„Die Bedeutung der Haptik wächst“: Interview mit Katrin de Louw

13.02.2017

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Mit Ihrem Beratungsbüro Trendfilter beschäftigt sich Katrin de Louw unter anderem mit gesellschaftlichen Strömungen, die unser Leben beeinflussen. Die renommierte Trendexpertin gestaltet auf der kommenden interzum 2017 zwei Sonderflächen zum Thema „Materials & Nature“. Wir sprachen mit ihr über die zunehmende Bedeutung von Materialität und den Einfluss von Megatrends auf unsere Einrichtung.

Katrin de Louw, welchen Einfluss haben gesellschaftliche Entwicklungen auf das Design von Möbeln und unsere Einrichtung?

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen beeinflussen unseren Bedarf an Einrichtung, unsere Sehnsüchte und Verhaltensweisen und damit unseren Konsum. Die von der Zukunftsforschung prognostizierten Megatrends sind dabei unterschiedlich stark in deren Impulsgebung für unsere Branche. Wir analysieren in Workshops diese Trends und schauen, was am Ende für unsere Branche relevant sein kann. Das ist manchmal sehr komplex und vielseitig aber es gibt auch ganz einfache und offensichtliche Beispiele an denen ich das erläutern kann: Die Globalisierung gibt beispielsweise Impulse zu einer vielseitig kulturell geprägten Einrichtung. Der demografische Wandel rückt – neben vielen anderen Themen – die Gesundheit verstärkt in den Fokus von Konsumenten.

Welche Rolle spielt die Materialität für aktuelle Einrichtungstrends?

Materialität gewinnt zunehmend an Bedeutung aus den verschiedensten Aspekten heraus. Materialbeschaffung und -herstellung, hohe Qualität, langer Lebenszyklus und Recycling sind wichtige Themen, denn der Verbraucher wird immer aufgeklärter und will wissen, was „drin“ ist. Das Gewicht des Materials spielt im Onlineversand eine wachsende Rolle, das Handling, die einfache Montage der Möbelkomponenten. Der Ladenbau dagegen braucht emotionale Werkstoffe und Oberflächen bei denen die Story stimmt und die zum Verweilen einladen.

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Unter dem Motto „Individuality“ gestalten Sie für die interzum 2017 zwei Sonderflächen zum Thema „Materials & Nature“. Welche zukunftsweisenden Neuheiten sehen Sie im Bereich Material und Oberflächen?

Die Bedeutung der Haptik wächst, da es einer der Sinne ist, die das Internet noch nicht bedienen kann. Dann gibt es etliche Zusatzfunktionen bis hin zu smarten Oberflächen, die Materialien in Zukunft leisten können. Unser Motto „Individuality“ kann natürlich durch auftragsbezogene Fertigung, wie zum Beispiel den Digitaldruck stattfinden. Aber wir glauben auch, dass der individuelle Materialmix schon einen wesentlichen Unterschied ausmachen kann. Zu allen Themen zeigen wir auf der PIAZZA „Materials & Nature“ zur Interzum vom 16. bis zum 19. Mai 2017 viele neue Produktideen der Materialhersteller.

Wie bewerten Sie grundsätzlich Messen wie die interzum als Businessplattform und Inspirationsquelle?

Ganz wichtig. Auch wir recherchieren unsere Trends übers Internet, in Zusammenarbeit mit anderen Agenturen, über Workshops oder andere Medien. Aber die Messen bieten ein unglaubliches Potential, viel Inspiration in sehr kurzer Zeit zu bekommen und dabei viele Produkte auch live zu erleben und anfassen zu dürfen. Und ganz nebenbei ist jedes Offline-Meeting und Gespräch auf der Messe wertvoll für die Zusammenarbeit und für neue Ideen.

www.trendfilter.net

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