffpunkt für die globale Zulieferbranche, um Produktpremieren für die Gestaltung von morgen zu erleben.

3 Fragen an: Sebastian Herkner

08.02.2019

Sebastian Herkner, Foto: © Gaby Gerster

Sebastian Herkner, Foto: © Gaby Gerster

Sebastian Herkner gehört zu den gefragtesten Designern der Gegenwart. Bei der Gestaltung von Objekten und Möbeln für internationale Hersteller liegt sein besonderes Augenmerk auf den verwendeten Materialien. Wir sprachen mit ihm über Einflüsse auf seine Arbeit und die Verbindung von alter Handwerkskunst mit neuester Technologie.

Sebastian Herkner, welchen Stellenwert haben Materialien und Oberflächen für Ihre Arbeit als Designer, für die Entwicklung und Ausprägung Ihrer Entwürfe?

Das Material steht meist elementar am Anfang meines Designprozesses. Hier ist natürlich die Herstellungstechnik bzw. Verarbeitung entscheidend. Oberfläche und Farbe gehen damit einher und sind entscheidend für den Charakter des Entwurfes.

Das Haus, imm cologne 2016, Foto: © Koelnmesse

Das Haus, imm cologne 2016, Foto: © Koelnmesse

Ihre Arbeit verbindet das Bewusstsein für klassische Verarbeitungsweisen und Materialien mit neuen Technologien und Finishings. Welche Rolle spielt die Expertise der Hersteller, auch in Zusammenarbeit mit Ihnen, in diesem Prozess?

Ich als Designer bin auf Hersteller angewiesen. Sie sind der wichtige Partner zusammen mit den Handwerkern, welche meine Ideen in die Realität umsetzen.

Wohnen, Arbeiten, freie Zeit verbinden sich heute immer mehr, räumlich wie zeitlich. Die Digitalisierung unserer Lebenswelten und die zunehmende Mobilität verstärken dies noch. Was bedeuten diese Phänomene für den Designer und seine Herangehensweise?

Diese sozialen Veränderungen beeinflussen meine Arbeit sehr bei der Entwicklung neuer Möbelansätze. Ich hinterfrage und entwickle neue Typologien, Strukturen und Denkmuster. Hier kommt den Gestaltern und ihrer Haltung eine große Verantwortung zu.

Mit seinem 2006 gegründeten Studio entwirft Sebastian Herkner Möbel, Leuchten und Objekte für zahlreiche internationale Hersteller. Darüber hinaus realisiert er Interiors und Ausstellungsdesigns. Bei der imm cologne 2016 war Herkner als Guest of Honor für „Das Haus – Interiors on Stage“ verantwortlich.

DELIGHT 02 by Sebastian Herkner - tables in glass - pulpo GmbH
Kollektion Circo für Ames, Foto: © Andreas Valbuena
 Kollektion Soave für La Cividina, Foto: © La Cividina

Glastisch Delight für Pulpo, © Pulpo GmbH

Kollektion Circo für Ames, Foto: © Andreas Valbuena

Kollektion Soave für La Cividina, Foto: © La Cividina

interzum 2019: Digitaldruck im Fokus

04.02.2019

© Hymmen GmbH

© Hymmen GmbH

Einer der zentralen Begriffe in der heutigen Möbelfertigung lautet „Individualisierung“. Bei der Gestaltung von Möbeln und Textilien nach persönlichen Vorstellungen spielt der Digitaldruck eine zentrale Rolle. Die interzum 2019 widmet dieser zukunftsweisenden Technologie eine eigene Sonderfläche und zeigt ein breites Anwendungsspektrum.

Individualisierung ist einer der Megatrends in der Gestaltung heutiger Lebensräume. Ob Industrie 4.0, neueste Materialien oder Werkstoffe – vielfach dienen sie vor allem zur Umsetzung vielfältiger Kundenwünsche. Entscheidend hierfür sind technische Innovationen wie der Digitaldruck. Er ist eine Schlüsseltechnologie für die effiziente Produktion individueller Möbeloberflächen oder Textilien. Doch welche aktuellen Entwicklungen und zukunftweisenden Innovationen gibt es in diesem Bereich? Als Impulsgeber für die Möbelfertigung und den Innenausbau widmet sich die interzum dieser Frage bei ihrer nächsten Ausgabe mit einer eigenen Sonderfläche.

Gedruckte Holzstruktur, Foto: © Hymmen GmbH

Gedruckte Holzstruktur, Foto: © Hymmen GmbH

„Die zuletzt zügige Entwicklung bei der Einsatzfähigkeit und -stabilität im Digitaldruck hat uns überzeugt, dass wir diesem Thema mehr Raum auf der Messe geben wollen“, sagt Maik Fischer, Director der interzum. „Der Wunsch zum Einsatz dieser Technik wächst bei unseren Besuchern“, unterstreicht er die thematische Akzentuierung. Vom 21. bis zum 24. Mai präsentiert die interzum in Halle 3.2 aktuelle Anwendungen für den Digitaldruck. Von der Gestaltungsidee bis zum fertigen Möbelstück werden auf der Edutainment-Fläche alle wichtigen Prozessschritte gezeigt – beginnend mit der Dekorauswahl über die Überführung in die IT-Programme bis hin zum eigentlichen Druck und dem anschließenden Finishing. Besucher erfahren auf diese Weise, wie die Technologie sinnvoll in ihre Prozesse integriert werden kann.

„Dass die Koelnmesse die einzelnen Schritte erläutert, die zu einer erfolgreichen Integration von Digitaldruck in die Möbelproduktion und die Innenraumgestaltung notwendig sind, ist für die Unternehmen äußerst hilfreich,“ sagt Dr. Anke Pankoke von der Hymmen GmbH. Das Bielefelder Unternehmen ist auf der interzum 2019 als Aussteller präsent und wird die Edutainment-Fläche als Partner mit Inhalten unterstützen. „Digitaldruck gibt Möbelherstellern, Architekten und Inneneinrichtern die Möglichkeit, flexibel und schnell auf die Kundenbedürfnisse einzugehen“, so Dr. Pankoke weiter. Mit der Sonderfläche auf der interzum wird hierfür wertvolles, praxisnahes Know-how vermittelt.

Maßgeschneidert: 3D-Druck in der Möbelindustrie

28.01.2019

Gedruckte Möbeloberfläche Radiolaria von OceanZ und Lilian van Daal, © Manon van Daal

Gedruckte Möbeloberfläche Radiolaria von OceanZ und Lilian van Daal, © Manon van Daal

Längst hat die Möbelindustrie den 3D-Druck für sich entdeckt. Unternehmen und Designer suchen nach neuen Anwendungen und experimentieren mit Materialien und Formen. Doch welche Chancen und Vorteile bietet das Verfahren wirklich? Aktuelle Projekte zeigen das Potenzial des 3D-Drucks für die Einrichtungsbranche.

Viele Unternehmen und Entwerfer aus dem Möbelbereich arbeiten schon seit einiger Zeit mit dem 3D-Druck und haben erste Erfahrungswerte gesammelt. Die Technologie lässt sich vielfältig einsetzen – ob für die Herstellung von ganzen Möbeln oder einzelner Komponenten. Dabei liegen die Vorteile des Verfahrens auf der Hand: Der kreativen Gestaltung sind kaum Grenzen gesetzt, die Auswahl der Materialien ist flexibler und es wird kaum Abfall produziert. Außerdem bieten sich Vorteile bei der Montage und individuellen Anpassung von Möbeln.

Das große schwedische Möbelhaus mit den vier Buchstaben hat den 3D-Druck bereits für die Produktion von Strickmöbeln und Ersatzteilen eingesetzt. Außerdem plant der Konzern einen Stuhl für Online-Gamer, dessen 3D-gedruckte Sitzfläche an die Anatomie des jeweiligen Käufers angepasst werden kann. Ähnliche Beispiele gibt es auch aus der freien Designszene. Der Data Hocker des niederländischen Designers Henri Canivez misst zum Beispiel die Größe und Form des einzelnen Nutzers. Über einen Algorithmus wird dann mittels 3D-Druck die Sitzfläche gestaltet.

Gerade für solche individualisierten Produkte scheint das Verfahren prädestiniert zu sein. Ein aktuelles Forschungsprojekt des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD) sucht nach einem neuen Federungssystem für Polstermöbel unter Verwendung des Fused-Filament-Fabrication-Verfahrens. Das Projekt soll die Anpassung des Sitzkomforts an Kundenwünsche wesentlich erleichtern.

„3D-FeSy“ Federungssystem
Rapid Liquid Printing
Mit dem Paper Pulp Printer gedruckte Objekte
Gedruckte Möbeloberfläche
Esszimmer-Ensemble „Saul“

„3D-FeSy“ Federungssystem für Polstermöbel im Druckprozess, © Institut für Holztechnologie Dresden (IHD)

Rapid Liquid Printing: neuartiges 3D-Druckverfahren für Büromöbel © Steelcase

Mit dem Paper Pulp Printer gedruckte Objekte aus Papierabfall, © Beer Holthuis

Gedruckte Möbeloberfläche Radiolaria von OzeanZ und Lilian van Daal, © Manon van Daal

Esszimmer-Ensemble „Saul“ mit 3D-gedruckten Verbindungselementen, © Jon Christie

Zu den größten Vorteilen des 3D-Drucks gehört dessen Geschwindigkeit – und diese wird ständig optimiert. „Rapid Liquid Printing“ heißt eines der neuesten Verfahren, das Forscher vom MIT Lab im letzten Jahr gemeinsam mit dem Möbelhersteller Steelcase entwickelt haben. In einem mit Gel gefüllten Container baut das neuartige Druckverfahren Objekte schichtweise auf. Viel schneller als mit konventionellen Methoden sollen so Strukturen erstellt werden, um Büromöbel stärker personalisieren zu können.

Immer häufiger wird der 3D-Druck außerdem für die Wiederverwendung von Rohstoffen eingesetzt. Forscher der Michigan Technology University haben aus recycelten Holzabfällen der Möbelindustrie ein Filament für den 3D-Drucker entwickelt. Ziel des Projektes ist es, aus den Holzresten neue Möbelkomponenten herzustellen. Aus recycelten Papierabfällen bestehen dagegen die Einrichtungsobjekte des niederländischen Designers Beer Holthuis. Sein Paper Pulp Printer stellt Objekte aus Papierbrei her, der eine nachhaltige Alternative zu Kunststoff sein könnte.

Als Biomimikry bezeichnet die Designerin Lilian van Daal ihr Projekt eines Stuhls, den sie zusammen mit der 3D-Druck-Firma OceanZ konzipiert hat. Dieser besteht aus nur einem Material, das stabil und gleichzeitig flexibel ist und sich an Kleinstlebewesen orientiert. Die abfallfreie Produktion des Stuhls kommt ohne Schäume und Klebstoffe aus.

Zukunftsweisend erscheint das 3D-Druck-Verfahren besonders für die Herstellung einzelner Komponenten. Als einer der ersten Designer hat der schottische Entwerfer Jon Christie traditionelle Möbelfertigung mit der neuen Technologie verknüpft. Mit Verbindungselementen aus dem Drucker lassen sich seine hölzernen Sitzmöbel schnell montieren und nach Wünschen der Kunden gestalten.

Noch handelt es sich bei vielen mit dem 3D-Drucker produzierten Möbeln um aufwändige Designexperimente. Doch es scheint nur eine Frage der Zeit, bis mit dem additiven Verfahren auch preiswerte Objekte für den Massengebrauch produziert werden können. Aspekte der Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung sprechen ebenso dafür wie die Vorteile einer schnellen und personalisierten Fertigung.

3 Fragen an: Daniel Trappen, kadawittfeldarchitektur

16.01.2019

Daniel Trappen kadawittfeldarchite

Daniel Trappen, kadawittfeldarchitektur © Carl Brunn

Welche Trends beschäftigen Architekten und Interior Designer bei Materialien und Oberflächen? Wir sprachen mit Daniel Trappen vom renommierten Büro kadawittfeldarchitektur über neue Entwicklungen in diesen Bereichen und seine Erwartungen an die kommende interzum.

Daniel Trappen, welche aus Ihrer Sicht besonders spannenden Trends sehen Sie heute im Bereich von Materialien und Oberflächen?

Die Haptik von Materialien und Oberflächen ist wieder in den Fokus gerückt. Zum einen im Sinne von „Cosyness“ und einer „neuen Gemütlichkeit“, zum anderen im Sinne von Natürlichkeit im Rahmen eines nachhaltigen Biodesigns. Das sind Themen, die nicht nur im Wohnbereich, sondern gerade auch in heutigen Arbeitswelten eine immer zentralere Rolle spielen, zumal neue Technologien es erlauben, sehr individuell zu planen, was unserer Auffassung von maßgeschneiderten Innenräumen entspricht.

Neue-Direktion

kadawittfeldarchitektur: Neue Direktion, Köln © Jens Kirchner

Wie wichtig sind Materialien und Oberflächen für Ihre eigene Arbeit? Ihr Büro verfolgt bei einzelnen Projekten auch Recycling- und Cradle-to-Cradle-Konzepte; sind das Entwicklungen, die auch im Interiorbereich an Bedeutung gewinnen können?

Cradle-to-Cradle- und Recycling-Konzepte sind für uns zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre; Aspekte wie Wiederverwertbarkeit, Sortenreinheit und Recyclingfähigkeit stehen immer mehr im Fokus. Der anfangs vielleicht der DIY-Nische verschriebene Upcycling-Trend ist längst marktfähig geworden und findet schon heute Anwendung in einigen industriellen Prozessstrukturen. Neben der Verwendung bereits existierender Recycling-Produkte sehen wir unsere Aufgabe als Planer auch darin, durch Nachfrage und Kooperationsangebote Hersteller dazu zu bewegen, innovative Neuentwicklungen voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund interessieren wir uns für Produkte, die aus Produktionsabfällen gewonnen werden und die positiven Materialeigenschaften nutzen – z.B. Plattenmaterialien, die aus verpressten Resten aus der Stoffproduktion bestehen und als dekoratives, akustisch wirksames Filzpaneel eingesetzt oder als Plattenwerkstoff zu Möbeln verbaut werden können. Oder auch für Lederfaserstoffe, die als Platten- oder Wand-Beschichtung besondere haptische Qualitäten aufweisen, und für alternative Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Ananas-Leder.

