Digital 3D Surfaces: Drei Fragen an Rolf Warda (Warda Design)

22.05.2017

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Sonderfläche "Digital 3D Surfaces" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Der Designer und Trendforscher Rolf Warda gestaltete auf der interzum 2017 die Sonderfläche „Digital 3D Surfaces“. Führende Hersteller zeigten hier die kreativen Möglichkeiten neuer Digitaldrucksysteme. Drei Fragen zu den Innovationen in diesem Bereich und zu seiner persönlichen Sicht auf die vergangene Messe.

Herr Warda, welches Konzept stand hinter der Sonderfläche „Digital 3D Surfaces“ auf der interzum und welche Neuheiten im Bereich 3D-Druck sehen Sie zurzeit?

Wir erleben gerade, dass sich der digitale Dekordruck etabliert. Als Direktdruck auf den Träger oder weiterhin auf das Medium Dekorpapier. Mit „Digital 3D Surfaces“ haben wir auf der interzum Beispiele der nächsten industriellen Entwicklungsstufen gezeigt. Mit den neuesten Digitaldrucksystemen können haptische Effekte erzielt werden. Und das nahezu auf jedem Material. So ist zum Beispiel für eine Lederoberfläche nicht nur die Ledernarbung sondern auch das Ledergefühl möglich.

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Sonderfläche "Digital 3D Surfaces" auf der interzum 2017, © Koelnmesse

Welche Möglichkeiten verbinden sich für Sie aktuell mit dem 3D-Druck, insbesondere im Hinblick auf Möbel- und Interior-Design?

3D-Oberflächen ermöglichen der Industrie erstmals, das gleiche Dekor und die gleiche Materialanmutung wirtschaftlich mit identischer Oberflächen-Performance auf unterschiedlichen Trägern zu fertigen – zum Beispiel auf Aluminium für den Leichtbau oder auf Faserzement für den Brandschutz. Ferner bietet der Digitaldruck wesentlich kürzere Reaktionszeiten auf Wünsche von Kreativen. Sonderausführungen können schnell bemustert und auch in kleineren Stückzahlen produziert werden.

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Digital gedruckte Oberflächen in der Sonderausstellung, © Koelnmesse

Sie sind als Designer und Trendforscher tätig. Wie haben Sie persönlich die interzum für Ihre Arbeit genutzt?

Für meine Kunden nutze ich die interzum als eine Art „Rückblick“ auf die Gegenwart. Die aktuellen Trendthemen sind noch immer sehr vom Anspruch auf „Authentizität“ geprägt. Ursprüngliches und Authentisches verbraucht sich aber zusehends, wird inflationär und austauschbar. Auf der interzum gibt es erste Hinweise auf eine „Ästhetik des Neuen“. Mit „Digital 3D Surfaces“ haben wir Beispiele gezeigt, die diesen Ausblick wagen.

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Rolf Warda, © Warda Design

Rolf Warda hat eine langjährige Berufserfahrung in den Bereichen Produktentwicklung und Kollektionsgestaltung, Werbung und Kommunikation bei internationalen Unternehmen. Im Jahr 2000 gründete er sein Design- und Trendforschungsbüro Warda Design mit Sitz in Köln.

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