21.–24.05.2019

#interzum

Innovative Sonderschau: „Disruptive Materials“ auf der interzum 2019

20.12.2018

Disruptive Materials

Papierfußboden Paprfloor für temporäre Bauten, © Paprfloor

Junge Designer setzen sich zunehmend mit der Verknappung der Ressourcen auseinander. Sie beleben alte Handwerkstechniken wieder und setzen auf lokal verfügbare Rohstoffe. Mit einer Sonderfläche zeigt die interzum 2019, wie die Rückbesinnung auf geschlossene Materialkreisläufe die Designwelt verändern könnte.

Wissenschaftler und andere Experten sind sich einig: Der Verbrauch unserer Ressourcen kann nicht so weitergehen wie bisher. Mit dem heutigen Konsum wird unsere moderne Lebensweise wohl nicht über die nächsten Generationen hinweg aufrechterhalten werden können. Junge Unternehmen und Designer setzen sich daher zunehmend mit dieser drohenden Verknappung auseinander. Sie überdenken die heutigen Materialströme und Recyclingprozesse und arbeiten daran, die Nutzung und Lebensdauer von Ressourcen zu optimieren. Doch statt auf Hightech setzen sie dabei auf fast vergessenes Know-how alter Handwerkstechniken und das Bewusstsein für lokal verfügbare Pflanzen oder Reststoffe – Wissen, das früher von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Mit der Sonderfläche „Disruptive Materials – Changing the Future“ widmet sich die kommende interzum vom 21. bis zum 24. Mai 2019 solchen Materialien und Produktionsverfahren. „Der Titel der Ausstellung leitet sich von dem Begriff Disruptive Technologies ab“, erklärt Dr. Sascha Peters. Mit seiner Berliner Materialagentur Haute Innovation kuratiert der Experte die Sonderschau auf der internationalen Leitmesse. „Disruptive Technologien beschreiben Neuerungen, die nicht nur einen Richtungswechsel herbeiführen, sondern vielmehr ein bestehendes System ersetzen“, so Peters. Die Abgrenzung disruptiver Materialien zu Werkstoffinnovationen bezieht sich daher vor allem auf die Art und Weise der Veränderung. Während Innovationen einen bestehenden Markt weiterentwickeln, sind die Auswirkungen distruptiver Technologien weitreichender. Für den Verbraucher ist der Effekt einer disruptiven Veränderung in der Regel erst zeitversetzt spürbar. So wie die Erfindung der LED-Beleuchtung nach und nach die Glühbirne ersetzt hat, so könnten die ausgestellten Materialien in Zukunft große Auswirkungen auf die Gestaltung von Möbeln und Interior Design haben.

Rapid Liquid Printing: Vom MIT und Steelcase entwickeltes neuartiges 3D-Druckverfahren für Möbel, © Steelcase

Autointerieur von Volvo mit Teilen aus recyceltem Plastik von Bcomp, © Volvo Car Group

Individuelles Produkt für die Massenfertigung: Fahrradrahmen aus Holz von My Esel, © My Esel

Lasersublimation von Massivholz, Furnieren oder anderen organischen Materialien, © Strasser AG Thun

Die Piazza „Disruptive Materials“ gibt Besuchern der kommenden interzum einen Einblick in die Vielzahl an disruptiven Materialien und Technologien, die heute entwickelt und erprobt werden. Die Ausstellung wird in vier große Themenschwerpunkte unterteilt. Neben biobasierten Materialien und natürlichen Wachstumsprozessen werden Lösungen für die Verbesserung der Effizienz von Produkten vorgestellt. Außerdem geht es um digitale Materialien und smarte Systeme sowie um produktionsbezogene Materialinnovationen. Informationen zu den jeweiligen Eigenschaften, Anwendungen oder zum Produktlebenszyklus ergänzen die Präsentation. Dabei geht es um Materialströme, die ursprünglich für eine Massenproduktion nicht interessant waren. Mit dem Wunsch Materialkreisläufe zu schließen, treten diese Entwicklungen nun in das Bewusstsein zurück und könnten die Einrichtungswelt nachhaltig verändern.