LWL-Klinik

kadawittfeldarchitektur: LWL-Klinik, Küchenhaus, Dortmund © Andreas Horsky

Welche Erwartungen haben Sie an die anstehende interzum, auch in Anknüpfung an Ihren Besuch auf der vorigen Messe?

Wir hoffen, weitere spannende neue Themenfelder zu entdecken und neue Denkanstöße zu erhalten. Interessant ist es natürlich, immer wieder aufs Neue ein Update über den breiten Markt im Bereich von Materialien und Oberflächen zu bekommen. Wir sind aber auch neugierig, ob bereits visionäre Ansätze der vergangenen interzum – das erwähnte Feld der Recyclingverfahren ist da eines von vielen – weitergedacht und professionalisiert wurden. Und welche neuen Technologien auftauchen, die vielleicht erst am Anfang ihrer Markttauglichkeit stehen. Besonders spannend in der Vergangenheit haben wir den interdisziplinären Ansatz der interzum gefunden, eigentlich branchenfremde Produktionstechniken zu zeigen, die großes Potential für die eigene Inspiration und Innovationen im Interiorbereich bergen.

Daniel Trappen ist Head of Interior Design bei kadawittfeldarchitektur in Aachen. Schwerpunkte des renommierten Büros liegen u.a. bei Wohn- und Bürobauten, Messeprojekten und Museen und reichen von Interiors bis zu städtebaulichen Planungen. Daniel Trappen war bei der interzum 2017 Teilnehmer der Führung für Architekten.

kadawittfeldarchitektur: DocMorris Headquarters, Heerlen (NL) © Andreas Horsky

kadawittfeldarchitektur: DocMorris Headquarters, Heerlen (NL) © Andreas Horsky

Innovative Sonderschau: „Disruptive Materials“ auf der interzum 2019

20.12.2018

Disruptive Materials

Papierfußboden Paprfloor für temporäre Bauten, © Paprfloor

Junge Designer setzen sich zunehmend mit der Verknappung der Ressourcen auseinander. Sie beleben alte Handwerkstechniken wieder und setzen auf lokal verfügbare Rohstoffe. Mit einer Sonderfläche zeigt die interzum 2019, wie die Rückbesinnung auf geschlossene Materialkreisläufe die Designwelt verändern könnte.

Wissenschaftler und andere Experten sind sich einig: Der Verbrauch unserer Ressourcen kann nicht so weitergehen wie bisher. Mit dem heutigen Konsum wird unsere moderne Lebensweise wohl nicht über die nächsten Generationen hinweg aufrechterhalten werden können. Junge Unternehmen und Designer setzen sich daher zunehmend mit dieser drohenden Verknappung auseinander. Sie überdenken die heutigen Materialströme und Recyclingprozesse und arbeiten daran, die Nutzung und Lebensdauer von Ressourcen zu optimieren. Doch statt auf Hightech setzen sie dabei auf fast vergessenes Know-how alter Handwerkstechniken und das Bewusstsein für lokal verfügbare Pflanzen oder Reststoffe – Wissen, das früher von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Mit der Sonderfläche „Disruptive Materials – Changing the Future“ widmet sich die kommende interzum vom 21. bis zum 24. Mai 2019 solchen Materialien und Produktionsverfahren. „Der Titel der Ausstellung leitet sich von dem Begriff Disruptive Technologies ab“, erklärt Dr. Sascha Peters. Mit seiner Berliner Materialagentur Haute Innovation kuratiert der Experte die Sonderschau auf der internationalen Leitmesse. „Disruptive Technologien beschreiben Neuerungen, die nicht nur einen Richtungswechsel herbeiführen, sondern vielmehr ein bestehendes System ersetzen“, so Peters. Die Abgrenzung disruptiver Materialien zu Werkstoffinnovationen bezieht sich daher vor allem auf die Art und Weise der Veränderung. Während Innovationen einen bestehenden Markt weiterentwickeln, sind die Auswirkungen distruptiver Technologien weitreichender. Für den Verbraucher ist der Effekt einer disruptiven Veränderung in der Regel erst zeitversetzt spürbar. So wie die Erfindung der LED-Beleuchtung nach und nach die Glühbirne ersetzt hat, so könnten die ausgestellten Materialien in Zukunft große Auswirkungen auf die Gestaltung von Möbeln und Interior Design haben.

Disruptive Materials
Disruptive Materials
Disruptive Materials
Disruptive Materials

Rapid Liquid Printing: Vom MIT und Steelcase entwickeltes neuartiges 3D-Druckverfahren für Möbel, © Steelcase

Autointerieur von Volvo mit Teilen aus recyceltem Plastik von Bcomp, © Volvo Car Group

Individuelles Produkt für die Massenfertigung: Fahrradrahmen aus Holz von My Esel, © My Esel

Lasersublimation von Massivholz, Furnieren oder anderen organischen Materialien, © Strasser AG Thun

Die Piazza „Disruptive Materials“ gibt Besuchern der kommenden interzum einen Einblick in die Vielzahl an disruptiven Materialien und Technologien, die heute entwickelt und erprobt werden. Die Ausstellung wird in vier große Themenschwerpunkte unterteilt. Neben biobasierten Materialien und natürlichen Wachstumsprozessen werden Lösungen für die Verbesserung der Effizienz von Produkten vorgestellt. Außerdem geht es um digitale Materialien und smarte Systeme sowie um produktionsbezogene Materialinnovationen. Informationen zu den jeweiligen Eigenschaften, Anwendungen oder zum Produktlebenszyklus ergänzen die Präsentation. Dabei geht es um Materialströme, die ursprünglich für eine Massenproduktion nicht interessant waren. Mit dem Wunsch Materialkreisläufe zu schließen, treten diese Entwicklungen nun in das Bewusstsein zurück und könnten die Einrichtungswelt nachhaltig verändern.

Piazza Surfaces & Wood Design: Die interzum 2019 setzt Oberflächen in Szene

12.12.2018

Piazza Surfaces & Wood Design

Piazza Surfaces & Wood Design

Die interzum ist der Branchentreffpunkt für neue Material- und Oberflächentrends. Auf der kommenden Veranstaltung wird neben den Neuheiten der Aussteller auch eine Sonderschau die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich beleuchten. Die Piazza „Surfaces & Wood Design“ zeigt Produktlösungen für die Innenarchitektur und das Möbeldesign von morgen.

Die Vielfalt an neuen Oberflächen für die Möbel- und Raumgestaltung ist groß. Wer Orientierung in der wachsenden Zahl von Neuheiten sucht, dem bietet die kommende interzum einen exklusiven Überblick. Zahlreiche Aussteller präsentieren hier ihre aktuellen Produkte und Neuheiten. Außerdem widmet die Messe dem Thema Oberflächen erneut eine eigene Sonderschau: Die Piazza „Surfaces & Wood Design“ wird in Halle 06.1 beleuchten, wie innovative Oberflächenmaterialien die Gestaltungsmöglichkeiten der Branche erweitern. In die Zukunft weisende Entwicklungen für die Innenarchitektur und das Möbeldesign werden hier auf einer Fläche gebündelt.

Piazza Surfaces & Wood Design

Piazza Surfaces & Wood Design

Kuratiert wird die Piazza „Surfaces & Wood Design“ von der Innenarchitektin und Trendexpertin Katrin de Louw. Mit ihrer Agentur Trendfilter® war sie bereits auf der vergangenen interzum für eine Sonderfläche zum Thema Oberflächen verantwortlich. „Wir wollen die Entwicklungen der Hersteller erlebbar machen und aus der großen Menge der Neuentwicklungen, die wichigsten in den Fokus nehmen“, beschreibt Katrin de Louw ihre Intention. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sie den Workshop-Charakter der Fläche verstärkt: Baustahlmatten als Exponatenträger setzen die Produkte lässig in Szene. An großen Tischen können die Besucher die Haptik und Handmuster erleben und erhalten einen konzentrierten Einblick in die Vielzahl der Möglichkeiten, die Trägermaterial und Oberfläche den Kunden bieten.

Piazza Surfaces & Wood Design

Piazza Surfaces & Wood Design

Gegliedert wird die Piazza in die Trendbegriffe „Sustainability“, „Customized“, „Haptic“, „Lightweight“, „Digital-Printing“, „Anti-Fingerprint“ sowie „Wood & Stones“. Dabei werden auf der Sonderfläche nicht nur Holz und Werkstoffe, sondern auch benachbarte Produktgruppen wie zum Beispiel Möbelgriffe oder Polster- und Dekorstoffe gezeigt. Gegenüber der interzum 2017 erhält die Sonderschau zudem deutlich mehr Fläche durch die Verlegung des Vortragsbereiches in die Halle 04.2. So können Besucher auf der Sonderfläche und bei den Fachvorträgen renommierter Experten die große Vielfalt an aktuellen Trägermaterialen und Oberflächen erleben.

Die interzum 2019 ist auf Erfolgskurs

16.11.2018

interzum 2019

© Koelnmesse

Was bleibt? Was kommt? Die nächste interzum wird sich vom 21. bis zum 24. Mai 2019 wieder den zentralen Branchenfragen widmen. Dabei ist bereits jetzt abzusehen, dass die Vielfalt an gezeigten Produkten und Themen nochmals zunehmen wird. Aktuell erwartet die Koelnmesse mehr als 1.800 Aussteller zur Weltleitmesse für Möbelfertigung und Innenausbau. Mit diesem Ergebnis hätte es die interzum geschafft, ihre Ausstellerzahl innerhalb von nur zwei Veranstaltungen um rund 300 Unternehmen zu steigern. Bemerkenswert ist die hohe Anzahl an neuen Ausstellern: Schon jetzt haben 14 Prozent der angemeldeten Unternehmen eine Premiere auf der Messe.

„In Kombination mit der erneut deutlichen Steigerung der Ausstelleranzahl hat sich die interzum erfolgreich strategisch weiterentwickelt und ist mehr denn je der place-to-be,“ sagt Matthias Pollmann. Der Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse „Indem wir die relevanten Themen identifizieren und diese emotional aufladen, wird die interzum der Branche neue Impulse geben.“ Auf dem weltweit größten Branchenevent werden die innovativsten Produkte, technische Neuheiten und Materialinnovationen präsentiert. Neben den weltweiten Key Playern ist in Köln die gesamte Branche vor Ort, um Produktpremieren zu erleben – und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Piazza interzum

© Koelnmesse

Zukunftsweisende Themen der Branche sind die Digitalisierung der Produkte und der Produktion, Effizienzsteigerung, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit, sowie das Wohnen auf kleinem Raum. Antworten auf die zentralen Fragen des Marktes finden sich auf der interzum nicht nur in den Produkten der Aussteller, sondern auch auf den Sonderflächen. So setzt die Messe das erfolgreiche Konzept der thematischen Piazzen fort: Im nächsten Jahr stehen die Themen „Mobile Spaces“ in Halle 10.1, „Surfaces & Wood Design“ in Halle 6, „Disruptive Materials“ in Halle 4.2, „Digitalisierung“ in Halle 3.2, „Der Digitaldruck“ in Halle 3.2 sowie auf dem Nord Boulevard „Tiny Spaces“ im Fokus der Sonderschauen. Auf diese Weise bietet die interzum vielfältige Anregungen und Inspirationen und generiert Impulse für neue Ideen.

„Unsere Aufgabe ist eine Evolution der Messe“: Interview mit Maik Fischer

12.09.2018

Interview Maik Fischer

© Koelnmesse

Seit April 2018 ist Maik Fischer neuer Director der interzum. Wir sprachen mit ihm über Neuerungen für die kommende Ausgabe der internationalen Zulieferermesse, aktuelle Branchenthemen und seine Ideen für die Zukunft der interzum.

Herr Fischer, seit April 2018 sind Sie neuer Director der interzum. Haben Sie schon vorher berufliche Erfahrungen mit den Themen Materialien, Oberflächen etc. sammeln können? Oder gibt es hierzu eine persönliche Affinität?

Sowohl als auch: Einerseits war ich zuvor Director der Messe Feria Mueble & Madera, die zur interzum-Familie gehört und die wir als Koelnmesse gemeinsam mit einen lokalen Partner im kolumbianischen Bogotá durchführen. Andererseits interessiere ich mich persönlich sehr für die Materialität von Möbeln, mithin auch für das Design, das Material, die Oberflächen usw.

Wie werden Sie die interzum weiterentwickeln und wie wird sich die Messe künftig positionieren?

Die interzum ist in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Kommunikations- und Handelsplattform der weltweiten Möbelzuliefererindustrie geworden – das hat das Team in der Vergangenheit hervorragend hinbekommen. Mein Ziel ist es, dieses Niveau zu halten und weiter auszubauen. Die interzum muss auch künftig weiterhin der Ort sein, an dem die Innovationen der Möbelzulieferindustrie den internationalen Besuchern gezeigt werden, an dem sich Menschen treffen und über die neusten Trends und Entwicklungen austauschen.

Interview Maik Fischer

© Koelnmesse

Welche konkreten Neuerungen gibt es bei der nächsten Ausgabe der Messe und wie werden diese umgesetzt?

