interzum award: Drei Fragen an Prof. Martin Stosch

18.05.2017

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Winners interzum award 2017, © Red Dot

Der interzum award: intelligent material & design 2017 hat die besten Produkte der internationalen Möbelzulieferindustrie gekürt – Innovationen für das künftige Möbel- und Interiordesign. Wir sprachen auf der interzum mit dem Jurymitglied Martin Stosch, Professor an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Drei Fragen zu den diesjährigen Preisträgern und den aktuellen Entwicklungen der Branche.

Herr Prof. Stosch, wo sehen Sie die größten Innovationspotenziale, wenn Sie die diesjährigen Preisträger des interzum award: intelligent material & design betrachten?

Grundsätzlich sehe ich aktuell die größten Entwicklungspotenziale bei den Funktionsbeschlägen, die eine geradezu dramatische Verkleinerung erleben, sowie im Bereich Material. Neue Materialien bergen auch immer Chancen für neue Anwendungen und Funktionen. Spannend wird es auch dort, wo schon lange bekannte Fertigungstechnologien intelligent miteinander kombiniert werden und dadurch neue Bauteile entstehen. Wenn Sie mich fragen, wo es hingehen wird, werden wir künftig viele Beschläge sehen, die in der Möbelseite verschwinden. Die einzelnen Elemente werden zudem immer eleganter und kleiner, fast unsichtbar. Der Möbelkorpus wird innen ähnlich ästhetisch behandelt, wie wir das außen schon lange erwarten.

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interzum award: intelligent material & design auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Wie bewerten Sie die aktuelle interzum?

Für uns als Holztechnologen, die Fach- und Führungskräfte für die Möbel- und Möbelzulieferindustrie ausbilden, ist es mit Abstand die wichtigste Messe. Hier können wir die innovativen Produkte sehen und anfassen – es ist eine Plattform, auf der wirkliche Neuheiten vorgestellt werden. Bei meinen Messebesuchen mache ich immer wieder Entdeckungen. Für die Branche ist die interzum wie eine Art Familientreffen.

Was würden Sie sich mit Blick auf die Branche für die Zukunft wünschen?

Wir müssen mit immer weniger Material bessere Möbel bauen und nachhaltiger über Problemlösungen nachdenken. Von den Möbelzulieferern würde ich mir wünschen, so etwas wie Concept Cars in der Automobilindustrie zu entwickeln – spielerisch und visionär Dinge auszuprobieren, die perspektivisch in die Zukunft schauen.

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Prof. Martin Stosch, © INDEED Photography

Prof. Dipl.-Ing. Martin Stosch war nach Abitur, Tischlerlehre und Studium der Innenarchitektur zunächst als Produktentwickler für Unternehmen der Möbel- und Zulieferindustrie tätig. Im Jahr 2000 erfolgte die Berufung in das Lehrgebiet des industriellen Möbelbaus im Studiengang Holztechnik an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Seit 2003 liegt der Forschungs- und Lehrschwerpunkt auf der Leichtbaukonstruktion von Möbeln.

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