Wir sehen unsere Aufgabe in einer Evolution der Messe, nicht in einer Revolution. Neben dem zuvor genannten werden wir daher eher kleinere Optimierungen im Bereich der Hallenaufplanung vornehmen. Daneben werden wir dem Thema Digitalisierung eine neue Sonderfläche widmen, um dessen Auswirkungen auf die Industrie der Zulieferer und Hersteller zu zeigen. Im Bereich der Kommunikation werden wir noch stärker die sozialen Medien nutzen – insbesondere in der Ansprache (potenzieller) Besucher. Gerade die jüngere Generation können wir hier effizienter erreichen. Auch das Thema „Tiny Spaces/Wohnen auf kleinem Raum“ möchten wir stärker herausstellen. Und last but not least feiern wir 60 Jahre interzum, das werden wir auf unterhaltsame Art und Weise aufgreifen – lassen Sie sich überraschen.

Die interzum blickt auf eine sehr erfolgreiche Entwicklung zurück. Welche Chancen und Potentiale bzw. welche Entwicklungsperspektive sehen Sie für die Messe?

Wir werden auch künftig ein besonderes Augenmerk darauf legen, dass wir gesellschaftliche und globale Trends widerspiegeln, die die Möbelindustrie beeinflussen. Dazu gehören unter anderem Lösungen für das Wohnen auf kleinen Flächen und für eine alternde Gesellschaft. Zusätzlich wollen wir die neuesten Materialentwicklungen zeigen und weiterhin die Auswirkung des Megatrends Digitalisierung auf die Produktion und Gestaltung von Möbeln beleuchten. Der Claim der interzum beschreibt sehr gut unseren Leitgedanken: Die Zukunft beginnt hier.

Maik Fischer

Maik Fischer, Director interzum © Koelnmesse

Smart Textiles: Interview mit Sabine Gimpel vom titv Greiz

27.08.2018

Smart Textiles

© titv Greiz

Smarte Textilien erweitern die Möglichkeiten im Möbel- und Fahrzeugbau. Das Institut für Spezialtextilien und flexible Materialien (titv) ist eine Ideenschmiede für solche neuen textilen Anwendungen. Wir sprachen mit Sabine Gimpel, Leiterin Forschungsmarketing, über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven im Bereich Smart Textiles.

Frau Gimpel, das titv Greiz forscht mit interdisziplinären Teams zu Innovationen im Bereich Textilien. Welche maßgeblichen neuen Entwicklungen beobachten Sie dabei?

Die Textilunternehmen in Deutschland konzentrieren sich zunehmend auf technische Textilien. Auch Smart Textiles stehen heute vermehrt im Fokus. Am titv Greiz beschäftigen wir uns vorwiegend mit der Entwicklung elektrisch leitfähiger Textilien und spezieller Oberflächenbehandlungen sowie deren Anwendungen – wie zum Beispiel selbstleuchtende, sensorische oder heizende Textilien. Mit den Forschungsschwerpunkten Smart Textiles, Oberflächenfunktionalisierung und flexible Materialien werden Innovationen für Anwendungen entlang der textilen Verarbeitungsstufen und für Branchen wie den Automobilbau oder den Wellnessbereich entwickelt.

Zu Ihren Forschungsschwerpunkten gehören smarte Textilien. Was tut sich im Hinblick auf solche Produkte im Markt?

Smart Textiles werden seit über 15 Jahren erforscht, dennoch sind nur einzelne Produkte kommerziell verfügbar. Ein breiter Durchbruch kündigt sich im Bereich sensorische Bekleidung für den Wellness- und Gesundheitsbereich an. Smarte Textilien – ob sensorisch, aktuatorisch, heizend, leuchtend oder interaktiv in Kombination mit mobilen Geräten und nutzerfreundlichen Apps – werden in Zukunft den Markt erobern. Voraussetzungen dafür sind zuverlässige Produkte, marktreife technologische Lösungen sowie kostengünstige automatisierte Fertigungen.

Welche Möglichkeiten eröffnen neue Fertigungsmethoden wie der 3D-Druck für die Produktion und Verarbeitung von Textilien?

Der 3D-Druck ist schon fast ein „Alleskönner“. Immer dann, wenn Individualität und Muster oder Kleinstmengen gefragt sind, lässt sich der 3D-Druck in die Ideenfindung einbeziehen. Für die Smarten e-textiles sind z.B. Bauteilgehäuse oder -verkapselungen ein Thema.

Was bedeuten die neuen Entwicklungen im Textilbereich für die Möbelproduktion?

Wie bei fast allen Produkten ist auch im Möbelbau Funktionsintegration ein Thema. Dazu können Textilien mit sensorischen, leuchtenden oder heizenden Funktionen beitragen.

Und welche Möglichkeiten bieten solche Textilien für den Automobilbau?

In der heutigen Fahrzeugentwicklung stehen die Themen neue Antriebskonzepte und der schonende Umgang mit Ressourcen an erster Stelle. Eng verbunden damit sind die Elektromobilität und der Leichtbau, für die Textilien zukünftig ein interessanter Werkstoff sein wird. Dazu tragen vielfältige Aktivitäten im Bereich der faserverstärkten Kunststoffe bei. Auch die Integration von Sensorik und Aktorik in textile Strukturen kann durch Systemintegration zu einer weiteren Gewichtsreduzierung beitragen. Weitere Möglichkeiten für den Einsatz in Automobilen bieten berührungslose Sensorsysteme. Kapazitiv arbeitende Sensoren lassen sich über verschiedene Textiltechnologien so aufbauen, dass sich EMG-Signale ohne direkten Körperkontakt abnehmen und auswerten lassen. Hier ergeben sich gerade für die Vermeidung von Unfällen, die z.B. auf Übermüdung zurückzuführen sind, interessante Ansätze für Fahrerassistenzsysteme.

Auf alt getrimmt: Furniertrends 2018

17.08.2018

Auf alt getrimmt und rustikal ist der Trend im Furnierbereich.

Auf alt getrimmt und rustikal ist der Trend im Furnierbereich. © Initiative Furnier + Natur/Röhr GmbH

Die Initiative Furnier + Natur (IFN) hat die aktuellen Trends bei Echtholz-Furnieren unter die Lupe genommen. Besonders beliebt sind demnach gebürstete, sägeraue, faserraue, wellig gehobelte oder gehackte Optiken – gerne auch individuell gestaltet.

Oberflächen aus echtem Holz können eine Geschichte erzählen. Möbel oder Fußböden aus Naturholz werden durch dessen Patina veredelt. Allerdings ist altes Holz oft aufwändig zu verarbeiten und eher selten zu bekommen. Furniere werden daher heute zunehmend „auf alt getrimmt“, wie die Initiative Furnier + Natur festgestellt hat. Das dünn geschnittene, natürliche Oberflächenmaterial gibt es heute in einer großen Bandbreite an möglichen Optiken. So reicht das Angebot an individuellen Oberflächen aktuell von astiger Eiche über dunklen Nussbaum oder farblich variierende Balkeneiche bis hin zu Fichte, Zirbelkiefer oder Lärche mit und ohne Äste.

Hirnholzfurier liegt 2018 im Trend.

Hirnholzfurier liegt 2018 im Trend. © Initiative Furnier + Natur/Schorn + Groh

Den persönlichen Wünschen und Vorlieben des Verwenders, Einrichters oder Modernisierers sind bei heutigen Furnieren keine Grenzen gesetzt. Die natürlichen Oberflächen eignen sich für alle denkbaren Einsatzbereiche im Möbelbau, bei Fußböden und im Innenausbau. „Neuester Schrei ist das sogenannte Hirnholzfurnier, welches außergewöhnlich anmutet, weil man die Jahresringe des Baumes sehr gut erkennen kann“, erklärt die Geschäftsführerin der Initiative Furnier + Natur (IFN), Ursula Geismann.

Klassische, glatte Furniere kommen ebenfalls beim Automobilbau zum Einsatz. Auch hier bietet sich heute ein großes Spektrum an möglichen Optiken. Neue industrielle Verarbeitungsverfahren erhöhen dieses noch, indem sie zum Beispiel Metallintarsien in Holzoberflächen einarbeiten können. Bislang war das nur mit aufwändiger Handarbeit möglich. Eine neue Gestaltungsfreiheit lässt sich zudem mit dem 3D-Druck umsetzen, der unter anderem organisch verformte Furnierelemente ermöglicht. „Erlaubt ist, was gefällt. Die Bandbreite an möglichen Furnieroptiken macht die Entscheidung heute schwer“, so Ursula Geismann.

Hettich und Rehau: International Design Award 2018

02.08.2018

Cabi HettichRehau

„Cabi“: Möbel für das Kinderzimmer, Foto © Hettich/Rehau

Die interzum Aussteller Hettich und Rehau möchten das kreative Potenzial von Studenten fördern und loben dafür regelmäßig den International Design Award aus. Beim diesjährigen Wettbewerb wurden in einem mehrwöchigen Publikumsvoting die drei Preisträger ausgewählt. Prämiert wurden ein smartes Kinderzimmermöbel und zwei durchdachte Einrichtungslösungen für kleine Räume.

Platz eins und zwei des diesjährigen International Design Award werden von den Entwürfen mehrerer Studierender chinesischer Universitäten belegt. Der dritte Platz wurde für ein Design der Hochschule Pforzheim vergeben. Das Rennen machte der Entwurf „Cabi“ der chinesischen Studenten Jia Min Luo, Kang Tian und Yi Fei Zhong. Ihr smartes Möbel soll Kinder zum Spielen und Aufräumen anregen, wobei Drohnen bei der Arbeit helfen.

Moving cabinet HettichRehau

„Moving cabinets“: Rotierende Regalfächer, Foto © Hettich/Rehau

Beim zweitplatzierten Entwurf „Moving Cabinets“ passen sich Schränkchen flexibel der jeweils gewünschten Nutzung an. Sie lassen sich dafür in Bewegung versetzen und bieten jederzeit den benötigten Stauraum. Die technisch ausgereifte Idee stammt ebenfalls aus China und wurde vom Studenten Fangyuan Cheng von der Nanjing Forestry University eingereicht.

Das drittplatzierte Möbel „Chair PF“ ist ein wahrer Alleskönner − es kann als Stuhl oder Bank, Stehpult oder Tisch genutzt werden. Der ebenso schlichte wie beeindruckend funktionale Entwurf kommt von Daniel Diermeier, der an der Hochschule Pforzheim studiert.

Chair PF HettichRehau

„Chair PF“: Stuhl, Hocker und Tisch in einem, Foto © Hettich/Rehau

interzum 2019: Beste Aussichten

16.07.2018

interzum

© Koelnmesse

Die Planungen für die kommende interzum laufen auf Hochtouren – und das mit hervorragenden Prognosen: Vom 21. bis zum 24. Mai 2019 werden fünf Prozent mehr Aussteller ihre Neuheiten auf dem größten Branchenevent der Zuliefererindustrie zeigen. Für den Auslandsanteil wird ebenfalls ein Wachstum auf rund 80 Prozent erwartet.

Als Veranstalter rechnet die Koelnmesse für die nächste interzum mit über 1.800 Ausstellern aus der ganzen Welt. Dabei kommen 13 Prozent der bisher angemeldeten Unternehmen erstmals auf die Messe. „Die Ergebnisse der ersten Frühbucherphase stimmen uns sehr optimistisch, dass wir unser Ziel, insgesamt fünf Prozent mehr Aussteller, auch erreichen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir Zuwächse aus der ganzen Welt verzeichnen, insbesondere aus der Türkei, Spanien und Indien“, so Matthias Pollmann, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement. Damit wird die interzum im nächsten Jahr nicht nur zum größten, sondern auch zum internationalsten Branchenevent der Möbelzulieferindustrie.

Neben den marktführenden Unternehmen werden zur interzum 2019 auch wieder viele kleinere Ideenschmieden vertreten sein. Die Aussteller werden die interzum erneut nutzen, um ihre Innovationen dem internationalen Publikum vorzustellen. So wird es auf der Messe einen spannenden Mix aus neuen Technologien, Materialien und Oberflächen in einer außergewöhnlichen Bandbreite geben. Gerade durch dieses breite Spektrum werden auf der Messe nicht nur modernste Materialien, Werkstoffe und Herstellungsverfahren sichtbar, sondern auch Trends und Visionen für die Gestaltung künftiger Lebensräume. Denn als Innovationstreiber und Zulieferer der kompletten Einrichtungsbranche sind die Aussteller wichtige Partner bei der Entwicklung neuer Produkte und Designtrends. Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit, Leben auf kleinem Raum und das wachsende Feld der Digitalisierung von Produkten und Produktion sind nur einige der Themen, die auf der kommenden interzum eine Rolle spielen werden.

Erfolgreicher Vertriebsstart: Die ZOW nimmt Fahrt auf

11.07.2017

Erfolgreicher Vertriebsstart ZOW

© Koelnmesse

Die ZOW ist auf Erfolgskurs – mit einem neuen Konzept ist die regional ausgerichtete Messe für Möbelzulieferer erfolgreich in den Vertrieb gestartet. Unter neuer Leitung der Koelnmesse wird der Branchentreff vom 6. bis zum 8. Februar 2018 eine Plattform für Business und Inspirationen bieten.

Mit der 2016 erfolgten Übernahme der ZOW hat die Koelnmesse ihre Kompetenz im Bereich der Möbelzulieferindustrie weiter ausgebaut. Nach dem sehr guten Ergebnis der diesjährigen interzum ist die ZOW 2018 nun ebenfalls auf Erfolgskurs. Das Interesse der Branche an einer Weiterführung der regional ansässigen Messe als Arbeitsplattform ist groß. „Auf der interzum hat man sehr deutlich gespürt, welche Bedeutung die ZOW für die Branche hat“, stellt Matthias Pollmann fest. Als Director bei der Koelnmesse ist er für beide Messen zuständig. „Am Standort Bad Salzuflen findet die ZOW im Mittelpunkt der europäischen Möbelindustrie statt“, so Pollmann.

Die ZOW nimmt Fahrt auf

© Koelnmesse

Mit einer einheitlichen Standarchitektur bietet die Koelnmesse Ausstellern der ZOW die Möglichkeit, Flächen zwischen 18 und 120 Quadratmetern zu wählen. Insgesamt wird die Halle 20 mit 12.000 Quadratmetern Bruttoausstellungsfläche belegt. Das für die Aussteller und ihre Kunden kostenlose Catering ermöglicht ein effizientes Business und trägt so zu einer erfolgreichen Messepräsenz bei. Die neue ZOW soll aber nicht nur eine Plattform für Businesskontakte sein, sondern auch für Ideen und Inspirationen. Im Sinne eines Labors stellt sich die Messe mit der Sonderschau „Tiny Spaces“ der globalen Herausforderung immer kleinerer Wohnflächen. Die von der Trendexpertin Katrin de Louw gestaltete Schau bietet Ausstellern die Möglichkeit, ihre Visionen für dieses Thema vorzustellen.

Mit dem Global Player interzum und der effizienten und regional ausgerichteten ZOW bietet die Koelnmesse nun zwei moderne, auf die nationalen und globalen Märkte abgestimmte Messekonzepte. „Unsere Vision mit der ZOW als Zuliefermesse Ost-Westfalen wieder ein spezielles Format, das sich in der Mitte zwischen Ausstellungsevent und Businessmeeting sieht, zu kreieren, nimmt zurzeit voll Fahrt auf“, so Arne Petersen, Geschäftsbereichsleiter Messemanagement der Koelnmesse.

Trends für Morgen: Rückblick auf die interzum 2017

12.06.2017

Trends für Morgen

© Koelnmesse

Wer sich über Neuheiten für künftige Lebensräume informieren wollte, dem bot die interzum 2017 vielfältige Anregungen. Mit zahlreichen Innovationen lieferte sie wegweisende Impulse für die Einrichtung von Morgen. Mehr Aussteller und Besucher als je zuvor nutzten die internationale Leitmesse als Plattform und Trendbarometer.

Vom 16. bis zum 19. Mai präsentieren in Köln über 1.700 Aussteller neue Ideen und innovative Lösungen für Möbel und Innenräume. Dabei standen Materialien und Technologien ebenso im Fokus wie neue Gestaltungsansätze. Mit diversen Sonderschauen blickte die Messe außerdem auf globale Trends wie Nachhaltigkeit, Mobilität oder Digitalisierung. Auch das Thema Individualität spielte auf der interzum eine besondere Rolle. Oberflächen, Materialien und Dekore lassen sich zunehmend individuell gestalten. Viele Aussteller bieten mittlerweile ganze Dekorwelten für unterschiedliche Lifestyles. Welche Vielfalt es hier mittlerweile gibt, war auch auf der Sonderfläche „Individuality“ im Messebereich „Materials & Nature“ zu sehen. Dort ausgestellte Materialien und Oberflächen zeigten das verstärkte Interesse und die große Bandbreite an Neuheiten.

Piazza Materials & Nature interzum 2017

Piazza Materials & Nature auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Die zunehmende Bedeutung von Materialität wurde auf der interzum besonders sichtbar. Schon immer ist die Messe eine Plattform für Innovationen in diesem Bereich. Aktuelle Materialien zeichnen sich unter anderem durch vielfältige Eigenschaften und die Verwendung alternative Rohstoffe aus. Biomaterial ist mittlerweile eine ernsthafte Alternative zu Kunststoff – wie verschiedene Aussteller bewiesen. Andere Neuheiten optimieren die Eigenschaften von herkömmlichen Produkten, machen sie leichter oder stabiler.

Nanotech interzum 2017

Nanotech Supermatt Oberflächen des Ausstellers Fenix auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Die Qualität von Möbeln zeigt sich im täglichen Gebrauch. Um diesen zu verbessern, tüfteln Aussteller der interzum an der Optimierung von Oberflächen. Aktuelle Möbelfronten sind kratz- und wasserfest, resistent gegen Fingerabdrücke, Chemikalien und Bakterien, lichtecht und damit besonders widerstandsfähig. Mikrostrukturen schützen Oberflächen vor Kratzern und Abrieb. Digitale Druckverfahren bieten nahezu unendliche Gestaltungsmöglichkeiten. Mineralische Oberflächen kommen heute in Beton- oder Stahloptik daher oder erinnern in ihrer Erscheinung an Glas. Auch natürliche Materialien können überzeugend nachgebildet werden. Ob Schiefer, Marmor, Holz oder Leder – die bedruckten Flächen sind in Optik und Haptik kaum noch vom Original zu unterscheiden.

Circular Thinking – from Upcycling to Biofabrication

Sonderfläche "Circular Thinking – from Upcycling to Biofabrication" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Möbel aus Papierabfällen, gebrauchten Jeans oder Skateboards – welches Potenzial die Wiederverwendung von Wertstoffen bietet, zeigte die interzum mit der Sonderfläche „Circular Thinking“. Die hier gezeigten Objekte nutzen nachwachsende Rohstoffe oder Materialien, die sonst auf dem Müll landen. Dass Aussortiertes zum Ausgangspunkt für hochwertiges Design werden kann, bewiesen die ausgestellten Möbel aus alten Fahrradrahmen, Rolltreppen und Plastikabfällen. Neben innovativen Biomaterialien wurden smarte Energieerzeuger wie das kleinste Wasserkraftwerk der Welt vorgestellt.

Mobile Spaces interzum 2017

Sonderfläche "Mobile Spaces" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Für den knapper werdenden Wohnraum in unseren Städten überdenken Aussteller der interzum die Einrichtung. Mit wandlungsfähigen Produkten erhöhen sie den Wohnkomfort auch bei wenig Platz. Kleiner, leichter, flexibler war das Motto von vielen Neuheiten, die auf der Messe vorgestellt wurden. Um den vorhandenen Platz in der Wohnung optimal zu nutzen, gibt es außerdem diverse neue Stauraumlösungen. Das Aufbewahren von Kleidern oder Lebensmitteln wird mit modularen Systemen platzsparend vereinfacht.

Mobilität ist ein wesentlicher Aspekt unseres Lebens. Doch wie lässt sich Fortbewegung in Zukunft gestalten? Unter dem Titel „Mobile Spaces“ zeigte die interzum mobile Trends auf einer eigenen Sonderfläche. Hier war unter anderem zu sehen, wie sich ein neues Verständnis von Mobilität auf das Interieur von Autos auswirkt. Wie in der Wohnung geht auch hier der Trend zu immer leichteren und flexibleren Materialien. Besonders deutlich wurde das bei den auf der Messe vorgestellten Neuheiten im Bereich Furnier. Innovative Produkte aus Rattan oder Balsaholz verringern das Gewicht und bieten gleichzeitig eine hohe Flexibilität.

Der Alltag ist heute flexibel, mobil und virtuell und wird von vielfältigen Tätigkeiten geprägt. Als Plattform für innovative Entwicklungen widmete sich die interzum 2017 der Frage nach den entsprechenden Designs für Möbel und Räume. „Die Zukunft beginnt hier“ – das stellte die Messe einmal mehr unter Beweis.

Digital 3D Surfaces: Drei Fragen an Rolf Warda (Warda Design)

22.05.2017

Digital 3D Surfaces interzum 2017

Sonderfläche "Digital 3D Surfaces" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Der Designer und Trendforscher Rolf Warda gestaltete auf der interzum 2017 die Sonderfläche „Digital 3D Surfaces“. Führende Hersteller zeigten hier die kreativen Möglichkeiten neuer Digitaldrucksysteme. Drei Fragen zu den Innovationen in diesem Bereich und zu seiner persönlichen Sicht auf die vergangene Messe.

Herr Warda, welches Konzept stand hinter der Sonderfläche „Digital 3D Surfaces“ auf der interzum und welche Neuheiten im Bereich 3D-Druck sehen Sie zurzeit?

Wir erleben gerade, dass sich der digitale Dekordruck etabliert. Als Direktdruck auf den Träger oder weiterhin auf das Medium Dekorpapier. Mit „Digital 3D Surfaces“ haben wir auf der interzum Beispiele der nächsten industriellen Entwicklungsstufen gezeigt. Mit den neuesten Digitaldrucksystemen können haptische Effekte erzielt werden. Und das nahezu auf jedem Material. So ist zum Beispiel für eine Lederoberfläche nicht nur die Ledernarbung sondern auch das Ledergefühl möglich.

Digital 3D Surfaces interzum 2017

Sonderfläche "Digital 3D Surfaces" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Welche Möglichkeiten verbinden sich für Sie aktuell mit dem 3D-Druck, insbesondere im Hinblick auf Möbel- und Interior-Design?

3D-Oberflächen ermöglichen der Industrie erstmals, das gleiche Dekor und die gleiche Materialanmutung wirtschaftlich mit identischer Oberflächen-Performance auf unterschiedlichen Trägern zu fertigen – zum Beispiel auf Aluminium für den Leichtbau oder auf Faserzement für den Brandschutz. Ferner bietet der Digitaldruck wesentlich kürzere Reaktionszeiten auf Wünsche von Kreativen. Sonderausführungen können schnell bemustert und auch in kleineren Stückzahlen produziert werden.

Digital gedruckte Oberflächen

Digital gedruckte Oberflächen in der Sonderausstellung, © Koelnmesse

Sie sind als Designer und Trendforscher tätig. Wie haben Sie persönlich die interzum für Ihre Arbeit genutzt?

Für meine Kunden nutze ich die interzum als eine Art „Rückblick“ auf die Gegenwart. Die aktuellen Trendthemen sind noch immer sehr vom Anspruch auf „Authentizität“ geprägt. Ursprüngliches und Authentisches verbraucht sich aber zusehends, wird inflationär und austauschbar. Auf der interzum gibt es erste Hinweise auf eine „Ästhetik des Neuen“. Mit „Digital 3D Surfaces“ haben wir Beispiele gezeigt, die diesen Ausblick wagen.

Rolf Warda, © Warda Design

Rolf Warda, © Warda Design

Rolf Warda hat eine langjährige Berufserfahrung in den Bereichen Produktentwicklung und Kollektionsgestaltung, Werbung und Kommunikation bei internationalen Unternehmen. Im Jahr 2000 gründete er sein Design- und Trendforschungsbüro Warda Design mit Sitz in Köln.

Natürliche Aufwertung: Gestaltung mit Furnier

19.05.2017

© Schorn & Groh, out for space, Decospan

© Schorn & Groh, out for space, Decospan, IFN/Röhr GmbH

In Zeiten knapper werdender Ressourcen besinnt man sich wieder verstärkt auf den nachwachsenden Rohstoff Holz. Neue Techniken der Verarbeitung und Fertigung verändern dessen Eigenschaften und inspirieren zu neuen Lösungen. Aussteller der interzum 2017 entwickeln Furniere für unterschiedliche Anwendungsbereiche.

Holz eignet sich für nahezu alle denkbaren Einsatzbereiche im Möbel und Innenausbau. In Furnieren kommt die ursprüngliche Natürlichkeit des Materials besonders zur Geltung. Als dünne Holzschicht, die aus einem Stamm geschnitten beziehungsweise geschält wird, sind sie im Möbeldesign vielfältig einsetzbar. Auch im Innenausbau kommt Furnierholz in unterschiedlichen Segmenten wie Wohn-, Büro- oder Ladenbau zur Anwendung. Produkte von Ausstellern der interzum finden sich aber zum Beispiel auch in der Innenausstattung von Autos oder Flugzeugen.

Decospan interzum

Decospan zeigt auf der interzum eine große Auswahl an Holzarten für Furnier

Insgesamt ist das Spektrum an möglichen Furnieroptiken heute groß. Die Reproduktion dekorativer und grafischer Effekte erlaubt eine große Gestaltungsfreiheit. Moderne Herstellungsverfahren ermöglichen es, gängige, aber auch exotische Holzarten nachzustellen. Aktuell sind besonders auf alt getrimmte Oberflächen gefragt. Furniere zeigen Bilder wie historische Balken mit unterschiedlichen Verfärbungen des Holzes sowie Ästen und Rissen. „Im Trend liegen gebürstete, säge- oder faserraue, wellig gehobelte und gehackte Optiken gerne auch nach Kundenvorgabe individuell bedruckt“ so der Geschäftsführer der Initiative Furnier + Natur (IFN), Dirk Uwe Klaas.

Geflochtene Furniere von Schorn & Groh

Neuheit auf der interzum: geflochtene Furniere von Schorn & Groh werden in Handarbeit gefertigt

Im Möbel- und in Automobilbau kommen zumeist klassische, glatte Furniere zum Einsatz. Dabei zeichnen sich aktuelle Oberflächen durch authentische Strukturen und eine große Farbvielfalt aus. Neue Designs bewegen sich zwischen natürlicher Anmutung und grafischer Gestaltung. Auch die Materialeigenschaften sind heute vielfältig. Furniere können transluzent, luftdurchlässig oder dreidimensional verformbar sein. Welche Bandbreite an Möglichkeiten der Holzwerkstoff bietet, zeigte die aktuelle interzum.

Innovativ karuun von out for space

Innovativ: karuun von out for space wird aus Rattan gewonnen und ist verformbar

interzum award: Drei Fragen an Prof. Martin Stosch

18.05.2017

Gewinner interzum award 2017

Gewinner interzum award 2017, © Red Dot

Der interzum award: intelligent material & design 2017 hat die besten Produkte der internationalen Möbelzulieferindustrie gekürt – Innovationen für das künftige Möbel- und Interiordesign. Wir sprachen auf der interzum mit dem Jurymitglied Martin Stosch, Professor an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Drei Fragen zu den diesjährigen Preisträgern und den aktuellen Entwicklungen der Branche.

Herr Prof. Stosch, wo sehen Sie die größten Innovationspotenziale, wenn Sie die diesjährigen Preisträger des interzum award: intelligent material & design betrachten?

Grundsätzlich sehe ich aktuell die größten Entwicklungspotenziale bei den Funktionsbeschlägen, die eine geradezu dramatische Verkleinerung erleben, sowie im Bereich Material. Neue Materialien bergen auch immer Chancen für neue Anwendungen und Funktionen. Spannend wird es auch dort, wo schon lange bekannte Fertigungstechnologien intelligent miteinander kombiniert werden und dadurch neue Bauteile entstehen. Wenn Sie mich fragen, wo es hingehen wird, werden wir künftig viele Beschläge sehen, die in der Möbelseite verschwinden. Die einzelnen Elemente werden zudem immer eleganter und kleiner, fast unsichtbar. Der Möbelkorpus wird innen ähnlich ästhetisch behandelt, wie wir das außen schon lange erwarten.

interzum award intelligent material & design interzum 2017

interzum award: intelligent material & design auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Wie bewerten Sie die aktuelle interzum?

Für uns als Holztechnologen, die Fach- und Führungskräfte für die Möbel- und Möbelzulieferindustrie ausbilden, ist es mit Abstand die wichtigste Messe. Hier können wir die innovativen Produkte sehen und anfassen – es ist eine Plattform, auf der wirkliche Neuheiten vorgestellt werden. Bei meinen Messebesuchen mache ich immer wieder Entdeckungen. Für die Branche ist die interzum wie eine Art Familientreffen.

Was würden Sie sich mit Blick auf die Branche für die Zukunft wünschen?

Wir müssen mit immer weniger Material bessere Möbel bauen und nachhaltiger über Problemlösungen nachdenken. Von den Möbelzulieferern würde ich mir wünschen, so etwas wie Concept Cars in der Automobilindustrie zu entwickeln – spielerisch und visionär Dinge auszuprobieren, die perspektivisch in die Zukunft schauen.

Prof. Martin Stosch

Prof. Martin Stosch, © INDEED Photography

Prof. Dipl.-Ing. Martin Stosch war nach Abitur, Tischlerlehre und Studium der Innenarchitektur zunächst als Produktentwickler für Unternehmen der Möbel- und Zulieferindustrie tätig. Im Jahr 2000 erfolgte die Berufung in das Lehrgebiet des industriellen Möbelbaus im Studiengang Holztechnik an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Seit 2003 liegt der Forschungs- und Lehrschwerpunkt auf der Leichtbaukonstruktion von Möbeln.

Zukunftsweisend: Leichtbau auf der interzum

16.05.2017

kleinergleich5 table, Info boxes

Tisch kleinergleich5 von Ruben Beckers, Infoboxen des igeL e.V.

Eine Sonderschau präsentiert auf der Interzum 2017 aktuelle Entwicklungen im Leichtbau. Materialien, Werkzeuge und Technologien stehen dabei ebenso im Fokus wie ein Studienprojekt für den Einsatz von Leichtbau in Küchenmöbeln. Auch Designer kommen als Vordenker von zukunftsweisenden Ideen zu Wort.

Als riesigen Pilz inszeniert die Interessengemeinschaft Leichtbau igeL e.V. ihren Stand auf der interzum Die Sonderfläche auf dem Messeboulevard Nord zeigt, dass Leichtbau mehr als Gewichtsreduktion bedeutet. Das Thema bedient zukunftsweisende Trends wie den nachhaltigen Einsatz von Rohstoffen oder die Herstellung intelligenter, wandelbarer Produkte.

Chuck bookshelf Neuvonfrisch

Flexibel biegbares Wandregal Chuck von Neuvonfrisch

Unter der markanten Pilz-Konstruktion von „lightweight solutions“ werden aktuelle Leichtbaumaterialien und Verbindungstechnik gezeigt. In direkter Nachbarschaft wird das Projekt „Concept Cabinet 2016“ vorgestellt, das gemeinsam mit Beeck Küchen und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe realisiert wurde. Das Projekt demonstriert, mit welchen Leichtbaumaterialien sich Spanplatten bei A-Bauteilen im Küchenunterschrank ersetzen lassen. Darüber hinaus zeigen Designer auf der Außenseite des Standes ihre avantgardistischen, zukunftsweisenden Entwürfe für Leichtbaumöbel.

Tisch Christian Lessing

Mit Klemmen und Biegen erhält der Tisch des Designers Christian Lessing seine Stabilität

Nachhaltige Plattform: MaterialTransformation

15.05.2017

active touch

active touch – Projekt von Tim zum Hoff mit den Industriepartnern Fritz Becker, Häfele und Wilfried Koch

Wie finde ich den passenden Zulieferer? Wer hilft bei Materialfragen oder Fertigungsproblemen? Fragen, die sich Nachwuchsdesigner häufig stellen. Die interzum bietet mit MaterialTransformation daher einen neuen Service. Er hilft dabei, Kontakte mit der Zulieferindustrie zu knüpfen und die richtigen Partner für neue Projekte zu gewinnen.

MaterialTransformation ist eine Plattform für nachhaltige Kontakte zwischen Unternehmen und Produktdesignern. Hier können sich Hersteller der Zulieferindustrie mit ihrem Service wie Bemusterung, Prototypen-Fertigung, Beratung usw. vorstellen. Die Plattform bietet einen Veranstaltungskalender, der alle Termine von Werksbesichtigungen und Workshop-Angeboten der Industrie für Designer auflistet.

InFoam Printing

InFoam Printing – Projekt von Dorothee Clasen, Adam Pajonk und Sascha Praet mit Covestro

Auf der interzum 2017 präsentiert sich MaterialTransformation mit einem eigenen Stand. Junge Designstudios stellen dort ihre innovativen Entwicklungen mit der Industrie vor. Auf der Veranstaltung MaterialTransformation Insight berichten sie am 19. Mai über diese Zusammenarbeit. Industrievertreter geben dazu Einblicke und Tipps für erfolgreiche Kooperationen.

Unternehmen sind eingeladen, Partner von MaterialTransformation zu werden. Nennen Sie uns Ihr Angebot für Designstudios und profitieren Sie von den Kontakten zur nächsten Generation von Gestaltern. Interessenten richten sich bitte an: iris.laubstein@vdid.de

CORCRETE©

CORCRETE© – Mix aus recyceltem Kork und Zement vom Design Studio Niruk

Vielfältiges Programm: Events der interzum 2017

12.05.2017

Hornschuch, Formsitz Design, Arssedia

© Hornschuch, Formsitz Design, Arssedia, Koelnmesse

interzum award 2017 (Boulevard)

Nur noch wenige Tage, bis die interzum ihre Tore öffnet. Neben den Innovationen der Aussteller sind die zahlreichen Events und Veranstaltungen ein guter Grund für den mehrtägigen Messebesuch in Köln. Unsere Vorschau bietet nochmals eine Übersicht über das vielfältige Rahmenprogramm der Weltleitmesse.

Alle zwei Jahre zeichnet der interzum award: intelligent material & design visionäre Technologien, innovative Materialien und wegweisendes Design in der Möbelzuliefererbranche aus. Bereits zum neunten Mal wird der Wettbewerb von der Koelnmesse in Kooperation mit red dot durchgeführt. Eine feierliche Würdigung der Preisträger findet bei der Eröffnungsfeier der Messe am 15. Mai statt. Während der interzum werden die ausgezeichneten Produkte auf dem Messeboulevard ausgestellt.

interzum award 2017, Boulevard

interzum award 2017, Boulevard, Foto: © Koelnmesse

Sonderfläche Individuality (Piazza Materials & Nature, Halle 6.1 und 10.2)

Erstmals wird in diesem Jahr die Piazza „Materials & Nature“ verdoppelt. Auf den beiden Sonderflächen erhalten Besucher der interzum unter dem Motto „Individuality“ einen umfassenden Überblick über neue Materialien und Oberflächen. Neben Highlights der Aussteller werden aktuelle Trends in diesen Bereichen präsentiert. In Halle 10.2 wird außerdem ein vielfältiges Vortragsprogramm die neuesten Entwicklungen in diesem Segment beleuchten.

Piazza Materials & Nature

Piazza Materials & Nature, Halle 6.1 und 10.2, Abbildung: © Koelnmesse

Sonderfläche Circular Thinking (Piazza innovation of interior, Halle 4.2)

Welches Potenzial die Wiederverwendung von Wertstoffen bietet, zeigt die interzum 2017 unter anderem auf der Sonderfläche „Circular Thinking – from Upcycling to Biofabrication“. Auf der Piazza innovation of interior in Halle 4.2 stellt die Ausstellung neue Ideen für nachhaltige Materialkreisläufe vor. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf aktuelle Modelle für das Upcycling sowie auf das Recycling von Energie gelegt. Neben Materialien und Möbeln werden innovative Produkte zur smarten Energiegewinnung gezeigt. Als Ergänzung zur Ausstellung findet auf der interzum am 18. Mai der Kongress „Circular Thinking“ mit zahlreichen Vorträgen statt.

Piazza innovation of interior

Piazza innovation of interior, Halle 4.2

Sonderfläche Mobile Spaces (Piazza Textile & Machinery, Halle 10.1)

Auf der Sonderfläche „Mobile Spaces“ zeigt die interzum 2017, wie Oberflächen und Materialien den Charakter mobiler Räume verändern können. Zu den Exponaten gehören Reisemobile mit hochwertiger Ausstattung und Details, die in diesem Bereich bislang so noch nicht verbaut wurden. Außerdem wird in der Sonderschau das Concept Car „The Pioneer“ von Hornschuch vorgestellt. Der Spezialist für Oberflächen zeigt darin, wie sich ein neues Verständnis von Mobilität auf das Interieur von Autos auswirken könnte.

Morelo Empire Liner

Piazza Textile & Machinery, Halle 10.1, Foto: Morelo Empire Liner

Sonderfläche Digital 3D Surfaces (Halle 10.2/Stand D 80)

Die Sonderfläche „Digital 3D-Surfaces“ legt den Fokus auf neueste Entwicklungen im Bereich digital gedruckter Oberflächen. Führende Hersteller zeigen Beispiele digital industrieller Fertigung auf Holz, Keramik, Glas, Textil, Metall und anderen Materialien. Spezialisten geben Einblicke in Technologien, Software und Dienstleistungen. Dabei steht die gesamte Prozesskette im Mittelpunkt – von der Auswahl der Drucker und Tinten bis hin zu Komplettlösungen aus einer Hand.

Arssedia

Sonderfläche Digital 3D Surfaces, Halle 10.2/Stand D 80, Foto: © Arssedia

Neue Ansätze: Industriedesign Tag auf der interzum

10.05.2017

VDID interzum

© Koelnmesse

Innovationen brauchen Austausch – zwischen unterschiedlichen Disziplinen, zwischen Entwicklung und Anwendung, zwischen Jung und Alt. Der VDID Industriedesign Tag 2017 gibt zur Eröffnung der interzum Einblicke in aktuelle Kooperationen. Am 16. Mai kommen in Köln Experten aus verschiedenen Branchen zusammen.

Die zunehmende Komplexität von Aufgaben und Prozessen verändert die Industrie und fordert neue Formen der Zusammenarbeit. Der VDID Industriedesign Tag 2017 trägt dieser Entwicklung mit einem vielschichtigen Programm Rechnung. Fachleute aus Industriedesign, Materialentwicklung, Technologie, Architektur, Psychologie und Marketing geben Einblicke in Innovations- und Entwicklungsprozesse. Die Themen sind so vielfältig wie die Teilnehmer: Von der Akustiklösung für die Elbphilharmonie bis zur erfolgreichen Übertragung von Lichtlösungen aus dem Innenraum von Autos auf andere Produkte. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenwirken verschiedener Disziplinen, um neue Denkansätze zu fördern und Innovationen zu ermöglichen.

VDID Newcomers' Award 2017

Gewinnerprojekte des VDID Newcomers' Award 2017

Zum Abschluss der Konferenz diskutieren Stefan Eckstein und Andreas Schulze vom VDID Präsidium mit den Gästen über den Beitrag des Designs im Entwicklungsprozess. Mit der Vorstellung des VDID lab werden Perspektiven für die nächste Generation aufgezeigt. Höhepunkt des Tages ist die Ehrung der auf der interzum präsentierten Preisträger des VDID Newcomers‘ Award 2017.

Industriedesign Tag 2017 16. Mai, 13.30 bis 18 Uhr, Halle 4.2 / Konferenzforum

Effizienz und Ambiente: Lichtlösungen für die Einrichtung

08.05.2017

© HeraGERA

© Hera/GERA Leuchten

Licht sorgt nicht nur für Beleuchtung, sondern auch für Atmosphäre. In der Einrichtung von Wohn- und Arbeitsbereichen spielt es daher eine besondere Rolle. Wie man Möbel und Räume zum Leuchten bringt, zeigt die interzum 2017 mit einem breiten Spektrum an Produkten.

LED ADD-ON Mini

Die LED ADD-ON Mini von Hera bietet homogenem Flächenlicht bei minimalem Platzbedarf, © Hera

Ob für ein stimmungsvolles Ambiente oder für die Ausleuchtung bestimmter Bereiche – Licht prägt die Gestaltung von Innenräumen. Dabei müssen Lichtlösungen heute vielfältigen Anforderungen entsprechen. Wohnen und Arbeiten wandeln sich. Neue Funktionen rücken in den Vordergrund. Aspekte wie Effizienz und Nachhaltigkeit gewinnen an Bedeutung. Auch die Ansprüche an Technik und Design sind gestiegen. Aussteller der interzum reagieren darauf mit Leuchten, Lichtsystemen, Sensoren und anderen Produkten für zeitgemäße Beleuchtungskonzepte.

Strips

20 Meter lange Niedervolt-Strips (24V DC) von D-Leuchten, © D-Beschlag

Die auf der interzum gezeigten Lichtlösungen bieten neue Möglichkeiten für das Wohnen und Einrichten. Als Einbauleuchten in Möbeln oder als Leuchtquellen an Wand und Decke setzen sie Räume und Raumbereiche wirkungsvoll in Szene. Aussteller der Messe bieten für die Beleuchtung ein breites Spektrum an Produkten: extrem leichte und schmale Unterbauleuchten für den Einsatz in Schränken, Stromschienen für Regalböden, selbstleuchtende Ablageflächen oder Miniprofile für Möbel und Einbauten.

Schalterprogramm Q.7

Materialien wie Beton prägen das neue Schalterprogramm Q.7 von Berker, © Hager Vertriebsgesellschaft

Neue Optionen bei der Beleuchtung bieten vor allem technische Innovationen wie LED oder OLED. Damit hat sich die Beleuchtungsbranche in den vergangenen Jahren besonders dynamisch entwickelt. Allein durch die extrem kleine Bauform und hohe Effizienz sind LEDs vielseitige Komponenten für das Möbel- und Interiordesign. Als Lichtquelle in Wohn- und Arbeitsräumen, im Ladenbau oder in anderen Bereichen punkten sie bei der Verarbeitung und mit besonders langer Lebensdauer. Auf der interzum werden die aktuellsten Entwicklungen gezeigt, von maßgeschneiderten Flächen-LEDs bis hin zu selbstklebenden, flexiblen LED-Streifen für vielfältige Einsatzmöglichkeiten.

Mit zahlreichen neuen Lichtlösungen für den Möbel- und Innenausbau ist die interzum eine inspirierende Plattform für Designer, Lichtplaner, Innenarchitekten, Objekteinrichter und andere Experten. Technologische Neuheiten, die auf der Messe gezeigt werden, erlauben vorher nicht realisierbare Produktlösungen. Die Bandbreite moderner Beleuchtung präsentieren Hersteller mit einer großen Ausstrahlung.

GERA Leuchten

Die Unterbauleuchten für die Küche von GERA Leuchten sind extrem leicht und schmal, © GERA Leuchten

Gestaltungsfreiheit: Innovationen für das Küchendesign

05.05.2017

© Rehau

© Rehau

Die Küche wird heute immer mehr vom Arbeits- zum Lebensraum. Damit steigen auch die Ansprüche an deren Gestaltung. Küchenmöbel rücken in den Fokus von Kreativen, werden individueller, wohnlicher und zugleich flexibler. Wie innovative Komponenten das Design der Einrichtung verändern, zeigen Aussteller der kommenden interzum.

Das Erlebnis Kochen liegt im Trend und damit auch die Ausstattung der Küche. War deren Gestaltung jahrelang von rein funktionalen Aspekten geprägt, verschwimmen inzwischen die Grenzen zwischen Arbeits- und Wohnbereich. Moderne Technik und Funktionalität allein reichen für die heutige Kücheneinrichtung längst nicht mehr aus. Gefragt ist ebenso ein wohnliches Ambiente und ein ansprechendes Design – und das bis ins kleinste Detail.

AIR von Salice

Beschlag AIR von Salice

Welche Möglichkeiten neue Komponenten für die Gestaltung von Küchenmöbeln eröffnen, zeigt der italienische Beschläge-Spezialist Salice auf der kommenden interzum. Das innovative Scharnier AIR fixiert Drehtüren an Ober- bzw. Unterboden und Tür ohne eine Befestigung an der Seite des Möbels. Mit ausgeklügelter Technik bleibt das Scharnier praktisch unsichtbar. Bei einer kompakten Größe von nur 10 Millimetern verschwindet es vollständig hinter dem Türrahmen. Gleichzeitig erfüllt es alle technischen Anforderungen von der Verstellung über die Dämpfung bis zur Push-to-open-Funktion.

UNICOLOR

UNICOLOR Schichtstoffe von Westag & Getalit

Nicht nur aus hygienischen Gründen wird in der Küche eine homogene Optik bevorzugt. Glatte Fronten und fugenlose Flächen vermeiden die Ansammlung von Schmutz oder Feuchtigkeit. Gleichzeitig soll das Design der Möbel nicht durch Nahtstellen zwischen Oberfläche und Kante beeinträchtigt werden. Aussteller der interzum wie Westag & Getalit präsentieren mit durchgefärbten Schichtstoffen eine Lösung für fugenlose Oberflächen. Mit ihnen lassen sich optisch massiv wirkende Verbundelemente herstellen, die wie aus einem Guss erscheinen. Für seine nur einen Millimeter dicken UNICOLOR-Schichtstoffe zeigt der Hersteller auf der interzum neue Dekore und Ausführungen, die sich für nahezu jedes Interieur eignen.

RAUVISIO

RAUVISIO crystal von Rehau

Auch der Aussteller Rehau setzt auf fugenlose Oberflächen. Die Nullfugenkante RAUKANTEX pro für Fronten und Arbeitsplatten in der Küche wurde aktuell um eine spezielle Funktionsschicht erweitert. Mit der Schicht, die mit verschiedenen Technologien verarbeitet werden kann, verschmelzen Kante und Bauteil dauerhaft zu einer optischen Einheit – die Fuge dazwischen verschwindet. Das ebenfalls auf der interzum präsentierte Glaslaminat RAUVISIO crystal bietet viele Vorteile gegenüber Echtglas: Es ist bruchfest, kratzbeständig, deutlich leichter und äußerst flexibel in der Verarbeitung. Als weiteres Novum für die Gestaltung von Küchenmöbeln stellt Rehau auf der Messe den Polymerspiegel RAUVISIO crystal mirror vor. Dieser ist nur halb so schwer und zehnmal bruchfester als ein Echtglasspiegel.

CORNERSTONE MAXX

CORNERSTONE MAXX von Vauth Sagel

Eine Weltpremiere auf der interzum feiert das Eckschranksystem CORNERSTONE MAXX. Vauth-Sagel bietet damit eine effektive und komfortable Lösung für das Innere von Eckschränken. Zwei Tablare können dabei großflächig beladen werden und bringen den Inhalt geradlinig vor den Schrank. Mit seinem filigranen Design ist das Befestigungssystem beinahe unsichtbar, erreicht aber eine Belastbarkeit von bis zu 25 Kilogramm pro Tablarboden.

Als internationale Plattform für Möbelzulieferer zeigt die kommende interzum die Innovationskraft der Branche. Für die Einrichtung des Lebensraums Küche bietet sie zahlreiche neue Impulse und Anregungen – für mehr Komfort, Flexibilität und Gestaltungsfreiheit.

interzum award: Ein Interview mit Martin Darbyshire (tangerine)

04.05.2017

Martin Darbyshire

Martin Darbyshire, © INDEED Photography

„Schöne wie einfache Lösungen“ zu finden, ist das Ziel von Martin Darbyshire. Der Gründer und Geschäftsführer des Londoner Designstudios tangerine ist Jurymitglied für den interzum award 2017. Wir sprachen mit dem renommierten Entwerfer über die Bedeutung von Innovationen, Anregungen für die eigene Arbeit und die Erwartungen an die kommende interzum.

Herr Darbyshire, Sie sind Mitglied der Jury für den diesjährigen interzum award. Welche Maßstäbe haben Sie für die Beurteilung von Qualität und Innovationspotential der eingereichten Beiträge angelegt?

Meines Erachtens ist der richtige Maßstab für eine Bewertung jeweils die Frage, ob es sich wirklich um eine Innovation handelt. Natürlich hängt das davon ab, was für den einzelnen Betrachter eine Innovation ausmacht. Viele der von uns bewerteten Einreichungen sind innovativ, weil sie als Ergebnis eines gedanklichen Prozesses bestimmte Verbesserungen für den Nutzer erreichen. Und obwohl solche Verbesserungen für den Nutzer oft nahezu unsichtbar sind, können sie doch einen großen Unterschied bewirken. Einige der Einreichungen sind wirklich sehr intelligent und hervorragend umgesetzt. Besonders fasziniert daran hat mich die durchdachte, unglaublich sorgfältige Herangehensweise, um einen kreativen Durchbruch auf einem bestimmten Gebiet zu erreichen oder mit viel Phantasie eine neue Form des Ausdrucks zu finden – eine neue Lösung. Statt um komplettes Design geht es eher um das einzelne Element und die Frage, welchen Beitrag es für das Ganze leistet und inwiefern es sich eventuell auch auf andere Bereiche übertragen lässt.

Virgin Australia

Virgin Australia, New Business Class © tangerine

Gab es unter den Einreichungen echte Überraschungen für Sie?

Ja, eine ganze Menge. So gab es einige Beispiele einer neuartigen und absolut überzeugenden Verwendung natürlicher, organischer Materialien. Bei vielen dieser Materialien steht die Frage eines nachhaltigen Umgangs mit der Umwelt und ihren Ressourcen im Vordergrund – ein Aspekt, der immer wichtiger wird. Als Designern haben wir eine besondere Verantwortung, für eine nachhaltigere Entwicklung einzutreten. Denn so wie bisher können wir mit unserem Verbrauchsverhalten einfach nicht mehr weitermachen. Daher war es sehr interessant zu sehen, wie viele Gedanken sich die Entwickler machen, wie viel Sorgfalt darauf darauf verwandt wurde, Produkte zu schaffen, die wirklich den Nutzen verbessern und gleichzeitig so sparsam wie möglich im Verbrauch von Ressourcen sind.

Cepsa Flagship Service Station

Cepsa Flagship Service Station © tangerine

Welche Trends sehen Sie im Bereich Materialien und Oberflächen?

Für mich persönlich ist die Synthese von Design und Technologie ein zunehmend wichtiger Aspekt. Wenn das gelingt, kann eine optimale Lösung erreicht werden. Meiner Meinung nach muss sich der Nutzer heute darauf verlassen können, dass ein Produkt sorgfältig gefertigt und clever und intelligent aufgebaut ist. So lässt es sich einfach reparieren oder auch austauschen – und leistet damit insgesamt einen echten Beitrag zur Verbesserung.

Wie wichtig sind Materialien und Oberflächen für Ihre eigene Arbeit?

Sehr wichtig. Oberflächen und verwandte Materialien sind immer sichtbarer Ausdruck der Qualität eines Produkts. Die materielle Qualität schöner Dinge ist etwas, das jeder wahrnimmt und auch genießt. Da gibt es einen spürbaren Unterschied zwischen Dingen, die sich irgendwie falsch und solchen, die sich genau richtig anfühlen.

Innisfree Flagship Store

Innisfree Flagship Store © tangerine

Konnten Sie Inspirationen aus den Einreichungen für den interzum award ziehen?

Unter den Einreichungen waren einige sehr interessante Ideen, die wir in abgewandelter Form vielleicht auch innerhalb unserer Projekte einsetzen können. Insgesamt ergeben die Wettbewerbsbeiträge ein sehr breites Spektrum – von sehr kleinen, intelligent konstruierten Spritzgussformen bis hin zu viel weiter gedachten Entwicklungen und echtem technologischen Neuland – eine wirklich große Vielfalt.

six-way headrest

© tangerine

Welche Erwartungen haben Sie an die anstehende interzum?

Als Designern geht es uns auf der Messe um Inspiration, neue Impulse und Anregungen. Dort haben wir die Gelegenheit, neue Materialien und neue Ansätze zu entdecken, die wir dann in unserer Arbeit nutzen können. Eines unserer Teams befasst sich speziell mit Farben, Materialien und Oberflächen und ist daher immer auf der Suche nach neuen Ideen. Wir kommen ja vom Produktdesign. Speziell im Transportbereich haben wir schon viel entworfen. Wir gestalten Innenräume von Flugzeugen, Zügen etc. – dabei ist naturgemäß ein größerer Komfort für die Passagiere ein wichtiger Aspekt, beispielsweise durch bestimmte Mechanismen oder verstellbare Sitze. Wir denken sehr intensiv darüber nach, wie man ein besseres Nutzererlebnis schaffen kann, etwa durch schlankeres Design und die Reduzierung von Komplexität. Das Ziel ist es, gleichermaßen schöne wie einfache Lösungen zu finden.

Martin Darbyshire ist Gründer und Chef des international renommierten Designstudios und Beratungsbüros tangerine , das für Kunden wie Asiana, Azul, B/E Aerospace, Huawei, Nikon, The Royal Mint, und Virgin Australia tätig ist.

interzum 2017: Trends für künftige Lebensräume

04.05.2017

© Klöckner Pentaplast, Grass, Rehau, Schattdecor

© Klöckner Pentaplast, Grass, Rehau, Schattdecor

Wohnen ist Vielfalt: Auf engstem Raum treffen hier unterschiedlichste Abläufe und Funktionen aufeinander – und werden sich weiter rasant verändern. Die interzum 2017 wirft einen Blick auf aktuelle Trends und Produkte für die Gestaltung zukünftiger Lebenswelten.

Im Wohnumfeld lassen sich heute maßgebliche Veränderungen feststellen. Klassische Wohnbereiche haben sich erweitert: Die Küche ist vollwertiger Lebensraum geworden, das Bad längst mehr als eine Nasszelle, während wir zunehmend auch mit öffentlichen Orten wie Shops, Büros oder Lounges Vorstellungen von Wohnlichkeit verbinden. So ergeben sich Wechselwirkungen zwischen Raumtypen und Wahrnehmungswünschen; höchste Ansprüche an funktionalen Komfort verbinden sich mit einer neuen Emotionalität.

© Salice, Impress, Rehau, Woodbox Karl Baliko

© Salice, Impress, Rehau, Woodbox Karl Baliko

Gemeinsam ist allen Wohnzonen eine erhöhte Aufmerksamkeit für hochwertige Verarbeitung, ökologische Qualität und funktionale Flexibilität. Optisch und haptisch ansprechende Oberflächen spielen hier ebenfalls eine maßgebliche Rolle. Beispielhaft dafür stehen dekorative Schichtstoffe: Kriterien von Nachhaltigkeit verbinden sich in ihnen mit höchster Widerstandsfähigkeit und lebendigen Oberflächen. Dabei fördert computergestützte Fertigung den Trend zum maßgeschneiderten Design. Ähnlich ist es bei Furnieren, die feinste Verarbeitung mit natürlicher Haptik verknüpfen. Vom reinen Oberflächenmaterial haben sie sich zum eigenständigen Werkstoff entwickelt.

Spannend sind die Entwicklungen auch dort, wo die Aufgaben vor allem technisch-funktional erscheinen. Moderne Beschlagslösungen erlauben etwa ein neues Durchdenken von Funktionsabläufen – und deren gestalterische Umsetzung. Noch schneller hat sich die Evolution in der Elektronik vollzogen: Statt großer Geräte gibt es heute kleine, elegante Schnittstellen, die Teil der Möbel werden. Im Lichtbereich erlauben LED und OLED eine blendfreie Integration von Beleuchtung unmittelbar in Möbeln und Bauteilen – fort von der Lampe, hin zu Stimmung und Raum.

Ob man auf neue, anregende Oberflächen schaut oder gezielt dahinter – der Trend ist deutlich: Als Teil einer gesamträumlichen Konzeption vereinen Technologien und Materialien heute funktionale wie sinnliche Aufgaben. Welche Neuheiten in diesen Bereichen künftige Lebensräume mitgestalten, zeigt die kommende interzum.

„Ich suche immer nach Weiterentwicklungen": Ein Gespräch mit Piero Lissoni

27.04.2017

Piero Lissoni

Piero Lissoni, © G. Gastel / ALPI Tarsie 2 Black, © ALPI

Im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten hat sich Piero Lissoni weltweit einen Ruf als Architekt, Designer und Art Director erworben. Mit seinen Büros in Mailand und New York entwirft er Gebäude, Interiors und Produkte für namhafte internationale Unternehmen. Wir sprachen mit dem Allrounder aus Italien über die Bedeutung von Materialien und Oberflächen und darüber, was für ihn auf der interzum am wichtigsten ist.

Piero Lissoni, wie wichtig sind Materialien, Oberflächen und damit verbundene Technologien für Ihre Arbeit als Architekt und Designer?

Extrem wichtig! Wenn ich ein Objekt entwerfe, ist die Materialwahl von zentraler Bedeutung. Die Oberfläche eines Möbelstückes ist wie eine Haut, von der ein Reiz ausgeht, der dazu einlädt, sie zu berühren und zu fühlen. Die neuen Technologien in der Oberflächenbehandlung bieten komplexe und faszinierende Möglichkeiten. Die Oberfläche kommuniziert gewissermaßen mit der Außenwelt.

ALPI Designer Collection

ALPI Designer Collection by Piero Lissoni, © Federico Cedrone

Seit einem Jahr sind Sie Art Director bei ALPI, einem führenden Unternehmen in der Herstellung von dekorativen Holzverbundstoff-Oberflächen und Aussteller auf der interzum. Diese Aufgabe umfasst so Unterschiedliches wie Produktentwicklung, Branding, den visuellen Markenauftritt und vieles mehr. Was sind die größten Herausforderungen?

Unser Ziel ist es immer, innovativ zu sein und neue Oberflächen zu entwickeln. Das von ALPI verarbeitete Holz stellt eine kostbare Ressource dar; es wird streng auf Einhaltung der Herkunftskriterien kontrolliert und ausschließlich von uns selbst weiterverarbeitet. Die Übernahme von Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft in einem nachhaltigen Produktionsprozess ist sehr wichtig. Das Einsparen natürlicher Ressourcen ist eine immense Herausforderung. ALPI hat in kontinuierlicher Forschung einen technologischen Prozess entwickelt, um recyceltes Holz in ein neues, künstliches Holz umzuwandeln, das ähnliche Eigenschaften wie echtes Holz aufweist, so aussieht und sich auch so anfühlt.

Lissoni Architettura Hotel Roomers

Lissoni Architettura: Hotel Roomers, Lobby, Baden-Baden, © Noshe for Gekko Group

Wo sähen Sie gern weitere wichtige Entwicklungen im Bereich Materialien und Oberflächen?

Ich möchte in einem Bereich arbeiten, in dem der Erhalt natürlicher Ressourcen und nachhaltiges Wirtschaften selbstverständlich sind. Wir müssen einfach damit aufhören, unsere Wälder abzuholzen. Neue Verfahren in der Nanotechnologie und neue Oberflächenbehandlungen befördern diese nachhaltigen Entwicklungen. Die Ergebnisse der Synthetisierung natürlicher Materialien werden uns mit Eigenschaften überraschen, die denen des Naturprodukts sogar überlegen sein werden. Eines Tages wird synthetisiertes Holz naturechter wirken als die Natur selbst.

Als Leitmesse in ihrem Bereich verbindet die interzum Innovation mit Business und vielfältiger informeller Kommunikation. Was sind Ihre Erwartungen – als Art Director, Designer und Architekt – an die interzum?

Ich freue mich jedes Jahr darauf, etwas Neues und Überraschendes auf der interzum zu entdecken. Ich bin ständig auf der Suche nach Weiterentwicklungen.

Glas Italia Commodore

Glas Italia Commodore by Piero Lissoni, © Glas Italia

Zusammen mit Nicoletta Canesi gründete Piero Lissoni 1986 das Studio Lissoni Associati in Mailand, später folgte die Gründung von Graph.x für den Bereich der visuellen Kommunikation, von Lissoni Architettura sowie von Lissoni Inc. in New York. Darüber hinaus fungiert Lissoni als Art Director für verschiedene große Marken wie ALPI, einem führenden Unternehmen in der Herstellung von dekorativen Holzverbundstoff-Oberflächen und Aussteller auf der interzum.

Neue Impulse für Designer und Architekten: Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven

20.04.2017

Mit neuen Materialien, Möbelkomponenten und Textilien bietet die interzum vielfältige Inspirationen für die Kreativ-Branche. Architekten, Designer und Inneneinrichter finden hier zahlreiche Anregungen für die Gestaltung zukünftiger Lebensräume. Als Architektin und Designerin schätzt Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven die große Auswahl an Innovationen und Oberflächen.

Digital 3D-Surfaces: Sonderfläche auf der interzum

18.04.2017

Arssedia

Kunststuhl mit Motiven von Arij Moka, © Arssedia

Hersteller und Designer setzen zunehmend auf den 3D-Druck für die Anwendung im Möbel- und Innenausbau. Auf der kommenden interzum legt die Sonderfläche „Digital 3D-Surfaces“ den Fokus auf neueste Entwicklungen im Bereich Oberflächen. Im Vordergrund stehen dabei Kreativität, schnellere Reaktionszeiten und eine höhere Flexibilität im Wohnen und Einrichten.

Aktuelle Digitaldrucker drucken „Oberfläche“ gleich mit. Haptisch, dreidimensional und wo gewünscht hoch strapazierfähig. Und das großformatig und mit wirtschaftlichen Druckgeschwindigkeiten bei höchster Qualität. Für das Möbel und Interior-Design bieten sich damit neue Möglichkeiten der Kreativität und Flexibilität. Mit der Sonderfläche „Digital 3D-Surfaces“ zeigt die interzum 2017 aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich. Rolf Warda, renommierter Designer und Trendforscher, hat die Ausstellung zusammengestellt.

Hotspot, © A. + E. Ungricht

Hotspot, © A. + E. Ungricht

Führende Hersteller zeigen auf der Sonderfläche Beispiele digital industrieller Fertigung auf Holz, Keramik, Glas, Textil, Metall und anderen Materialien. Spezialisten geben Einblicke in Technologien, Software und Dienstleistungen. Dabei steht die gesamte Prozesskette im Mittelpunkt – „von der Theorie in die Praxis, vom Labormaßstab zur industriellen Losgröße“, so Rolf Warda. Thematisiert werden sowohl die Auswahl der Drucker und Tinten als auch die Erstellung von Komplettlösungen aus einer Hand. Für Architekten, Produktdesigner und Entscheider aus dem Möbel- und Innenausbau bietet die Ausstellung damit anregende Beispiele neuester 3D-Druck-Technologie.

Vom 16. bis zum 19. Mai 2017 wird die Sonderausstellung Digital 3D-Surfaces auf der interzum in der Halle 10.2/Stand D 80 gezeigt.

Neue Impulse für Designer und Architekten: Christian Tschersich

10.04.2017

Mit neuen Materialien, Möbelkomponenten und Textilien bietet die interzum vielfältige Inspirationen für die Kreativ-Branche. Architekten, Designer und Inneneinrichter finden hier zahlreiche Anregungen für die Gestaltung zukünftiger Lebensräume. Als Architekt schätzt Christian Tschersich vom international tätigen Büro LAVA (Labotary for visionary architecture) die große Auswahl an Innovativen.

Drei Fragen an: Farbexpertin Dr. Hildegard Kalthegener

10.04.2017

Colour library

Farbbibliothek, © SystemToWin

Als Designerin, Dozentin und Farbexpertin ist Dr. Hildegard Kalthegener für verschiedenste Branchen tätig. Auf der kommenden interzum beschäftigt sie sich in ihren Vorträgen mit dem Verhältnis von Farbsystemen und individuellem Design. Drei Fragen zu aktuellen Farbtrends und einer sinnvollen Farbplanung.

Frau Dr. Kalthegener, Welche Entwicklungen beobachten Sie zurzeit im Hinblick auf die Verwendung von Farben im Möbel- und Interiordesign?

Wir haben auf Messen und im Interieur in den letzten Jahren viele unbunte, vornehmlich graue Nuancen gesehen, was sich in Zukunft etwas ändern wird. Zwar bleibt Grau noch eine Weile beliebt, aber es diversifiziert sich in viele leicht getönte Nuancen. So wird die weniger chromatische Oberfläche perfekt auf die Akzent- oder Leitfarbe abgestimmt. Weiter verändert sich die Bedeutung von Tönungen zwischen aufgehelltem Terracotta und Wassermelonenrot. Rosa war – ebenso wie Violett – für Männer lange ein absolutes No-Go. Die richtige Nuance zwischen Flamingo und Lachs in einer geringen Quantität, kombiniert mit einer Auswahl attraktiver Graunuancen und schönen Hölzern kann aber heute sogar einen trendbewussten Blickfang für alle darstellen. Wichtig ist es, die Trends so schnell wie möglich zu erkennen, so dass man über einen längeren Zeitraum nachdenken kann, ob und wie man sie einsetzt.

Planung mit Echtmustern

Planung mit Echtmustern, © SystemToWin

Auf der kommenden interzum halten Sie auf der Piazza Materials & Nature einen Vortrag über Farbsysteme und die zunehmende Individualisierung im Design. Wie verhält sich beides zueinander?

Individualisierung und System müssen sich in meinen Augen nicht widersprechen. Viele Einrichter und Nutzer denken, ein Farbsystem – und dabei ist es fast gleich welches –schränke kreative Auswahl- und Kombinationsmöglichkeiten ein, so dass originelle Lösungen verhindert würden. Dem ist nicht so. Es gibt durchaus systemimmanente Ideen, mithilfe derer sich eine Vielzahl individueller Lösungen entwickeln lassen – und zwar leicht und zielsicher. Bei einer cleveren Kollektionsplanung kann dies sogar mit relativ wenigen Farben gewährleistet werden.

imm cologne 2017

Impression von der imm cologne 2017, © Hildegard Kalthegener

Farbe erfüllt gleichzeitig einen funktionalen wie atmosphärischen Anspruch. Welche Kriterien sollte man für die Farbentscheidung im Interieur berücksichtigen?

Die Suche nach allgemeingültigen Regeln zur Erzeugung einer Farbharmonie hat trotz aller „Smart Solutions“ bis heute nicht zu einer allseits akzeptierten Lösung geführt. Dennoch ist es hilfreich, bestimmte Kriterien zu kennen. Vor allem, wenn man – wie so häufig im beruflichen Alltag – kaum Zeit und selten das Budget für Experimente hat. Farbplanung sollte man auch nicht am Bildschirm vornehmen: Die Abweichungen sind eine häufige Fehlerquelle. Es ist viel sicherer, auf physische Echtmuster von Farben und Materialien zurückzugreifen, auch wenn das vielleicht nach „Old School“ aussieht. Meiner Meinung nach gibt es viel mehr nachvollziehbare, wenn auch komplexe Regeln als Laien gemeinhin bekannt sind. In meinem Vortrag auf der interzum werde ich näher darauf eingehen.

Innovative Holzwerkstoffe: Workshop anlässlich der interzum

06.04.2017

Pfleiderer

© Pfleiderer

Die Verwendung von Holz zum Bauen und Wohnen wird immer attraktiver. Der 6. Innovationsworkshop Holzwerkstoffe am 15. Mai 2017 wirft einen Blick auf aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich: Vorträge, Diskussionen und ein Tele-Voting zur Bewertung der vorgestellten Innovationen bieten Teilnehmern vielfältige Anregungen.

Holz ist ein gefragter Werkstoff für den Möbel- und Innenausbau. Innovative Materialien und Bearbeitungsverfahren eröffnen heute neue Möglichkeiten der Anwendung. Holzwerkstoffe werden leichter, effizienter und nachhaltiger. Vor allem im baunahen Bereich konnte die deutsche Holzwerkstoffindustrie ihre Produktion im vergangenen Jahr ausweiten. Das Potenzial von Holz für das Bauen und Wohnen wird zunehmend erkannt.

Innovative Holzwerkstoffe

© Koelnmesse

Mit dem 6. Innovationsworkshop Holzwerkstoffe bietet die interzum einen Überblick zu Neuheiten aus Forschung und Industrie. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen neue Anwendungen im Möbel-, Fahrzeug-, Messe- und Innenausbau. Renommierte Fachleute stellen aktuelle Innovationen und neueste Forschungsergebnisse vor. Kurzvorträge und ein abschließendes Plenumsgespräch bieten Teilnehmern umfassende Informationen.

Der Workshop anlässlich der interzum 2017 zeigt, wie die Branche sich den derzeitigen Herausforderungen stellt. Zum Abschluss der Veranstaltung können die Teilnehmer mit einem Tele-Voting die vorgestellten Innovationen bewerten. Am nächsten Tag haben Sie dann die Möglichkeit, die Neuheiten der Holzwerkstoffindustrie auf der interzum persönlich zu besichtigen.

Innovative Holzwerkstoffe Workshop

© Koelnmesse

Der Workshop wird vom Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) in enger Kooperation mit dem ihd, Dresden und dem Fraunhofer-Institut für Holzforschung veranstaltet. Die Anmeldung zum Workshop ist bis zum 24. April 2017 möglich.

Neue Impulse für Designer und Architekten: Peter Ippolito / IF Group

31.03.2017

Mit neuen Materialien, Möbelkomponenten und Textilien bietet die interzum vielfältige Inspirationen für die Kreativ-Branche. Architekten, Designer und Inneneinrichter finden hier zahlreiche Anregungen für die Gestaltung zukünftiger Lebensräume. Als Architekt schätzt Peter Ippolito von der international tätigen ippolito fleitz Group die große Auswahl an innovativen Oberflächen.

Workshop of Dreams: AHEC auf der Interzum 2017

30.03.2017

American Hardwood Export Council

Stühle und Tische (Design: Benedetta Tagliabue), © American Hardwood Export Council (AHEC)

Der American Hardwood Export Council (AHEC) hat sich für die kommende interzum etwas Besonderes einfallen lassen. Die amerikanische Handelsorganisation zeigt auf der Messe ungewöhnliche Innovationen aus Laubholz. Designer und Architekten feiern das kreative Potenzial der Holzverarbeitung mit spielerischen Objekten.

Wie lassen sich selten verwendete Laubholzarten in spannendes Design verwandeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Projekt „The Workshop of Dreams“ des American Hardwood Export Council. Vier spanische Architekten und Designer haben sich hierfür von amerikanischen Laubhölzern inspirieren lassen. Die Ergebnisse, die auf der kommenden interzum gezeigt werden, sind ebenso überraschend wie außergewöhnlich. Objekte wie ein hölzerner Clubsessel, ein Küchenwagen oder eine tragbare Hütte zeigen die gestalterischen Möglichkeiten des natürlichen Materials. Zugleich dokumentieren sie eindrucksvoll die handwerkliche Qualität ihrer Verarbeitung.

Tulipwood

Hütte aus Tulipwood (Design: Jacob Benbunan), © American Hardwood Export Council (AHEC)

Vom 16. bis zum 19. Mai 2017 präsentiert AHEC weitere besondere Projekte auf der interzum. Teil der Messepräsentation ist auch das maßstabgetreue Modell von „The Smile“ – einem ungewöhnlichen Holz-Pavillon, der in Zusammenarbeit mit Alison Brooks Architects und den Ingenieuren von Arup in London errichtet wurde. Um das strukturelle und räumliche Potenzial von Brettsperrholz (CLT) zu veranschaulichen, kamen für den gebogenen Pavillon die bislang längsten CLT-Platten aus Tulipwood zur Anwendung.

Der American Hardwood Export Council wird auf der interzum außerdem ein neues interaktives Feature vorstellen: Eine Karte der US-Laubwälder mit detaillierten Daten zur Verbreitung, zum Wachstum und zum Einschlag der verschiedenen Laubholzarten. Europadirektor David Venables betont, wie wertvoll die Messe für AHEC ist: „Die interzum bleibt eine lebendige Kommunikationsplattform für uns und unsere Branche. Die Messe bietet uns die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Holzindustrien in Europa und dem Rest der Welt umfassend zu informieren.“

American Cherry Lounge Chair

American Cherry Lounge Chair (Design: RCR), © American Hardwood Export Council (AHEC)

Grüner Möbeltrend: Stühle aus Biomaterial

23.03.2017

Artichair

Artichair, © Studio Kizis

Sitzen auf Seegras, Kartoffeln oder Blättern? Neue Biowerkstoffe für die Produktion von Stühlen machen es möglich. Designer entdecken die Natur als Inspirationsquelle und gestalten klassische Sitzmöbel mit einem grünen Anspruch.

Für Designer gehört ein Stuhl zu den spannendsten Möbelstücken. Als Entwurfsobjekte waren Sitzmöbel daher schon immer Träger von Innovationen – man denke nur an Bauhaus-Freischwinger oder die Kunststoffsessel der 60er-Jahre. Mit zukunftsweisenden Formen und Materialien sind sie ihrer Zeit oftmals voraus und spiegeln zugleich gesellschaftliche Trends. Auch die neuesten Modelle verweisen auf solche Strömungen, indem sie eine nachhaltige Gestaltung in den Mittelpunkt stellen.

Green furniture

Auf der Suche nach Ressourcen schonenden Materialien entdecken Designer heute natürlichen Abfall als Inspirationsgeber. Scheinbar Überflüssiges wird zu Werk- und Wertstoffen für neue Stuhlmodelle verarbeitet. Zahlreiche Entwerfer experimentieren mit Pflanzenresten, Gemüseabfällen und ähnlichen organischen Überbleibseln. Die ungewöhnlichsten Rohstoffquellen werden ausprobiert, um zum Beispiel Biokunststoffe für Sitzschalen herzustellen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Werkstoffen bieten solche biobasierten Materialien entscheidende Vorteile: Das Rohmaterial ist in großen Mengen vorhanden, frei verfügbar und lässt sich auf nachhaltige Weise weiter verwerten.

Green furniture

Aus Seegras, das massenhaft an die Küste gespült wird, gestaltet zum Beispiel die Designerin Carolin Pertsch ihren „Zostera Stool“. Der Pflanzenabfall, der sonst als Sondermüll auf Deponien landet, findet als Biokunststoff für den Sitz des Hockers Verwendung. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Jarrell Goh aus Singapur mit seinem „Potatoe Chair“ aus Abfällen der Kartoffelindustrie. Die niederländische Designerin Christien Meindertsma hat einen Stuhl aus Flachs und einem Kunststoff aus Milchsäure (PLA) entwickelt. Das preisgekrönte Sitzobjekt ist vollständig biologisch abbaubar und zeigt, das Ökodesign sehr stylisch sein kann. Elegant sind auch der Lounge und Dining Chair des Kizis Studio mit Sitz in Athen und London. Das zu 100 Prozent abbaubare Biomaterial für deren Sitzschalen besteht aus Artischockenresten. Zu den jüngsten Projekten gehört der „Beleaf Chair“ des slowakischen Designers Šimon Kern. Der in Entwicklung befindliche Stuhl nutzt eine Mischung aus Laub und einem Bio-Harz, das aus alten Speiseölen gewonnen wird. Wie die anderen Modelle beweist er, dass es eigentlich keine Abfälle, sondern nur neues Material zum Gestalten gibt.

Green furniture

Die kommende interzum beschäftigt sich vom 16. bis zum 19. Mai auf einer eigenen Sonderfläche mit nachhaltigen Werkstoffen. Unter dem Motto „Circular Thinking“ wird in Halle 4.2 unter anderem gezeigt, wie Stühle aus gebrauchten Jeanshosen entstehen.

interzum award: Drei Fragen an Prof. Dr. Peter Zec

22.03.2017

interzum award - intelligent material and design

Mit dem interzum award: intelligent material & design werden die besten Produkte der internationalen Möbelzulieferindustrie gekürt. Bereits zum neunten Mal hat die Koelnmesse den Designwettbewerb in Zusammenarbeit mit Red Dot ausgelobt. Drei Fragen an Prof. Dr. Peter Zec von Red Dot zum Stellenwert des Wettbewerbs und zu den Herausforderungen für zukünftiges Design.

Herr Prof. Dr. Zec, seit 2007 wird der interzum award: intelligent material & design ausgelobt. Wie beurteilen Sie den Stellenwert des aktuellen Wettbewerbs 2017?

Der interzum award: intelligent material & design ist heute eine feste Institution und dokumentiert die wichtige Rolle des Designs als treibende Kraft der internationalen Zuliefererbranche. Denn Design ist von großer Bedeutung und geht einher mit technischer Innovation und optimaler Funktion – nicht nur in diesem Bereich, sondern auch darüber hinaus. Schließlich kann ein Produkt nur so gut sein, wie die ihm zugrundeliegenden Materialien und Zuliefererprodukte. Insofern haben diejenigen, die durch ihr stetiges Streben nach neuen Lösungen, um die hohe Qualität der Endprodukte zu sichern, mit dem interzum award ein Forum gefunden, in dem sie im Mittelpunkt stehen und ihre Leistungen präsentieren können.

Als Zulieferermesse für Möbelfertigung und Innenausbau ist die interzum eine Plattform für Innovationen. Welche aktuellen Entwicklungen beobachten Sie in der Branche und wie wichtig ist dabei Designqualität?

Mit großem Interesse beobachte ich beispielsweise die aktuelle Entwicklung neuer Materialien, die sich stark an natürlichen und organischen Gegebenheiten orientieren. Das Vorbild von Strukturen und Oberflächen aus der Natur kombiniert mit den neuesten technischen Errungenschaften bringen innovative und erfolgreiche Produkte auf den Markt. Da diese Entwicklung noch relativ neu ist, gibt es große Unterschiede bei der Designqualität. Daher ist es unerlässlich, die Wertigkeiten zu beurteilen und die besten Entwürfe mithilfe einer Jury ausfindig zu machen.

Sie sind unter anderem CEO des Red Dot Awards und Senator International Council of Societies of Industrial Design (Icsid) in Montreal. Welche Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft des Designs?

Das Stichwort, das bei dem Thema häufig fällt, ist Nachhaltigkeit. Die Ressourcen an fossilen Energieträgern werden knapper und somit teurer, so dass die Rohstoffe vieler industrieller Produktionen zukünftig keine Wirtschaftlichkeit mehr aufweisen werden. Zukunftsorientiert produzieren ist daher die Herausforderung, die es zu meistern gilt – und damit meine ich recyclebare Materialien nutzen, das Einsparpotenzial von Materialien optimieren und natürlich die Materialforschung weiterzutreiben.

Professor Dr. Peter Zec

Professor Dr. Peter Zec

Professor Dr. Peter Zec studierte Medienwissenschaft, Psychologie und Kunstwissenschaft. Seit 1991 ist er geschäftsführender Vorstand des Design Zentrums Nordrhein Westfalen e.V., das den Red Dot Design Award organisiert. Bereits zum 9. Mal hat die Koelnmesse 2017 in Kooperation mit Red Dot den interzum award: „intelligent material & design“ ausgelobt. Die feierliche Ehrung der Gewinner findet im Rahmen der Eröffnung der interzum am 15. Mai in Köln statt.

Mobile Spaces: Sonderfläche auf der interzum 2017

20.03.2017

Mobile Spaces

Ob im Auto, im Flugzeug oder Caravan – Mobilität ist ein wesentlicher Aspekt unseres Lebens. Doch wie lässt sich individuelle Fortbewegung in Zukunft gestalten? Auf der Sonderfläche „Mobile Spaces“ zeigt die interzum 2017, wie Oberflächen und Materialien den Charakter mobiler Räume verändern können.

Elektro-Autos, digitale Vernetzung und autonomes Fahren sind zukunftsweisende Entwicklungen, die Einfluss auf unsere Mobilität haben werden. Auch die Ansprüche an Materialien und Oberflächen für die Ausstattung mobiler Räume wandeln sich. Unter dem Titel „Mobile Spaces“ zeigt die kommende interzum daher mobile Trends auf einer eigenen Sonderfläche. Die internationale Leitmesse verweist damit auf die besondere Relevanz dieses Themas für die Möbelzuliefererbranche. Zahlreiche Aussteller der Messe sind sowohl in der häuslichen Einrichtung als auch in der Ausstattung von Fahrzeugen tätig. Neuheiten aus dem klassischen Möbelsegment wie Oberflächen, Textilien oder Beschläge kommen ebenfalls in Autos, Schiffen und Flugzeugen zum Einsatz. Innovative Materialien oder Funktionen spielen auch für mobile Räume eine große Rolle.

Mobile Spaces

Dabei sind die Anforderungen an den mobilen Raum häufig noch höher als an ein häusliches Umfeld. Insbesondere der hohe Anspruch an ein geringes Gewicht verlangt nach speziellen Lösungen. Auch hier befruchten sich beide Disziplinen, denn Leichtbau ist sowohl für den rollenden, schwimmenden und fliegenden Raum, als auch für den Hausbau und dessen Einrichtung von enormer Bedeutung; Transport und Logistik fordern zur Kostenminimierung und nicht zuletzt wegen der Nachhaltigkeit zu Leichtgewichten auf.

Mobile Spaces

Mit der Sonderfläche „Mobile Spaces“ wird die interzum vor allem den „rollenden Raum“ in den Fokus nehmen. Zu den Exponaten gehören Reisemobile mit einer besonderen Ausstattung wie der „Empire Liner“ von Morelo. Hochwertige Details im Innern des Luxusliners wie mehrschichtige Möbelfronten oder Mineralwerkstoff sind bislang in diesem Bereich so noch nicht verbaut worden. Außergewöhnlich ist auch das Concept Car „The Pioneer“ von Hornschuch, das in der Ausstellung vorgestellt wird. Der Spezialist für Oberflächen zeigt darin, wie sich ein neues Verständnis von Mobilität auf das Interieur von Autos auswirken wird.